20 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Entspannter Ritt auf der Rasierklinge

Holstein Kiel Entspannter Ritt auf der Rasierklinge

Holsteins nächster Gegner Preußen Münster muss sparen, will aber dennoch „geilen Fußball“ bieten. Am Sonnabend um 14 Uhr sind die Westfalen im Holsteinstadion zu Gast. Da der Zug in Richtung Aufstieg wohl abgefahren ist, kann Preußen locker aufspielen.

Voriger Artikel
1400 Euro Geldstrafe für Holstein Kiel
Nächster Artikel
Cottbus hofft auf Wollitz-Wunder

Hiergeblieben: Trotz aller Bremsversuche, wie hier von Manuel Schäffler (re.) gegen Chris Philipps, verlor Holstein Kiel das Hinspiel in Münster mit 0:2.

Quelle: imago/osnapix

Münster/Kiel. Die Dritte Liga gilt unter deutschen Fußball-Wettern als ultimative Herausforderung: Jeder kann jeden schlagen, verlässliche und somit lukrative Vorhersagen sind kaum möglich. Als Paradebeispiel für diese Unberechenbarkeit gilt Preußen Münster, seit Jahren immer wieder aufs Neue als Aufstiegs-Mitfavorit gehandelt. Die Westfalen kommen am Sonnabend (14 Uhr) entspannt zum Auswärtsspiel gegen die KSV Holstein nach Kiel, denn der Zug in Richtung Zweite Liga fährt wieder einmal ohne den Traditionsklub ab.

 Zwar hat der Tabellensiebte mit sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz bei noch fünf ausstehenden Spielen rechnerisch noch Chancen, doch von solchen Mutmaßungen will Horst Steffen nichts wissen. „Ich glaube nicht, dass die vor uns stehenden Mannschaften noch dermaßen schwächeln werden, dass wir oben rankommen können“, erläuterte der Preußen-Trainer gegenüber dieser Zeitung. „Wir verspüren keinen Druck, wollen uns aber bestmöglich verkaufen und alle restlichen Saisonspiele gewinnen.“

 Eine mutige Zielsetzung des 47-Jährigen, der an Heiligabend vergangenen Jahres Ralf Loose als Chefcoach ablöste und mit seiner aktuellen Bilanz (15 Punkte aus zwölf Spielen, vier Siege, drei Remis, fünf Niederlagen) nicht zufrieden ist. „Das ist Durchschnitt, ich hatte mir mehr erhofft. In der kommenden Saison will ich das Niveau hochschrauben“, ergänzte der Ex-Profi. Auch diese Ankündigung klingt ambitioniert, muss doch der SC Preußen seinen nächsten Kader-Etat um eine halbe Million auf 3,2 Millionen Euro senken. Durch die notwendige Tilgung von Verbindlichkeiten (noch rund 420000 Euro) dürfte es wohl Auflagen durch den DFB geben.

 Der Kader 2016/17 wird umgekrempelt und auf 24 Profis begrenzt. Sportchef Carsten Gockel nennt die Planungen einen „Ritt auf der Rasierklinge“. 14 Verträge laufen aus, Abdenour Amachaibou, Marcel Reichwein, Marc Heitmeier und Kevin Schöneberg erhalten kein neues Angebot, der ausgeliehene Niklas Lomb kehrt zu seinem Stammklub Bayer Leverkusen zurück. Mittelfeldspieler Philipp Hoffmann verlängerte um zwei Jahre, Angreifer Tobias Rühle (25) von der SG Sonnenhof Großaspach unterschrieb bis 2018. Die Mittelfeldspieler Michele Rizzi (Sonnenhof) und Sandrino Braun (Stuttgarter Kickers) sollen im Anflug sein. Weitere Personalien werden demnächst entschieden, wobei auch dem eigenen Nachwuchs notgedrungen verstärkt vertraut wird.

 Steffen, der am vergangenen Sonnabend beim 3:0 (höchster Saisonsieg) über Energie Cottbus 100 Tage bei Preußen im Amt war, bleibt gelassen: „Der Etat bei meinem vorherigen Klub Stuttgarter Kickers war deutlich niedriger. Wir werden eine gute Mannschaft zusammenstellen. Eine Prognose für die nächste Saison gebe ich allerdings nicht ab, der Aufstieg ist in dieser Liga ohnehin nicht planbar. Aber wir werden geilen Fußball bieten.“ Die Fähigkeiten dazu attestiert der gebürtige Krefelder übrigens der KSV Holstein in exponiertem Ausmaß. „Die Kieler haben nach Dynamo Dresden die zweitstärkste Besetzung, sind besser aufgestellt als in der vergangenen Saison. Dass Tabellenplätze nicht dem wahren Leistungsvermögen entsprechen, kann immer passieren“, sagte Steffen, vergaß aber nicht den Zusatzvermerk: „Wir sind auch gut.“ Das kann ja am Sonnabend nur ein geiles Fußballspiel werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vergleiche alle Wettquoten für Spiele von Hannover 96 bei SmartBets.
Mehr zum Artikel
Holstein gegen Preußen
Foto: Trotz Zweikampfhärte konnte Holsteins Tim Siedschlag (oben) gegen die Preußen von Marcel Reichwein nicht gewinnen.

Fußball-Drittligist Holstein Kiel übt sich in der Eichhörnchen-Taktik. Das 0:0 gegen Preußen Münster war das dritte Remis in Folge bei insgesamt fünf Spielen ohne Niederlage in Serie. Der Klassenerhalt rückt für die am Sonnabend über weite Strecken dominanten Störche bei nunmehr 43 Zählern immer näher.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Holstein Kiel 2/3