25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Gute „B-Note“ reicht nicht

Holstein Kiel Gute „B-Note“ reicht nicht

Im Fußballtraining gibt es die Spielform, zwei Mannschaften ohne Tore gegeneinander antreten zu lassen. Gäbe es für diese Kombinationsübung einen Wettbewerb, stünden die Drittliga-Profis von Holstein Kiel mit Sicherheit auf einem Aufstiegsplatz.

Voriger Artikel
Ein Punkt gegen den Abstieg
Nächster Artikel
Arne Sicker sichert sich Profivertrag

Und wieder kein Treffer: Holsteins Angreifer Mathias Fetsch kommt vor dem Stuttgarter Tor frei zum Schuss, scheitert aber am guten Kickers-Torhüter Rouven Sattelmaier (li.).

Quelle: imago

Stuttgart/Kiel. Die Zuversicht, dass aus der stabil hohen „B-Note“ in Kürze auch wieder Treffer resultieren, überwog nach dem 0:0 am Freitagabend bei den Stuttgarter Kickers den Frust, in einem guten Spiel mit guten Chancen das Runde wieder nicht ins Eckige bekommen zu haben.

Das gestörte Verhältnis von Aufwand und Ertrag war beim Auftritt im Ländle noch krasser als vor Wochenfrist beim 0:1 gegen den VfL Osnabrück. Eine großartige erste Halbzeit der KSV führte zu einem Chancenverhältnis von 8:1, das die Partie früh hätte entscheiden müssen. Dass dies nicht geschah, betrachtete Trainer Karsten Neitzel am Tag danach differenziert bis vorsichtig optimistisch. Sein Frust darüber, dass „in den beiden vergangenen Spielen sechs Punkte möglich waren“, hielt sich in Grenzen. Die Milde war der Tatsache geschuldet, dass die Spieler ihren Coach positiv überrascht hatten. „Das hatte ich ihnen nicht zugetraut“, kommentierte der 48-Jährige die imposante Vorstellung seiner Mannschaft im ersten Durchgang.

"Persönlich sehr unzufrieden"

In der Tat: Wie die Störche aus einer sicheren Abwehr heraus ihr offensives, schnelles und technisch anspruchsvolles Kombinationsspiel aufziehen, das ist in der dritten Spielklasse Spitzenniveau. Um so rätselhafter bleiben die eklatanten Schwankungen in der Chancenverwertung. Was nach der Winterpause bei den Siegen gegen Chemnitz und Köln mit acht Toren bestens gelang, mutierte gegen Osnabrück und die Kickers zu einem grotesken Unvermögen, für das niemand eine Erklärung anbieten kann. „Ein Patentrezept, wie man aus fünf Metern das Tor trifft, habe ich auch nicht“, befand Neitzel.

Mathias Fetsch verkörperte am Freitagabend die Diskrepanz zwischen spielerischer Klasse und fehlendem Abschluss. Der Winter-Neuzugang von Dynamo Dresden brachte sich mit cleverem Lauf- und Stellungsspiel immer wieder in gute Postionen vor dem Tor, doch von seinen fünf großen Möglichkeiten konnte er keine nutzen. „Was soll ich dazu sagen? Ich persönlich bin natürlich sehr unzufrieden“, sagte der 27-jährige Angreifer direkt nach dem Spiel, richtete den Blick aber sogleich nach vorn. „Im Endeffekt sind wir mit dem einen Punkt noch froh darüber, dass es nicht so gelaufen ist wie gegen Osnabrück. Für mich wäre es schlimmer gewesen, wenn es gar keine Chancen gegeben hätte. Aber wir hatten sie, und deswegen müssen einfach weiter arbeiten, bis der Knoten platzt.“

Im Vertrauen in Holsteins fußballerische Potenz erging sich Uwe Stöver gar in sanftem Sarkasmus. „Wenn man das Positive sieht, dann haben wir in der letzten Minute kein Gegentor kassiert, zu null gespielt, und die Anzahl der Torchancen war sogar noch eine Steigerung zum Spiel gegen Osnabrück“, befand der Geschäftsführer Sport mit leicht nach oben gezogenen Mundwinkeln. Mit der Torausbeute könne man natürlich nicht zufrieden sein, ergänzte er, nicht mehr schmunzelnd. Auch Coach Neitzel wurmt, bei aller Wertschätzung für seine Männer, dass „wir 36 Punkte haben müssten, dann hätten wir mit den unteren Tabellenregionen nichts mehr zu tun“. So bleibt nur Stövers Fazit, dem nichts mehr hinzuzufügen ist: „Wir müssen Tore schießen, wenn wir gewinnen wollen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vergleiche alle Wettquoten für Spiele von Hannover 96 bei SmartBets.
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Ex-Holstein-Trainer Vollmann
Foto: Routine am Ball: Peter Vollmann ist mit seinen 58 Jahren zweitältester Coach der aktuellen Drittliga-Trainerriege.

Er steht noch heute für eine der merkwürdigsten Trainerentlassungen Holstein Kiels: Peter Vollmann musste im Dezember 2008 nach 82 Spielen seinen Stuhl für Falko Götz räumen – nach einem 3:1-Erfolg beim VfB Lübeck und der Viertliga-Herbstmeisterschaft. Am Sonnabend kehrt Vollmann zurück.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Holstein Kiel 2/3