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Die Sache mit dem Knipser

Holstein Kiel Die Sache mit dem Knipser

Ein bisschen ähnelt die aktuelle Situation des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel der der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Frankreich.

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Ballsicher auch in Bedrängnis: Neuzugang Luca Dürholtz (re.) kontrolliert den Ball gegen Janus Drachmann von SonderjyskE. Von offeniven Mittelfeldspielern wie Dürholtz soll künftig mehr Torgefahr ausgehen als in der zurückliegenden Saison.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Die Mischung im Kader zwischen Jung und Alt stimmt, technisch überdurchschnittlich begabten Spielern stehen echte Kämpfernaturen zur Seite. Die Spielidee, die Strategie scheint klug gewählt. Und dennoch offenbarte das achtbare 1:1 am Freitagabend gegen den dänischen Vizemeister SonderjyskE zwei mögliche Problemfelder.

Harder zeigte gute Ansätze

Wie der Formation von Bundestrainer Jogi Löw mangelt es dem Aufgebot von Störche-Chefcoach Karsten Neitzel (noch) an Alternativen im Sturmzentrum. Daran ändern auch die 25 Treffer in den bisher vier Testspielen zur Halbzeit der Saisonvorbereitung wenig. Beim 4:1-Erfolg beim SH-Ligisten Heider SV mangelte es den Störchen ebenso an Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse wie zuletzt in Projensdorf trotz guter Möglichkeiten gegen den Europa-League-Qualifikanten SonderjyskE.

Der im Winter aus Dresden verpflichtete Mathias Fetsch gilt an der Förde als Hoffnungsträger beim angestrebten Höhenflug. Auch der Ex-Dortmunder Tammo Harder zeigte am Freitag gute Ansätze. Steven Lewerenz war in der vergangenen Serie elfmal erfolgreich. Saliou Sane konnte seine persönliche Flaute bislang nicht entscheidend abstellen.

Die "Akte Altintas"

Dahinter tummeln sich offensive Mittelfeldspieler wie Dominick Drexler, Luca Dürholtz und Alexander Bieler, die aus dem Kreativzentrum heraus für mehr Gefahr sorgen sollen. Doch sind die Genannten verlässliche Größen, wenn es darum geht, die gehobene Spielkultur mit „einfachen“ Toren zu veredeln? Gegen die Dänen musste ein Eigentor von Pierre Kanstrup zur Kieler Führung herhalten.

Verteilen sich die Erfolgserlebnisse der Störche – wie erhofft – tatsächlich auf mehrere Schultern, ist die KSV Holstein für die Konkurrenz schwer ausrechenbar. Allerdings stehen die Gegner in der Dritten Liga gegen die Nordlichter erfahrungsgemäß zumeist sehr tief. Dagegen ausschließlich auf die spielerische Qualität der KSV-Akteure zu setzen, birgt zumindest Risiken. Am Wochenende kam das Gerücht auf, Holstein sei an einer Ausleihe des 20-jährigen Batuhan Altintas vom Hamburger SV interessiert. Der 1,90 Meter große Türke, der als Nicht-EU-Ausländer nicht für die U23 der Rothosen auflaufen darf, war im vergangenen Sommer für eine Ausbildungsentschädigung in von 400000 Euro von Bursaspor in den Volkspark gelotst worden, konnte sich beim Bundesligisten aber bislang noch nicht durchsetzen. Immerhin, beim 7:1-Sieg des HSV am Freitag beim ETSV Weiche Flensburg trug er sich in die Torschützenliste ein.

„Aktuell gibt es kein konkretes Interesse“, sagt Holstein-Sportchef Ralf Becker zur „Akte Altintas“. Zwar werde die KSV den Markt weiter intensiv beobachten, grundsätzlich aber sei er von der Qualität des Kaders überzeugt. Die Personalplanungen seien abgeschlossen, so Becker.

Dies gelte auch mit Blick auf die Quantität des Aufgebots. Für die Partie gegen SonderjyskE standen Neitzel von den zurzeit 20 Feldspielern nur 17 gesunde zur Verfügung. „Bei Punktspielen können auch immer nur zehn gleichzeitig auflaufen“, so Becker. Der Vorteil des im Vergleich zur Vorsaison verschlankten Kaders: Die Zahl der wegen Nicht-Berücksichtigung Unzufriedenen dürfte sich zum Wohle des Teamgeistes in überschaubaren Grenzen halten.

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