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Fliegt zum Aufstieg, Störche!

Holstein Kiel Fliegt zum Aufstieg, Störche!

2. Juni 2015, der Tag der Superlative im Kieler Fußball: Am Dienstagabend (20.30 Uhr/BR und NDR) kämpft der Noch-Drittligist von der Förde nach 34-jähriger Abstinenz um den Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Im Relegations-Rückspiel beim TSV 1860 München in der Allianz Arena vor der größten Kulisse in der Vereinsgeschichte der KSV Holstein.

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Kenneth Kronholm in der Allianz Arena: Hier gelang Holsteins Torhüter 2013 mit Elversberg bei der zweiten Mannschaft der Löwen der Drittliga-Aufstieg.

Quelle: Patrick Nawe

Kiel. Vor einem Millionenpublikum an den Fernsehschirmen. Eine ganze Stadt, eine ganze Region drückt den Störchen die Daumen. Und so ganz nebenbei es locken künftige Derbys gegen den FCSt. Pauli und den HSV!

Pünktlich um 16.15 Uhr landete am Montag der Holstein-Tross auf dem Franz-Josef-Strauß-Flughafen vor den Toren der Isar-Metropole. Danach bestiegen Kapitän Rafael Kazior und Co. den bereits am Vortag abgefahrenen Mannschafts-Bus. Das erste Ziel der Nordlichter im gewohnten Gefährt hieß Allianz Arena. Hier hatte Störche-Cheftrainer Karsten Neitzel einen atmosphärischen Schnupperkurs des in seinen Dimensionen so fremden Terrain terminiert.

Für Torwart Kenneth Kronholm indes war es die Rückkehr an die Stätte des bislang größten Erfolges seiner Karriere. Schon am 2. Juni 2013 war der 29-Jährige durch die berühmte Klappe geschritten, die sich auf Bodenhöhe öffnet, um die Spieler aus dem Innenleben des Stadions in die Arena zu entlassen. Anlässlich des Rückspiels der Drittliga-Playoffs im Trikot der SV Elversberg. „Der Anblick der riesigen Schüssel ist schon geil. Doch es hatte in den Tagen zuvor aus Kübeln geschüttet. Der Rasen war nicht bespielbar“, erinnert sich Kronholm. Die Partie bei 1860 München II musste kurzfristig abgesagt werden und wurde zwei Tage später nachgeholt. Mit dem guten Ende für die Saarländer, die nach einem 3:2-Hinspielerfolg in der 84. Minute alle Träume des Löwen-Nachwuchses mit dem Treffer zum 1:1-Endstand platzen ließen.

Bei Nullnummer wartet die Verlängerung

Damals kamen 15000 Zuschauer, heute Abend dürfte das Vierfache die Tribünen füllen. „Das 0:0 aus dem Hinspiel in Kiel ist ein gutes Ergebnis. Wenn wir jetzt in München ein Tor machen, dann können wir es tatsächlich packen“, so Kronholms Rechnung. Es gilt die Europacup-Regel, wonach Auswärtstreffer bei Torgleichheit doppelt zählen. Jedes Remis mit Toren ließe die Kieler in einen Jubelrausch verfallen – und ein Auswärtstriumph ohnehin. Bei einer erneuten Nullnummer wartet nach 90 Minuten die Verlängerung, ohne weitere Treffer folgt danach ein Elfmeterschießen. Gewinnen die Münchner allerdings, hätten sie ihren Klassenerhalt besiegelt.

 Neitzel glaubt nicht, dass sich die Störche von der speziellen Situation in der Arena beeindrucken lassen. Schon beim Last-Minute-Ausgleich in Bielefeld (25000 Zuschauer) habe Holstein über weite Strecken das Spiel dominiert. Und intensiver als beim 1:3 in Duisburg (31000 Zuschauer) werde die Stimmung in München auch nicht sein. „Wir sollten nicht dabei mithelfen, dass die Arena zu einem Tollhaus wird“, so Neitzel. Es brauche aber eine außergewöhnliche Leistung, um Außergewöhnliches zu erreichen.

 Bei dieser Mission vertraut der 47-Jährige auf die Strategie des Hinspiels und den identischen Kader. Defensiv-Allzweckwaffe Manuel Hartmann ist als Nummer 19 des Kaders ebenfalls mit von der Partie. Offensiv-Option Saliou Sane hingegen muss wegen einer schmerzhaften Mittelfußprellung passen. Heute um 12.30 Uhr geht’s in der Nähe des rund 15 Autominuten vom Ort der Träume entfernt gelegenen Hotels zwecks kurzer Erwärmung aufs Grün. Danach wird zu Mittag gegessen, einer kurzen Ruhephase folgt die Abschlussbesprechung mit Video-Aufzeichnungen. Nach der „Mutter aller Aufstiegsschlachten“ chauffiert der Bus – unabhängig vom Ergebnis – die Störche gen Heimat. Mögliche Ankunft ist zwischen 10.30 Uhr und 11.30 Uhr. Um18 Uhr folgt bei „Citti“ eine Autogrammstunde.. „Dann rollen wir halt nachts durch Deutschland. Und hoffen, dass wir laut Musik hören können“, sagte Neitzel am Montag. Fußball-Kiel ruft den KSV-Profis fast atemlos vor Spannung zu: Lasst es krachen!

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Foto: Die Sechziger bauen beim Showdown vor allem auf die beeindruckende Kulisse in der Allianz Arena, wo rund 60000 Zuschauer erwartet werden.

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