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Holstein Kiel Was für eine Saison

Die Fans der Kieler Störche werden die abgelaufene Saison, die emotional nichts zu wünschen übrig ließ und als riesiger Erfolg in die KSV-Geschichtsbücher eingeht, so schnell nicht vergessen.

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Je länger die Saison dauerte, desto größer wurde der Zuspruch der Störche-Fans für die Holstein-Profis. Nach dem Ausgleichstor in Bielefeld drohten die Anhänger schier auszurasten vor Freude.

Quelle: Jörg Lühn

Kiel. Zunächst angetreten, um die 45 Punkte aus dem zittrigen Vorjahr zu toppen, zierten am 38. Spieltag sage und schreibe 67 Zähler und der dritte Tabellenplatz die eindrucksvolle Kieler Statistik. Dabei hatte es gar nicht so verheißungsvoll begonnen. Ein Rückblick auf Kieler Schlüssel-Szenen.

13. September 2015, 9. Spieltag: Nach nur zwei Siegen in den ersten acht Begegnungen steht Holstein beim VfL Osnabrück unter einem immensen Druck. Die Störche halten diesem nicht stand. Beim ersten Auswärtserfolg in Dresden hatte die Neitzel-Elf vor 26000 Zuschauern eine klasse Moral bewiesen. Doch beim VfL gehen der Faden und die Partie mit 1:2 verloren – spätestens jetzt schrillen die Alarmsirenen. Auf Rang 15 tänzelt Holstein mit einem mageren Pünktchen Vorsprung auf der Rasierklinge der Abstiegsränge herum. Exakt das Szenario, das man nach der holprigen Vorsaison unbedingt hatte vermeiden wollen. Wer den Kielern an diesem Nachmittag eine nun folgende Serie von 27 Partien mit nur einer Niederlage vorhergesagt hätte, wäre vermutlich – zu Recht – im hohen Bogen aus der Holstein-Kabine geflogen. Heute wissen wir, dass derjenige Recht behalten hätte.

1. November 2015, 16. Spieltag: Hoher Besuch im Holsteinstadion: Mit Arminia Bielefeld gibt der Top-Favorit auf die sofortige Zweitliga-Rückkehr und aktuelle Tabellenführer seine Visitenkarte am Westring ab. Der Holsteiner Respekt ist zwar groß. Doch die seit mittlerweile sechs Begegnungen ungeschlagenen und im Tabellenmittelfeld gut situierten Störche lassen sich von ihren prominenten Widersachern nicht den Schneid abkaufen. Im Gegenteil: Mit seinem goldenen Siegtreffer zum 1:0 lässt Marc Heider (36.) die Kieler Fans erstmals davon träumen, dass Störche gegebenenfalls in noch höhere Sphären abheben können. Drei Wochen später ereilt auch das zweite Spitzenteam, den MSV Duisburg, das 0:1-Schicksal im Holsteinstadion.

13. Dezember, 21. Spieltag: Nach dem 1:1 in Unterhaching hat Holstein endgültig Lunte gerochen und sitzt mit nunmehr 30 Punkten den Spitzenteams auf Rang acht im Nacken. Mit einem Heimsieg gegen Borussia Dortmund II soll sich die Kieler Erfolgsserie jetzt auch endlich in einem besseren Tabellenplatz widerspiegeln. Doch gegen den flinken Tabellen-18. läuft bei den Störchen an diesem Nachmittag nichts zusammen, und die stolze Serie erhält beim 0:2 einen empfindlichen Kratzer.

20. Dezember, 22. Spieltag: Die Reaktion auf den Fauxpas gegen den BVB II lässt nicht lange auf sich warten und steht stellvertretend für die mannschaftliche Geschlossenheit der KSV. Anstatt sich beim stark angezählten FC Hansa Rostock im Unterdeck zu verstecken, versetzt Holstein der schlingernden Kogge beim 4:0-Auswärtstriumph einen herben Schuss vor den Bug.

7. Februar, 24. Spieltag: Der Jahresauftakt ist mit dem 1:1 gegen den VfB Stuttgart II verhalten für Holstein verlaufen. Anschließend warten die Störche jedoch mit zehn Siegen in den kommenden 13 Partien auf. Den Auftakt macht an diesem Tag ein 2:0-Erfolg bei Energie Cottbus. Und plötzlich ist auch dem letzten Fan klar: In dieser Saison geht noch was.

27. Februar, 27. Spieltag: Der tabellarische Durchbruch gelingt. Ein überzeugender 4:1-Heimsieg im Flutlicht-Spitzenspiel gegen RW Erfurt beschert Holstein erstmals den Sprung in die Aufstiegsränge.

19. April, 33. Spieltag: Ganz Fußball-Kiel fiebert mit. Wer hätte das gedacht: Sechs Spieltage vor dem Saisonende stecken die Störche mittendrin im Aufstiegsrennen. Die Frage vor dem Schlagerspiel beim Halleschen FC: Sind die Kieler mittlerweile so gefestigt, auch in der Endphase einer Saison Topleistungen abzurufen und kühle Köpfe zu bewahren? Die Antwort ist eindeutig. Sie sind es. Nach einem 0:2-Rückstand entführt Holstein beim 2:2 noch einen Punkt beim HFC und sendet ein eindeutiges Signal an die Konkurrenz: Mit uns ist zu rechnen.

2. Mai, 35. Spieltag: Knapp 25000 Zuschauer wollen auf der Bielefelder Alm den vorzeitigen Aufstieg der Arminia feiern – und machen dabei ihre Rechnung ohne Holstein. Nach früher Führung und 1:2-Rückstand gelingt den Störchen auch diesmal das Comeback, das mit dem späten 2:2-Ausgleichstreffer belohnt wird. Durch den Duisburger Heimsieg gegen Münster verliert Holstein jedoch Rang zwei an den MSV.

16. Mai, 37. Spieltag: Ausnahmezustand beim MSV Duisburg: Wieder ein volles Stadion (30000 Zuschauer), wieder will die Heimmannschaft den Aufstieg perfekt machen, und wieder heißt der Gegner Holstein Kiel. Doch diesmal können die Störche nichts ausrichten. Trotz früher Führung verliert die KSV innerhalb weniger Minuten den Zugriff auf die Partie und geht mit 1:3 als Verlierer vom Platz. Duisburg hingegen explodiert vor Freude und feiert die Zweitliga-Rückkehr. Aber auch Holstein geht nicht mit leeren Händen. Nach dem 0:0 der Kickers gegen Erfurt ist der KSV Rang drei nicht mehr zu nehmen. Die Störche gehen also in die Verlängerung und verdienen sich den süßen Bonus Relegationsspiele gegen den TSV 1860 München.

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