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Die trügerische „12“

Holstein Kiel Die trügerische „12“

Die Stunde der Statistiker schlägt: Die sich aus dem Zahlenwerk ergebende Positivmeldung für den Fußball-Drittligisten Holstein Kiel: Noch nie seit Gründung des DFB-Premiumproduktes 2008 zählte ein nach 25 Spieltagen auf Platz zwölf rangierender Klub am Ende zu den drei Absteigern in die Regionalliga.

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Tag der ausgelassenen Chancen: Beim 0:1 gegen Osnabrück brachten die Holstein-Profis (hier Patrick Herrmann/Vordergrund liegend) die Kugel einfach nicht über die Linie. Für Sportchef Uwe Stöver eine Eintagsfliege und kein Grund zur Panik.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Wenn’s denn nur so einfach wäre. Selbst die aktuell 30 das Störche-Konto zierenden Punkte bewertet Uwe Stöver, Geschäftsführer Sport bei Holstein, beim Blick auf die Gegnerschaft nicht als zwischenzeitliches Ruhekissen. Tatsächlich liegen magere sieben Zähler zwischen Platz sieben (Halle) und dem 18. des Klassements, Hansa Rostock (26 Punkte). „Das Tabellenbild in der Ersten und Zweiten Liga ist klarer, gerade in den unteren Regionen“, sagt Stöver und verweist auf die aus der Ausgeglichenheit der Dritten Liga resultierenden Unberechenbarkeit: „Erfurt schlägt den Spitzenreiter Dresden, Mainz II gewinnt beim Aufstiegskandidaten Großaspach. Es lohnt nicht, Prognosen abzugeben.“

Als Beispiel für diese These dient auch der kommende Gastgeber der Störche (Freitag, 19 Uhr), die Stuttgarter Kickers. Die Schwaben schienen nach 15 sieglosen Partien in Serie schon abgeschlagen – und haben nach zuletzt zwei „Dreiern“ am Stück sowie nur noch fünf Punkten Rückstand auf die KSV Holstein „wieder Blut geleckt“, so Stöver. Es gelte auch mit Blick auf Unwägbarkeiten wie mögliches Verletzungspech von Leistungsträgern höchste Konzentration bis zum Saisonfinale am 14. Mai.

Für den Freitagabend neu justieren

Stöver hat in der vergangenen Serie in seiner Funktion als Sportdirektor beim Zweitligisten FSV Frankfurt die Nervenbelastung eines Express-Fahrstuhls am eigenen Leib verspürt: „Zwölf Punkte Vorsprung betrug der Vorsprung nach dem 26. Spieltag auf den Relegationsrang 16. Und am Ende musste bis zum Abpfiff der letzten Partie gezittert werden.“ Auch deshalb mag der 49-Jährige sich nicht von einzelnen Ergebnissen blenden lassen. Zwei Erfolge in Serie seien noch keine endgültige Rettung, zwei Niederlagen in Folge kein Grund zur Endzeitstimmung: „Bis auf Bayern München haben alle Mannschaften der ersten drei deutschen Profiligen Phasen, in denen der Erfolg ausbleibt. Ich versuche, mich von derartigen Fieberkurven nicht leiten zu lassen. Entweder bin ich von einer Richtung überzeugt oder nicht.“

Selbst die ob der Realität auf dem Rasen mit dem deutlichen Chancenplus für die Störche fast paradoxe 0:1-Heimniederlage gegen Osnabrück bringt den gebürtigen Westfalen nicht aus der Fassung: „Ein praktisches Beispiel für den Satz: Solche Spiele, in denen der Ball nicht über die Linie rollen will, gab es und wird es immer wieder geben. Zuvor hatten wir zwei Spiele mit acht Toren. Wichtig ist, dass die Leistung der Mannschaft gestimmt hat.“

Abhaken und sich für den Freitagabend neu justieren, so lautet das Credo Stövers vor dem Gang ins modernisierte Gazi-Stadion. Im Gepäck der Störche liegen die von Zuversicht zeugenden Worte Stövers: „Ich bin von der Qualität unserer Mannschaft überzeugt.“ Die Kickers hingegen schielen 13 Spieltage vor dem Saison-Kehraus auf ein anderes Zahlenwerk aus der Drittliga-Historie. Erst einmal (2011/12) musste mit Werder Bremen II, RW Oberhausen und Carl Zeiss Jena jenes Trio komplett in den sauren Abstiegs-Apfel beißen, das schon nach dem 25. Spieltag die letzten drei Ränge belegte.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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