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Die Rückkehr des Kriegers

Holstein Kiel Die Rückkehr des Kriegers

Das Kapitel Preußen Münster war für Dominik Schmidt nach eigenem Empfinden das intensivste seiner Karriere. Drei Jahre lang stand der 29-jährige Innenverteidiger beim westfälischen Fußball-Drittligisten unter Vertrag. 

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Beinhart gegen sich und den Gegner: Dominik Schmidt (vorne li.) im Zweikampf mit dem Wiesbadener Stephane Mvibudulu.

Quelle: imago/Jan Huebner

Kiel. Er bestritt von 2012 bis 2015 176 Punktspiele für die Adlerträger, erlitt in dieser Zeit einen Kreuzbandriss und war stellvertretender Kapitän. Bis er am 18. April 2015 vom damaligen Trainer Ralf Loose suspendiert wurde. Am Sonnabend kehrt Schmidt erstmals im fremden Trikot an seine alte Wirkungsstätte zurück. Mittlerweile ist der Mann, der sich ob seiner schneidigen Zweikampfführung, seines ausgeprägten Siegeswillens und seines geringen Schmerzempfindens schon als „Rasen-Krieger“ beschrieb, Vize-Kapitän des Tabellensechsten Holstein Kiel. Schmidt sagt: „Auch, wenn der Abgang in Münster nicht schön war, verfolge ich noch die Preußen-Spiele. Es ist schon schade, dass die am Tabellenende stehen. Aber wir fahren jetzt dahin, um uns drei Punkte zu holen.“

Ein Umbau braucht Zeit

Öffentliche Kritik an Kollegen und ein Streit mit provozierenden Fans auf einer Kirmes führten in Verbindung mit den geplatzten Aufstiegsträumen im Frühjahr 2015 zu einer chemischen Überreaktion – Schmidt musste fünf Spieltage vor Saisonende gehen. „Wäre der damalige Trainer heute noch da, hätte die Partie für mich eine größere persönliche Brisanz. Oder wenn ich aufgrund dieser Geschichte zu einem Verein hätte wechseln müssen, bei dem ich mich nicht wohl fühlen würde. Doch beides ist nicht der Fall“, so der zweimal für Werder Bremen in der Champions League zum Einsatz gekommene Profi.

In der personellen Neuordnung der Münsteraner auf allen Ebenen sieht Schmidt („Ich kenne noch zwei, drei Spieler und den Zeugwart“) einen Grund für den aktuellen Tiefflug der Adlerträger. „Wenn man eine Mannschaft auf zwölf Positionen umbaut, braucht das Zeit. Und wenn man das komplette Umfeld verändert, ist damit die aktuelle Entwicklung vielleicht ein Stück weit zu erklären“, sagt der gebürtige Berliner.

Eigener Treffer wäre das Optimum

Immun sei er, so Schmidt, gegen positive oder negative Reaktionen seiner ehemaligen Anhänger aus dem Preußen-Block. Ein paar Freunde, so glaubt er, werden ihn im Mannschaftshotel besuchen. Mitglieder der Familie Glindemann, den netten Nachbarn aus seinem ehemaligen Wohnort Roxel, dürften ihm auch wieder auf der Tribüne die Daumen drücken.

Randerscheinungen, die ihn jedoch nicht von der Konzentration auf das Wesentliche ablenken. „Wir wollen in Münster den Punkt von Wiesbaden vergolden“, lautet Schmidt klare Ansage. Dass beim 0:0 am vergangenen Sonnabend einmal mehr der vollständige Lohn trotz bester Chancen mangels Effektivität vor dem gegnerischen Gehäuse ausblieb, hat der beinharte Defensiv-Allrounder abgehakt: „Wir haben gezielt im Training am Torabschluss gearbeitet. Ich bin optimistisch, dass der Knoten jetzt platzt“.

Ein eigener Treffer wäre im Siegfall „natürlich das Optimum“, so Schmidt. Erste Pflicht sei indes die Stabilität in seinem Kerngeschäft. „Wir dominieren durch unsere Spielweise auch auswärts, haben das beste Torverhältnis und die wenigsten Gegentreffer. Das ist die Basis des Erfolges.“Worte, die auch dem 62-jährigen Trainer-Veteran Benno Möhlmann vor dessen Heimpremiere im Auftrag der Preußen gefallen würden.

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