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Der Krieger unter den Störchen

Holstein Kiel Der Krieger unter den Störchen

Ob er am Sonnabend (14 Uhr) zum Liga-Auftakt mit einer Furcht einflößenden Spezialmaske im Holsteinstadion aufläuft, will Dominik Schmidt kurzfristig und nach Absprache mit der medizinischen Abteilung des Kieler Fußball-Drittligisten entscheiden.

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Der Störche-Tross für das Drittliga-Spieljahr 2015/16 (hintere Reihe von links).

Quelle: Frank Molter

Kiel. Doch auch ohne dieses Hilfsmittel zum Schutz gegen seine im Test gegen SonderjyskE gebrochene Nase dürfte der Gast von Mainz 05 II zum Saisonauftakt des neuen Spieljahres dem Störche-Neuzugang mit Respekt gegenüber treten. Und dies nicht nur wegen der imposanten Statur des 1,87 Meter großen Innenverteidigers oder dessen in 140 Drittliga-Einsätzen sowie zwölf Erstliga und zwei Champions-League-Partien für Werder Bremen bewiesenen Zweikampfstärke. „Ich versuche, wie ein Krieger zu agieren, meine Teamkollegen zu unterstützen und zu schützen“, sagt Schmidt im Brustton der Überzeugung.

 Er brenne auf seine Punktspielpremiere im Holsteintrikot, schiebt der 28-Jährige nach. Die könnte schon am Sonnabend über die Bühne gehen, wenn sich denn KSV-Cheftrainer Karsten Neitzel für den gebürtigen Berliner entscheidet. Doch die Konkurrenz um die zwei Positionen in der Abwehrzentrale ist mit Denis-Danso Weidlich und Hauke Wahl hochkarätig. Allein die Beantwortung dieser Frage sorgt für knisternde Spannung im Lager der Störche-Anhänger.

 Seine bislang letzte Drittliga-Begegnung bestritt Schmidt am 11. April mit Preußen Münster beim 2:3 gegen Chemnitz. Wie in den Wochen zuvor biss er trotz eines Syndesmosebandanrisses auf die Zähne. „Es war abgesprochen, dass ich so lange durchhalte, bis wir mit Preußen auch theoretisch keine Chance mehr zum Aufstieg hatten.“ Das war eine Woche später nach dem 1:2 in Bielefeld der Fall. Schmidt fehlte wegen Gelbsperre in diesem Derby. Trotzdem musste er sich beim abendlichen Jahrmarktsbesuch von frustierten Fans beschimpfen lassen. Der Vize-Kapitän der westfälischen Adler steckte verbal nicht zurück und stand kurz darauf wegen angeblicher Kritik an eigenen Kollegen öffentlich am Pranger. Via Presse stellte Schmidt in der Folge die Sinnfrage bezüglich seiner Zukunft in Münster. Es folgte die Suspendierung des in den fast drei Jahren zuvor im Preußen-Dress als Dauerbrenner gepriesenen Abwehrrecken. „Da ist Vieles falsch dargestellt worden. Ich hatte eine schöne Zeit in Münster“, sagt Schmidt im Rückblick. Pflegeleichter Profi oder doch Typ Stinkstiefel? Ohne Zögern antwortet Schmidt: „Ich bin einfach ein ehrgeiziger Profi.“

 Einer, der von Neitzel direkt in den fünfköpfigen Mannschaftsrat beordert wurde und der sich freut, in der Nachbarschaft der KSV-Mitstreiter Patrick Herrmann und Marc Heider ein Haus in Mönkeberg als Bleibe für sich und seinen Labrador Marley gefunden zu haben. Seine Freundin soll ab Dezember für zusätzliche Belebung sorgen. Die privaten Weichen in neuer Umgebung sind gestellt. Jetzt soll der berufliche Erfolg in Kiel folgen. „Ein Heimsieg zum Auftakt gegen Mainz wäre immens wichtig für die nächsten Wochen“, wiederholt Schmidt den Kernsatz seines Trainers. In der vergangenen Saison gab’s für die KSV Holstein gegen die drei U23-Teams der Liga drei Unentschieden und zwei Niederlagen. Nur gegen den Bundesliga-Unterbau aus Mainz durften die Störche ein Drei-Punkte-Erlebnis feiern. 1:0 hieß es durch ein Elfmetertor von Rafael Kazior im Holsteinstadion. Am 11. April, Schmidts vorerst letztem Arbeitstag in Liga drei.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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Holstein Kiel beim Halleschen FC
Foto: Die Holstein-Fans haben ihre Mannschaft beim Auftaktspiel gegen den FSV Mainz 05 II überzeugt – nicht umgekehrt.

Karsten Neitzel, Cheftrainer des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel, und sein Team haben die 0:4-Auftaktschlappe gegen Mainz 05 II im Detail analysiert. Die positiven Folgen wollen die Störche am Sonntag (14 Uhr) beim Halleschen FC auf ohne den wichtigen Testlauf im Rahmen des abgesagten SHFV-Lotto-Pokalviertelfinales bei Flensburg 08 auf den Rasen bringen. Und hoffen dabei auf die Unterstützung der Kieler Schlachtenbummler.

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