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Generalprobe als Muster ohne Wert

Holstein Kiel Generalprobe als Muster ohne Wert

Am Sonnabend (14 Uhr) wird für den Fußball-Drittligisten Holstein Kiel die Generalprobe für den Saisonstart angepfiffen. Doch das Achtelfinale des SHFV-Lotto-Pokalwettbewerbs 2015/16 beim Kreisligisten TSV Stockelsdorf ist mit Blick auf das mit Spannung erwartete Heimspiel gegen Mainz 05 II am kommenden Sonnabend alles andere als ein Muster von großem sportlichen Wert.

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Störche im Pokal-Final-Pech: Bei dieser Last-Minute-Chance von Tim Siedschlag (li.) beim Stand von 0:1 soll Lübecks Moritz Marheineke den Ball mit der Hand abgeblockt haben. Der Elfmeterpfiff blieb aus, Holstein verpasste auf der Lohmühle die Verlängerung.

Quelle: imago sportfotodienst

Kiel. Neben den verletzten oder im Aufbau befindlichen Kenneth Kronholm, Milad Salem, Saliou Sane, Evans Nyarko und Fabian Arndt wird voraussichtlich auch Spielmacher Maik Kegel noch einmal wegen muskulärer Probleme aussetzen. Zur Startformation hingegen könnte Innenverteidiger Dominik Schmidt zählen, der nach Nasenbeinbruck mit Spezialmaske aufläuft. Wichtiger indes als der ungleiche Wettkampf zwischen dem Siebtligisten und den Profis aus Kiel war auch am Freitag noch der Nachklapp der chaotischen Zwischenfälle beim Landespokal-Endspiel am Mittwoch in Lübeck.

 Noch zu nächtlicher Stunde am Mittwoch und auch am Donnerstag hatte Holsteins Sportlicher Leiter Ralf Heskamp Gespräche mit der Polizei und dem Verband bezüglich sicherheitsrelavanter Fragen des heutigen Austragungsortes geführt. Nur vier Kilometer trennen das ATSV-Stadion an der Jahnstraße und die Lohmühle. Dort hatten beim Finale zwischen dem VfB und der KSV Holstein Krawallmacher mit dem Abbrennen von Pyrotechnik und offen dokumentierter Gewaltbereitschaft für einen massiven Poilzeieinsatz gesorgt. Acht Beamte, so Hans-Ludwig Meyer, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV), hätten dabei schwere Rauchvergiftungen erlitten.

 Die Furcht vor neuen Ausschreitungen am Sonnabend in Stockelsdorf teilen die Sicherheitsorgane inklusive des Landesinformationsystems Sport (LIS) nicht. „Am Donnerstag habe ich die Nachricht erhalten, das Spiel werde stattfinden“, so Heskamp, der aus seiner Amtszeit in Osnabrück „besonders sensibilisiert ist“. Am 10. September 2011 hatte ein Preußen-Münster-Ultra im Derby beim VfL mit dem Wurf eines Sprengkörpers 33 Menschen in der Osnatel-Arena teilweise schwer verletzt. Der überführte Täter wurde zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe von 47000 Euro verurteilt. „Da hätte es Tote geben können“, erinnert sich Heskamp.

 Meyer, der am Freitag im Rahmen einer SHFV-Präsidiumssitzung den Mittwochabend „analysieren und sachlich aufarbeiten“ wollte, sprach weiter von „einem schweren Schlag gegen den Sport“. Besonders übel stößt dem obersten Fußball-Funktionär des Landes die Interpretation der Vorfälle seitens des VfB („uangebrachte Dramatisierung“) auf. „Da wird versucht, etwas herunterzuspielen.“ Der Pokalfinal-Standort Lübeck müsse kritisch hinterfragt werden, der VfB mit einer vierstelligen Geldstrafe rechen. Auch Länderspiel-Verbote, so Meyer, seien für die Zukunft nicht auszuschließen.

 Auch die Politik ist mit ihrer Geduld offenkundig am Ende, fordert wie die Polizei-Gewerkschaft Konsequenzen. Innenminister Stefan Studt kündigte gegenüber den „Lübecker Nachrichten“ Spitzengespräche mit Polizei und Fußball-Verband an.

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