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Ringen um die Rückkehr zum Alltag

Holstein-Interimscoach Ringen um die Rückkehr zum Alltag

Pressekonferenz vor dem Viertelfinale im SHFV-Lotto-Pokal am Sonnabend (15 Uhr) beim Regionalligisten ETSV Weiche Flensburg. Alltag für einen Profi wie den freigestellten Karsten Neitzel, Neuland für den 28-jährigen Preetzer und Interimscoach Ole Werner, der sich im Normalfall mit der SH-Liga beschäftigt.

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Lockerheit auf neuem Parkett: Ole Werner, 28-jähriger Interimstrainer des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Da saß er nun im kleinen Kieler Fußball-Rampenlicht. Mental irgendwo zwischen Raum und Zeit, deren Zuordnungen seit seiner Ernennung zum Interims-Cheftrainer des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel am Dienstagvormittag teilweise auf der Strecke geblieben sind. Zwei Journalisten der schreibenden Zunft, einem Rundfunk-Reporter und einem Fotografen sah sich Ole Werner am Donnerstagmittag gegenüber.

Doch der Inhaber der DFB-Elite-Jugend-Lizenz zog sich achtbar aus der Affäre, konnte beim Frage-Antwort-Spiel durchaus punkten. Die Verlesung der langen Verletztenliste wurde ihm von der Medien-Abteilung abgenommen: Dominic Peitz (Innenbandanriss), Patrick Kohlmann (Rückenbeschwerden/war schon während der vergangenen Englischen Woche nur mit Hilfe von Spritzen spielfähig), Eidur Sigurbjörnsson (Außenbandriss im rechten Sprunggelenk), Milad Salem (nach Muskelfaserris im Aufbautraining), Miguel Fernandes (Schlüsselbeinbruch) und Manuel Janzer (muskuläre Probleme). Kapitän Rafael Czichos hat seine Rotsperre aus dem Partie beim VfR Aalen (0:1) verbüßt, auch Saliou Sane darf im Landespokal trotz seiner Gelb-Roten Karte bei Fortuna Köln (0:1) auflaufen. Das erhofft sich auch Rechtsverteidiger Patrick Herrmann, doch die schmerzende Hüfte setzt ein Fragezeichen hinter seinen Einsatz.

Werner schluckt Personalsituation

Kein Wort des Frustes kam Werner, der seine eigene Karriere bereits mit 20 Jahren wegen einer Hüftathrose beenden musste, seit 2013 als Nachwuchs-Coach im Nest der Störche wirkt und schon früher ausgerechnet von Neitzel als exquisiter Fußball-Fachmann geadelt worden war, ob dieser angespannten Personalsituation über die Lippen. Der gelernte Bankkaufmann, der an der Uni Kiel in der Fächerkombination Wirtschaftswissenschaften und Germanistik mit dem Ziel Berufsschullehrer eingeschrieben ist, blieb zumindest in der Außendarstellung mathematisch kühl. Erzählte von dem Auftrag, den er habe. Von der Mannschaft, die sich natürlich mit dem überstrahlenden Thema Neitzel beschäftige. „Die Spieler sind keine Roboter. Aber wir haben eine Aufgabe – und die muss man professionell angehen.“

Ein Scheitern beim Team des Ex-Storches Daniel Jurgeleit besäße negative finanzielle Nachhaltigkeit. Nur der Landespokalsieger streicht die Garantiegage in Höhe von 140000 Euro für den Einzug in die erste DFB-Pokalhauptrunde ein. Nein, am ganz großen Taktik-Rad werde in der Kürze der Zeit nicht gedreht, erklärte Werner. Um selbstbewusst nachzuschieben: „Aber einige Veränderungen wird es sicherlich geben – und dies nicht nur wegen der Personallage.“

Keine Angaben zum Neitzel-Nachfolger

Vom Chefscout Carsten Wehlmann habe er Infos über Weiche bekommen, zusammen mit seinem Assistenten, U19-Coach Hannes Drews, habe er zudem eine intensive Videoanalyse des Kontrahenten betrieben. Am Mittwoch bis in den späten Abend hinein. Wach sein müsse das Team, Präsenz und Mut zeigen bei eigenem Ballbesitz. Standardsätze eines Profis. Und dann bewies Werner sogar Humor: „Am Montag hätte ich euch mehr über den VfR Neumünster erzählen können.“

Auch Ralf Becker schmunzelte. Bei den Nachfragen zur endgültigen Neitzel-Nachfolge indes verging dem KSV-Sportchef das Lachen. Keine detaillierte Profilbeschreibung, keine Namen, kein Signal, das Ende der Suche stünde kurz bevor. Erste dunkle Wolken im kleinen Kieler Rampenlicht?

Und wie sieht’s mit neuen Stürmern bis zum Ende der Transferperiode am 31. August aus? „Die Mannschaft steht in der Pflicht – nicht nur die Stürmer. Wir sind weiter von der Qualität des Kaders überzeugt“, antwortete Becker auf diese Frage.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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16. August 2016, kein Tag wie jeder andere für den Fußball-Drittligisten Holstein Kiel. Nach der für Profiverhältnisse langen Zeit von drei Jahren und 46 Tagen als Cheftrainer muss Karsten Neitzel das Nest der mit vier Punkten in vier Spielen mäßig gestarteten Störche zu einem frühen Saisonzeitpunkt verlassen.

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