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Viel Spaß in der verrückten Liga

Holstein-Gegner Osnabrück Viel Spaß in der verrückten Liga

Trainer-Entlassungen und die daraus resultierenden Neueinstellungen sind ein zwiespältiger, aber fester Bestandteil des Profifußballs. Dass ein Verein jedoch einem Coach zu Lohn und Brot bei der Konkurrenz verhilft, geschieht höchst selten – Drittligist Holstein Kiel hat’s getan, wenn auch nur indirekt.

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Seit dem fünften Spieltag hat Joe Enochs das sportliche Kommando beim Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück. Seine respektable Bilanz: neun Siege, acht Remis, drei Niederlagen.

Quelle: imago

Osnabrück/Kiel. Dank der „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“ der KSV kommt Joe Enochs am Sonnabend (14 Uhr) als Trainer des VfL Osnabrück zum ewig jungen Nord-Duell ins Holsteinstadion.

Rückblende. Nach dem vierten Spieltag entlässt der VfL als Tabellenvorletzter (zwei Punkte, ein Tor) Trainer Maik Walpurgis und installiert Klub-Rekordspieler Joe Enochs (78 Zweit- und 325 Viertliga-Einsätze) – auf zwei Spiele Bewährung. Das erste gewinnen die Lila-Weißen am 25. August bei Energie Cottbus mit 2:1, der erste Auswärtssieg seit mehr als elf Monaten. Nach der zweiten Partie am 29. August will die VfL-Führung mit Enochs über eine Festanstellung sprechen. Der Gast: Holstein Kiel. Das Ergebnis: 3:2. Die Folge: Joseph Andrew Enochs, von allen nur Joe gerufen, erhält einen Vertrag bis Juni 2017.

Enochs weist Erfolgsbilanz vor

Der in Petaluma/Kalifornien geborene US-Amerikaner lacht im Gespräch mit KN-online: „Natürlich kann man das so sehen, dass Holstein Kiel mir den Job besorgt hat.“ Etwas ernsthafter fügt der 44-Jährige hinzu, dass er bis heute nicht weiß, „wie der Vorstand nach einer Niederlage entschieden hätte“. Wer nicht lacht, ist die Konkurrenz. Die multitasking-fähige Klub-Ikone (war Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, Chefcoach der „Zweiten“ und der U19, Co-Trainer bei den Profis) führte das Drittliga-Team vom 19. auf den fünften Tabellenplatz. Seine 20-Spiele-Statitisk: neun Siege, acht Remis, drei Niederlagen (alle auswärts). Nur eine der vergangenen 15 Partien ging verloren, 1:3 am 4. Dezember bei Fortuna Köln, wo Holstein zuletzt 3:2 gewonnen hat.

Die Ursachen des Höhenflugs? Der bescheidene Chefcoach, der 2016 sein 20-jähriges Dienstjubiläum an der Bremer Brücke feiert, will sich selbst nicht loben. „Auf Wunsch der Mannschaft haben wir die Abläufe vereinfacht und auf 4-4-2 als taktisches Grundgerüst umgestellt. Das Team ist nun eingespielt, es gab wenig Verletzungen, dafür mehr Punkte und damit auch mehr Spaß in Wettkampf und Training. Ich freue mich jede Woche, mit dieser Mannschaft zu arbeiten, und das sage ich ihr auch.“

VfL weiter tief verschuldet

Die Begeisterung für seine Männer hat jedoch nichts mit der bisweilen realitätsfernen Erwartungshaltung des Osnabrücker Publikums zu tun, das den VfL nach vier Auf- und Abstiegen innerhalb einer Dekade als „natürlichen“ Zweitligisten betrachtet. Dabei sind nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich kühle Köpfe angesagt. Den Klub drücken Verbindlichkeiten in Höhe von zehn Millionen Euro, die auch dem Umstand geschuldet sind, dass die Osnatel-Arena immer noch Kosten verursachendes Eigentum des Vereins ist. Ein Sanierungskonzept, an dem auch die Stadt Osnabrück beteiligt ist, soll in Kürze umgesetzt werden.

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KSV Holstein
Foto: Tim Siedschlag hat sich einen Muskelfaserriss zugezogen.

Aus dem Verdacht ist traurige Gewissheit geworden: Tim Siedschlag, derzeit eigentlich unverzichtbarer Mittelfeldrenner beim Fußball-Drittligisten Holstein Kiel, hat sich im Auswärtsspiel bei Fortuna Köln (3:2) ohne Fremdeinwirkung einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen.

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