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Frust im XXL-Format

Holstein Kiel Frust im XXL-Format

Sie hätten als strahlender Sieger, als neuer Tabellenzweiter den Rasen verlassen können, stattdessen rauschte der Mannschaftsbus des Drittligisten Holstein Kiel mit einer über alle Maßen ärgerlichen 0:1 (0:0)-Niederlage und einer XXL-Portion Frust im Gepäck aus dem Magdeburger Regen gen Heimat.

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Ohne Torjäger geht es nicht

Bei den Störchen ist die Luft raus und der Frust groß.

Quelle: imago

Magdeburg.  Der 1. FCM feierte derweil ausgiebig den vierten „Dreier“ in Folge, gesichert durch den späten Treffer von Torjäger Christian Beck (85.) – und bestätigte damit eine uralte Fußball-Weisheit.

Wer Tormöglichkeiten im Übermaß auslässt, der wird nicht selten hart abgestraft! 8:3 lautete das Chancenplus aus Sicht der Störche nach der ersten Halbzeit mit einer für ein Auswärtsteam erstaunlichen Bilanz von 6:0 Ecken. Da konnte der stimmgewaltige Magdeburger Anhang unter den insgesamt 15149 Zuschauern singen, so viel er wollte:  Kreativität und Selbstbewusstsein im Aufbauspiel, die Disziplin im Spiel gegen den Ball, die Laufstärke, die Aggressivität im Zweikampf  - der Auftritt der Kieler versetzte auch die härtesten FCM-Fans in Erstaunen.

Dennoch schlitterte das KSV-Trainerduo Markus Anfang/Tom Cichon nur knapp an diversen Zerrungen vorbei. So oft verrenkten sich ihre Körper am Seitenrand ob des Entsetzens bei den verpassten „Riesen“ vor dem Magdeburger Gehäuse. An der Wahl des sich in Galaform präsentierenden Dominick Drexler zum „Man of the Match“ hätte es keine Zweifel gegeben, wäre der Ex-Aalener im Abschluss (21., 31., 33., 44.) nur einen Tick abgeklärter gewesen. So indes avancierte Drexler, die an diesem Sonnabend personifizierte Kieler Inspiration, beinahe zum tragischen Helden.

Mit den Worten, „das war heute Ballbesitzfußball gegen Balleroberungsfußball“, beschrieb der Magdeburger Coach Jens Härtel das unterhaltsame und intensive Geschehen, in dem seine Mannschaft sich erst in Durchgang zwei und einer tiefer als anfangs postierten Grundformation in die Nähe der leistungsmäßigen Augenhöhe kämpfte. Härtel war zudem Realist genug für eine nachvollziehbare Erkenntnis: „Unsere Mannschaft hat eine gute Qualität. Aber um ganz oben in der Tabelle mitmischen zu können, müssen Ostern und Weihnachten zusammen fallen.“

Tabellenplätze berechnen sich allerdings auch in dieser derart ausgeglichenen Liga ausschließlich nach Ergebnissen. Für Anfang (sieben Punkte aus fünf Partien) ist der ungenügende Rang elf derzeit (noch) kein Problem. „Wir haben bei Amtsantritt gesagt, unser Ziel ist es, Spiele zu dominieren. Das ist uns auch heute gelungen. Der eingeschlagene Weg ist richtig, wir lassen uns nicht davon abbringen. Wir werden uns schon noch entsprechend belohnen. Wir müssen natürlich an der Effektivität arbeiten“, sagte der 42-Jährige nach einem Arbeitstag der besonderen Art.

Doch am Ende gewann doch der Fußballer in Anfang die Oberhand über den sachlichen, um Ruhe und Geduld bemühten Analytiker Anfang: „Diese Niederlage ist extrem ärgerlich. Wenn du so ein Ding wie heute verlierst, denkst du, du bist im falschen Film.“ Aus der Vergangenheit bekannte Sätze, die einem alten Ruf neue Lautstärke verleiht: Holstein braucht zum Erreichen der postulierten Saisonziele einen Knipser! Einen wie beispielsweise Christian Beck, der nur anderthalb Chancen für das goldene Tor benötigt.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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"Stürmer gewinnen Spiele, die Defensive holt Titel." Eine sattsam bekannte Fußball-Weisheit, die für die Dritte Liga aber nur eingeschränkt gilt. Der Blick in die vergangenen drei Spielzeiten beweist: Ohne den nach dem jüngsten 0:1 in Magdeburg auch für Holstein Kiel vehement geforderten Torjäger geht es nicht.

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