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Vorbereitung auf den Punktspielstart

Holstein Kiel Vorbereitung auf den Punktspielstart

Die Vorbereitung auf den Punktspielstart am 25./26. Juli läuft beim Fußball-Drittligisten Holstein Kiel auf vollen Touren. Das Personalpuzzle der Störche ist fast beendet, das Saisonziel offiziell formuliert: einstelliger Tabellenplatz! Eine realistische Einschätzung oder kalkuliertes Understatement der von der Konkurrenz hoch gehandelten Nordlichter?

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Trainingsauftakt beim Fußball-Drittligisten Holstein Kiel: Patrick Herrmann (Mitte) im Dreikampf mit den neuen Kollegen Rafael Czichos (li.) und Manuel Janzer.

Quelle: Frank Molter

Kiel. Schließlich weiß die Restrepublik spätestens seit dem Relegations-Drama von München am 2. Juni, zu welchen Leistungen das Fußball-Flaggschiff von der Förde fähig ist. Der Teufel indes steckt wie im richtigen Leben im Detail. Und in einer Liga, in der sportliche Überraschungen traditionell zur Normalität zählen, allemal. „Saisonprognosen sind eigentlich Blödsinn und höchstens für die Fans und die Presse interessant“, sagt Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel. Als Beleg nimmt der 47-Jährige die eigene Zielstellung des Vorjahres. 45 Zähler plus X lautete im Sommer 2014 die Vorgabe. Angelehnt an das Resultat des Ergebnisses des gerade zurück liegenden Spieljahres, als die Störche mit eben jener Punktzahl erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt eingetütet hatten.

 Zwölf Monate später notierte die Statistik 67 Punkte auf dem Konto der Kieler. 58 davon wurden erst nach dem neunten Spieltag erkämpft. Im Ranking der letzten 29 Partien stand Holstein vor den finalen Zweitliga-Aufsteigern Duisburg und Bielefeld auf Platz eins. Doch selbst die Erfolgsserien historischen Ausmaßes (13 Auswärtsspiele in Folge ungeschlagen/Drittligarekord; 15 Partien in Serie ohne Niederlage; sieben Siege am Stück; 18 Begegnungen ohne Gegentor; beste Deckung der Liga) führten letztlich nicht zu dem plötzlich zum Greifen nahen Erfolg.

 Auch der Blick auf die seit der Gründung der eingleisigen Dritten Liga 2008/2009 knapp den Aufstieg verpassenden Teams verspricht alles andere als eine Erfolgsgarantie in der folgenden Serie (siehe Info-Kasten). Lediglich Eintracht Braunschweig (Platz vier 2009/10) gelang ein Jahr später der Sprung ins Bundesliga-Unterhaus. Den krassesten Absturz erlebte der SV Wehen Wiesbaden (2010/11: Vierter; 2011/12: 16.).

 Ein guter Start in das 38-teilige Stahlbad Dritte Liga wäre den Störchen bei ihrer Mission sicher hilfreich. Die Voraussetzungen dazu scheinen geschaffen. Die Qualität des aktuellen Kaders ist nach den Vorleistungen der neu verpflichteten Profis zweifellos besser als zuletzt, sorgt für große Zuversicht an der Förde. Oberste Prämisse ist, die von der Gegnerschaft so gefürchteten Komponenten Teamgeist und Siegeswillen trotz des erheblich verschärften Konkurrenzkampfes in gleicher Intensität auf das Feld zu bringen.

 Zudem gilt es, im Jahr eins nach dem Wechsel des Leit-Storches und auch abseits des Feldes große Verantwortung tragenden „Capitanos“ Rafael Kazior zu Werder Bremen II eine neue Hierarchie zu entwickeln. Neitzel spricht mit Blick auf die „größte Spielerfluktuation“ in seiner Kieler Amtszeit von Chancen und Risiken. Sämtliche Positionen sind für Drittliga-Verhältnisse gut bis sehr gut doppelt besetzt. Bis auf den Spezialisten für den linken Flügel, Manuel Janzer (zuletzt Heidenheim), zeichnet alle Neuzugänge taktische Flexibilität aus. Ein Fakt, der Neitzel noch größere strategische Optionen als bislang eröffnet.

 In vorderster Front nimmt der lange verletze Saliou Sane fast den Status eines Neuzugangs ein. Zusammen mit der technisch so beschlagenen Duisburger Leihgabe Fabian Schnellhardt und Janzer macht der Ex-Paderborner intern Jagd auf die letztjährigen Platzhirsche Manuel Schäffler und Marc Heider. Dank der Vertragsunterschriften der Defensiv-Routiniers Dominik Schmidt (Preußen Münster) und Denis-Danso Weidlich (Hansa Rostock) scheint zudem die Gefahr der Wiederholung eines anderen Phänomens des Vorjahres minimiert. In den drei Top-Auswärtsspielen in Bielefeld (2:2), Duisburg (1:3) und vor fast 60000 Zuschauern bei 1860 München (1:2) kassierten die Störche nach jeweils eigener 1:0-Führung mindestens zwei Gegentore binnen maximal zwölf Minuten. Ein Indiz für (noch) mangelnde Reife?

 Einstelliger Tabellenplatz! Diese Zielstellung beinhaltet die Ränge eins bis neun. „Darum kämpfen auch jetzt wieder sechs bis sieben Mannschaften. Vielleicht ist die Konkurrenz sogar noch enger als im Vorjahr“, mutmaßt Neitzel. Eindeutige Top-Kandidaten auf Titel- und Aufstiegsehren zeichnen sich zum jetzigen Zeitpunkt auch wegen der noch nicht abgeschlossenen Transferperiode noch nicht ab. Auch deshalb ist in der Saison 2015/16 erneut Hochspannung garantiert.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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