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Chancen verpasst, Konter gefangen

KSV-HFC 0:4 Chancen verpasst, Konter gefangen

Das Jahr endet für den Fußball-Drittligisten Holstein Kiel wie die Saison für ihn begonnen hatte: Mit einem fulminanten Heimspiel-Frust! 0:4 hieß es im Juli gegen Mainz II, 0:4 (0:2) auch an diesem rabenschwarzen Freitagabend gegen den Halleschen FC.

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Konsterniert: Fabian Schnellhardt konnte die bittere 0:4-Niederlage von Holstein Kiel kaum fassen.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Wie so oft in dieser Serie ließen die Störche trotz einer furiosen Anfangsphase die große Chance liegen, tabellarische Höhenluft schnuppern zu dürfen. Stattdessen müssen die Kieler unter dem Tannenbaum den Blick wieder streng in Richtung Abstiegsränge richten.

Das sind die Bilder der Fußball-Begegnung Holstein Kiel gegen den Halleschen FC.

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Flutlichtspiel an der Förde – das war einmal die perfekte Mischung von prickelnder Atmosphäre und einem umjubelten Finale. Nicht so an diesem Abend. Dabei hatte sich KSV-Cheftrainer Karsten Neitzel vor dem Anpfiff noch durchaus optimistisch gegeben. Kehrten doch mit Kapitän Maik Kegel nach knapp dreiwöchiger Verletzungspause (Wade) und Fabian Schnellhardt (fehlte zuletzt in Mainz wegen einer Einblutung in der Gesäßmuskulatur) die zwei kreativen Köpfe der Störche in die Startelf zurück.

5424 Zuschauer zeigten heiße Herzen

„Nur Holstein Holstein Kiel“, schallte es zu Beginn durchs Rund. Nicht nur die 5424 Zuschauer, inspiriert von einer beeindruckenden Choreografie mit schillerndem Konfettiregen im KSV-Fan-Block, zeigten bei extrem milden Winter-Temperaturen heiße Herzen. Auch die blau-weiß-roten Profis beackerten jeden Zentimeter der für die Jahreszeit fast optimal zu bespielenden Rasenfläche. Gesunde Aggressivität paarte sich mit Kultur, Tempo und purer Lust auf Offensive.

Tim Siedschlag und Kegel (5.) ließen früh einen Doppelriesen aus. Rafael Czichos (14.) köpfte den Ball nach Kegel-Freistoß aus vier Metern über das HFC-Gehäuse. Manuel Schäffler (16.) traf – allerdings aus Abseitsposition. Die anfangs äußerst bieder agierenden Gäste wankten, doch die Abwehrmauer der Hallenser fiel nicht. Im Gegenteil. Sören Bertram (30.) feuerte als Signal steigenden Mutes den ersten Warnschuss ab. Drei Minuten später orientierten sich die bislang keineswegs als Auswärts-Könige bekannten Rot-Weißen an den Kurpass-Ballpassagen der Kieler. Ausgerechnet Selim Aydemir, der in der Jugend das Trikot der Störche getragen hatte, profitierte von der ersten Unachtsamkeit der Gastgeber, schob die Kugel eiskalt zur 1:0-Führung ein. Dann war es Osayamen Osawe (42.), der Czichos als letztem Glied einer im Sekundenschlaf befindlichen Holstein-Kette nach Aydemir-Zuspiel locker davon sprintete und mit seinem Tor zum 2:0 für die zweite kalte Dusche sorgte. Exakt vor diesen Kontern hatte Neitzel seine Mannen eindringlich gewarnt.

Das Motto: Einfach schlägt kompliziert

Zur zweiten Halbzeit wechselte der Störche-Coach Steven Lewerenz für den zuvor blassen Rene Guder ein. Die Wende zum Guten? Nein! Halle stellte seinen Hoheitsbereich dicht. Die Ballbesitz-Dominanz der mehr und mehr verunsicherten Gastgeber verpuffte mangels Durchsetzungsvermögen. Einfach schlägt kompliziert – so lautete das Motto dieser 90 Minuten, in denen Ex-Nationalspieler Marco Engelhardt (62.) per Direktschuss aus zehn Metern nach der dritten Hallenser Ecke die Vorentscheidung herbeiführte. Die Störche schauten bei dieser Aktion im eigenen Strafraum abermals andächtig zu. Bertrams Treffer zum 4:0 (73.) machte die Rückreise der kaltschnäuzigen Hallenser (sechs Chancen, vier Tore) zu einer wahren Triumphfahrt.

„Wir haben in den ersten 30 Minuten sehr gut gespielt, es aber nicht geschafft, den Ball über die Linie zu drücken. Dann haben die Hallenser mit Qualität und Effizienz zugeschlagen. Den Ausgang dieses unfassbar emotionalen Jahres hatten wir uns natürlich ganz anders vorgestellt“, resümierte Neitzel. Und Linksverteidiger Patrick Kohlmann rätselte: „Warum wir zur Pause mit 0:2 zurück lagen, verstehe ich einfach nicht.“

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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Holstein Kiel
Foto: Der Holstein-Stürmer und sein Trainer: Manuel Schäffler (oben li.) erzielte in den vergangenen 180 Minuten gegen Halle vier Tore. Weitere Treffer heute Abend wären das passende Geschenk. Schließlich feierte Karsten Neitzel (re.) gestern seinen 48. Geburtstag.

Ein Festakt vor den Feiertagen? Im letzten Spiel des Jahres empfängt Fußball-Drittligist Holstein Kiel Freitagabend (19 Uhr) den Halleschen FC. Der besondere Anreiz: Mit einem „Dreier“ überflügeln die Störche ihren Kontrahenten in der Tabelle.

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