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Störche fliegen auf Zickzack-Kurs

Holstein-Jahresbilanz Störche fliegen auf Zickzack-Kurs

Nach der 0:4-Packung gegen Halle fällt das Fazit beim Jahresabschlussfest des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel durchwachsen aus. Der sensationellen Saison 2014/15 folgte ein bisher unerklärbar schweres zweites Halbjahr.

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Kontraste: Während Holstein-Kapitän Maik Kegel frustriert gen Mittellinie stapft, feiern die Halle-Profis das Tor zum 3:0.

Quelle: imago/objectivo

Kiel. Einer der am häufigsten verwendeten Sätze bei der Weihnachtsfeier am Abend danach lautete: „Jetzt im Urlaub die Köpfe frei bekommen.“ Und so machten die meisten der Hauptdarsteller des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel beim traditionellen Jahresabschlussfest gute Miene zur bösen Lage. Ganze drei Punkte Vorsprung haben die Störche nach der herben 0:4-Heimpackung gegen Halle am Freitagabend als Tabellen-15. auf den ersten der drei Abstiegsplätze (VfB Stuttgart II) sowie auf den Vorletzten des Rankings, den SV Werder Bremen II. Dort gastieren die Kieler am 24. Januar zum Auftakt der 17-teiligen Restserie. Ein zumindest spannender Start ins neue Jahr.

 Direkt nach dem Abpfiff am Freitag hatte es mehrheitlich lange Gesichter im Kreis der Störche gegeben. Dabei waren die Kieler unter Flutlicht wie die Feuerwehr in die Partie gestartet, am Ende hatten sie sich ein Chancenplus von 8:5 erarbeitet. Die sportliche Wahrheit indes lag auf Seiten der Hallenser. „Wir haben richtig gut angefangen und hatten gute Chancen, die wir machen müssen. Nach hinten war es dann viel zu einfach, wie wir die Gegentore gefangen haben. Wir dürfen im letzten Spiel des Jahres in der Defensive nicht so zerfallen“, zürnte Innenverteidiger Rafael Czichos. Und der Kaufmännische Geschäftsführer Wolfgang Schwenke ergänzte: „Wenn du bei besten Einschussmöglichkeiten kein Tor machst, wirst du bestraft. Wir müssen nach zehn Minuten mit 2:0 führen. Dann läuft das Spiel ganz anders. Halle hat es uns dann vorgemacht, wie man einfach spielt und Tore macht.“

"Kieler Inkonstanz"

 Hinten kompakt stehen, Ruhe bewahren, auf die mangelnde Kaltschnäuzigkeit der Nordlichter hoffen – und dann eigene Konter fahren. Nach diesem Motto agierten die Gäste. Im Bewusstsein, mit Osayamen Osawe und Sören Bertram zwei Super-Sprinter im eigenen Angriff bedienen zu können. Der Ex-Kieler Selim Aydemir gesellte sich als handlungsschneller Spieler dazu und eröffnete nach Stellungsfehler Patrick Kohlmanns den Torreigen (33.). Osawe (42.) schüttelte per Blitzantritt seine Kontrahenten Czichos und Manuel Hartmann ab und baute die HFC-Führung ohne Mühe aus. Ex-Nationalspieler Marco Engelhardt (62.), unbewacht von dem ihm zugeteilten Manuel Schäffler, zerstörte per Drehschuss zum 3:0 letzte Kieler Hoffnungen. Bertram (73.) besiegelte mit dem 4:0 – erneut nach einem Konter – das jüngste Kapitel der offenkundig unendlichen Zickzack-Geschichte mit dem Titel „Die Kieler Inkonstanz oder die vergebliche Suche nach Stabilität“.

 Beachtliche zehn Punkte hatten die Störche in den fünf Partien zuvor erobert, durften sanft von neuer Höhenluft träumen und mussten jetzt erneut einen beinharten Rückschlag verdauen. „Wir haben fast fehlerfreie erste 30 Minuten geboten. Wenn wir da zwei Tore machen, ist die Sache fast schon gelaufen“, haderte KSV-Cheftrainer Karsten Neitzel später speziell mit der Chancenverwertung, die wie die gesamte Spielanlage einem Statement für die Verpflichtung neuer Offensivkräfte glich. „Wir schauen uns wie in jeder Transferperiode auch in diesem Winter um. Es wäre aber zu einfach, die Lösung der Probleme nur in neuen Stürmern zu suchen. Wir entwickeln auch aus dem zentralen Mittelfeld zu wenig Torgefahr“, so Neitzel, der in Richtung der Holstein-Akteure appellierte: „Jetzt gilt es, sich im Urlaub professionell auszuruhen. Sechs bis sieben Spieler müssen zu besserer Form finden. Fünf bis sechs Punkte mehr auf unserem Konto wären kein Hexenwerk gewesen.“

 Oft wechselndes Personal auf den zentralen Baustellen Innenverteidigung und Angriff, die miserable Heimbilanz (zwei Siege/drei Remis/fünf Niederlagen) und die eklatante Schwäche im Torabschluss – mit 24 Zählern ist die KSV Holstein an Weihnachten 2015 nach 21 Spieltagen exakt so erfolgreich wie in der Saison nach dem Aufstieg 2013/14. Damals wurden im Winter vier nicht eben billige Einkäufe getätigt (Mikkel Vendelbo, Manuel Schäffler, Mika Ääritalo und Kevin Schulze). Der Klassenerhalt allerdings wurde erst am letzten Spieltag mit dem 3:1 in Darmstadt eingetütet ...

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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