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Der Schnelle mit der positiven Energie

Holstein Kiel Der Schnelle mit der positiven Energie

Holstein Kiel statt 1. FC Nürnberg, Drittliga-Klassenkampf statt Bundesliga-Aufstiegstraum: Die meisten Fußball-Profis im Alter von 24 Jahren würden angesichts dieser Konstellation von einem Karriereknick sprechen, sich möglicherweise schmollend im Leistungsloch verkriechen.

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Dynamischer Zug zum gegnerischen Tor: Willi Evseev (Mitte, hier gegen den VfL Osnabrück) hat bei Holstein Kiel gut eingeschlagen.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Nicht so Willi Evseev. Der vom Club bis zum Saisonende an die Störche ausgeliehene Mittelfeldspieler strahlt im Vieraugen-Gespräch derart positive Energie aus, dass sich die Frage nach der grundsätzlichen Befindlichkeit fast verbietet. „Ich fühle mich wohl hier, die Jungs sind ziemlich locker und halten zusammen“, versichert der Blondschopf glaubhaft. Am Sonnabend (14 Uhr) hofft Evseev im Heimspiel gegen den VfR Aalen natürlich auf den dritten Holstein-Dreier 2016. „Hätten wir gegen Osnabrück und in Stuttgart gewonnen, hätten wir vielleicht noch einmal nach oben in der Tabelle schauen können. Jetzt müssen wir erst einmal den Rückspiegel im Blick behalten“, sagt der in Kasachstan geborene und im Alter von eineinhalb Jahren nach Deutschland übergesiedelte Techniker mit dem Zug zum gegnerischen Tor. Die gefährdete Tabellenzone so schnell wie möglich verlassen, so laute das primäre Ziel.

Dass er in Kiel so gut eingeschlagen hat, verwundert Andreas Bornemann wenig. „Willi hat bei Hannover 96 und in Wolfsburg seine Qualitäten nachgewiesen. Bei uns hatte er zunächst Verletzungspech und dann eine Armada von Mittelfeldspielern vor sich. Ich habe ihm geraten, bei Holstein in einer höheren Klasse als mit unserer U23 in der Bayern-Liga Spielpraxis zu sammeln“, so der ehemalige Sportliche Leiter der Störche und heutige Sportdirektor des 1. FC Nürnberg. Dort besitzt Fachabiturient Evseev, der von sich selbst behauptet, er lerne durchaus gerne, aber häufig das Falsche, einen gut dotierten Vertrag bis zum 30. Juni 2017. An dem aktuellen Leihgeschäft seien die Franken, so Bornemann, finanziell „ein Stück weit beteiligt“. Eine Ausleihe über das Saisonende hinaus sei indes nicht geplant. Daran aber denkt Evseev, der mit seiner ebenfalls aus Kasachstan stammenden Freundin Irina in Kiels Zentrum in direkter Nachbarschaft zu KSV-Kapitän Rafael Czichos wohnt, zurzeit auch nicht. Eher an seine Muskelbeschwerden im Oberschenkel, die seinen Einsatz am Sonnabend fraglich machen. Und tatsächlich, bei diesem Thema vergeht sogar dem Berufsoptimisten Evseev, der am Donnerstag das Training abbrechen musste, das Lachen.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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