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Das Ende der Trägheitsnavigation

Holstein Kiel Das Ende der Trägheitsnavigation

Karsten Neitzel hat im Trainingslager in der Türkei intensiv an der geistigen Frische seiner Profis gearbeitet, bevor für Holstein Kiel am Sonntag das erste Punktspiel im neuen Jahr ansteht. Eine Bestandsaufname.

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Der tägliche Morgenkreis: Trainer Karsten Neitzel (Mitte) hält vor dem Vormittagstraining die erste Ansprache an seine Profis.

Quelle: Uwe Paesler

Manavgat. Mit dem einwöchigen Trainingslager in Manavgat hat Fußball-Drittligist Holstein Kiel die zentrale Komponente seiner Vorbereitung auf die Rückrunde abgeschlossen. Am Dienstag (19.30 Uhr, Klubgelände Projensdorf) steht noch ein letzter Test gegen den Regionalligisten Eintracht Norderstedt an, bevor am Sonntag (14 Uhr) das erste Punktspiel im neuen Jahr bei Werder Bremen II ansteht. Was hat die Reise an die türkische Riviera gebracht, wie können Cheftrainer Karsten Neitzel und sein Team Tabellenplatz 15 in Richtung höhere Regionen verlassen? Eine Bestandsaufnahme.

Die Neuen

Drei Verstärkungen für drei Mannschaftsteile sind an die Förde gekommen. Dabei hat sich Eidur Sigurbjörnsson auf Anhieb für die etatmäßige Viererkette qualifiziert. Der 25-jährige Isländer ist zweikampfstark, stellungssicher und kann das Spiel eröffnen. Willi Evseev und Mathias Fetsch haben gezeigt, dass sie der KSV im zentralen offensiven Mittelfeld bzw. im Angriff helfen können. Allerdings brauchen beide nach langwierigen Verletzungen noch Spielpraxis. „Sie müssen weiter an sich arbeiten“, fordert der Coach.

Hier sehen Sie Bilder vom Trainingslager - Tag 5

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Die Taktik

Neitzel bleibt bei seiner Linie. Ballbesitz, kurze Pässe sowie einfaches und schnelles Spiel bilden die Basis für den Aufbau, der in der Dritten Liga eine ambitionierte Variante darstellt. Überraschende Tempowechsel sowie laufintensives Pressing komplettieren das Gesamtkonzept.

Das sind die Fotos vom vierten Tag im Trainingslager und dem Ausflug nach Antalya.

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Die Gewinner

Neben den drei Neuzugängen ist Dominik Schmidt der „Winner“ des Trainingslagers. „So fehlerfrei hat er es lange nicht hinbekommen. Dominik hat einen richtig guten Job gemacht“, ist Neitzel voll des Lobes über den Ex-Bremer. Der 28-Jährige ist nun Backup Nummer eins für die Innenverteidigung.

Technisch stark und schnell, diszipliniert und aufmerksam, erscheint Steven Lewerenz fast schon als unverzichtbar.

Welches Entwicklungspotenzial in ihm schlummert, deutete Arne Sicker gegen Duisburg an. Für einen 18-Jährigen zeigt der Linksverteidiger ein erstaunliches Spielverständnis und eine hohe Ballsicherheit, gepaart mit Selbstvertrauen.

Und mit Tim Siedschlag, vielleicht in der Form seines Lebens, verfügt die KSV über einen „Box-to-Box-Player“, der zwischen den Strafräumen richtig Dampf macht.

Holstein Kiel, Trainingslager, Tag 3

Holstein-Coach Karsten Neitzel leistet im türkischen Trainingslager weit mehr als die sportliche Vorbereitung auf die Fortsetzung der Rückrunde.

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Die Verlierer

Als Dauerverletzte kann man Evans Nyarko und Manuel Janzer zwar nicht bezeichnen, doch an dieser unschönen Bezeichnung sind die Mittelfeldspieler nah dran. Deren immer wieder auftretende Muskelprobleme, die sie auch in Manavgat zu Rekonvaleszenten machten, nerven nicht nur die beiden selbst. „Wir dosieren die Trainingsbelastung nach bestem Wissen und Gewissen. Irgendwann muss ich aber auch mal Eigenverantwortung einfordern“, machte der Coach deutlich, dass auch sein Verständnis nicht unendlich ist.

Die Fragezeichen

 …beginnen im Tor. Weder Niklas Jakusch noch Robin Zentner konnten bislang die Fußstapfen von Kenneth Kronholm ausfüllen, dem besten Drittliga-Keeper der Vorsaison, der sich im vergangenen August das Kreuzband riss. Die Rückrunde wird zeigen, welches Level auf dieser Position möglich ist.

 In der Hinserie krankte das Kombinationsspiel der Störche oft daran, dass die zur Tempoverschärfung geeigneten Momente nicht von allen Spielern erkannt wurden und aus dieser Trägheitsnavigation heraus Tormöglichkeiten gar nicht erst entstanden. An diesem Problem hat Neitzel intensiv gearbeitet.

 Auf ein anderes Defizit hingegen kann der 48-Jährige kaum Einfluss nehmen: die unzureichende Chancenverwertung. Hier müssen die Angreifer und auch die offensiven Mittelfeldspieler einfach noch zulegen.

Nach dem Training im strömenden Regen tragen Arne Sicker, Finn Wirlmann und René Guder das Trainingsgerät zurück.

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Die Prognose

 Betrachtet man die nominelle und phasenweise auch nachgewiesene Qualität des Kaders, darf Holstein Kiel mit dem Abstiegskampf aber auch gar nichts zu tun haben, sondern gehört in das obere Drittel der Konkurrenz. Die Profis müssen es halt auf den Platz bringen. Die Zuversicht ist in den türkischen Tagen gewachsen. „Wenn alle 90 bis 100 Prozent ihres Leistungsvermögens abrufen, dann werden wir viel erfolgreicher Fußball spielen, als wir das bisher getan haben“, ist sich der neue Kapitän Rafael Czichos sicher.

 So soll es denn sein.

Die Spieler von Holstein Kiel haben das Trainingslager in der Türkei erreicht.

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