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Er tankt Kraft fürs Comeback

Storch Kenny Kronholm Er tankt Kraft fürs Comeback

Kenneth Kronholm, der Torwart der KSV Holstein, arbeitet seit dem 19. August an seiner Genesung. Ein Kreuzbandriss hat ihn zu einer monatelangen Pause gezwungen. Doch "Kenny" gibt nicht auf.

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Kraft tanken fürs Comeback: Kenneth Kronholm arbeitet hart mit Fitnesstrainer Timm Sörensen.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Nein, sagt Kenneth Kronholm, er wisse nicht, was Weihnachten zu Hause auf den Tisch kommt. Früher sei das klar gewesen, ganz traditionell, Würstchen mit Kartoffelsalat. Doch heute, wo er so selten bei der Familie in Heidelberg sei, gebe es schon etwas Besonderes.

 Der Festschmaus als symbolische Stärkung des Torwarts der KSV Holstein, der bis zum späten Abend des 2. Juni in München in diesem Jahr auf der Sonnenseite des Fußballlebens stand. Und plötzlich die Schattenseite des Profidaseins in extremer Form erlebte.

 Es war der 19. August, als Kronholm mit schmerzverzerrtem Gesicht das Nachmittagstraining bei den Störchen abbrechen musste. Gerade hatte der 30-Jährige einen Kapselriss und eine Bänderüberdehnung auskuriert. Nun spielte das linke Knie wieder einen Streich. Riss des vorderen Kreuzbandes – so lautete die niederschmetternde Diagnose, die den Torwart nach eigenen Worten kurzzeitig aus der Bahn warf. Ironie des Schicksals: Die Verletzung handelte sich der Mann mit den für einen Fußballer eher dünnen Beinen bei einem Zweikampf mit Marlon Krause ein. Jenem Kollegen, den nur wenige Tage später selbst ein Kreuzbandriss zur monatelangen Zwangspause verurteilte.

 112 Pflicht- und vier Relegationsspiele hatte der Keeper in den drei Jahren zuvor ohne Pause für Elversberg und die Kieler Störche bestritten. War in der vergangenen Saison zum besten Torwart der Dritten Liga gewählt worden. Jetzt erinnert sich Kronholm an eine andere Zahl. „25. August“, beantwortet er die Frage nach seinem OP-Termin wie aus der Pistole geschossen: „So einen Termin vergisst man nie.“

 Auch die Schmerzen in den folgenden Wochen sind ihm noch unliebsam in Erinnerung. „Drei bis vier Wochen ging’s mir echt besch… Schlafen konnte ich nur morgens zwischen fünf und sieben Uhr. Auto fahren ging auch nicht. Trotz der Automatik in meinem Wagen.“ Moralischen Aufbau leisteten in dieser Phase speziell die beiden Kieler Kreuzband-Leidensgenossen Milad Salem und Marlon Krause: „Die haben mir super geholfen. Und auch jetzt in der Reha sind wir eine nette Dreiergruppe. Das ist das kleine Positive im großen Negativen. Nach den beiden habe ich auch Geräte in unserem Kraftraum benannt.“

 Holstein-Fitnesstrainer Timm Sörensen bescheinigt Kronholm, sehr gut im Aufbau-Zeitplan zu liegen. Der aber meint: „Es liegt noch ein langer und harter Weg vor mir.“ Auf einen Termin für sein Comeback mag er sich nicht festlegen. „Vielleicht im April, vielleicht im Mai. Vielleicht aber auch erst in der nächsten Saison.“ Dann weiter im Trikot der Störche. Denn direkt nach der OP haben Kronholm und der Klub sich auf eine Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2018 verständigt. „Der Verein ist auf mich zugekommen. Das war ein schönes Signal. Wir haben uns schnell geeinigt“, so der 1,89 Meter große Torhüter.

 Andere vertreiben sich die lange Warteschleife bis zur Rückkehr auf den Rasen mit DVD-Konsum. Kronholm auch, nur eine hat er sich noch nicht angesehen und wird das nach eigener Aussage auch nicht mehr: die Aufzeichnung des Zweitliga-Relegations-Dramas von München gegen 1860 am 2. Juni. „Noch heute ist das so unfassbar. Dass ausgerechnet der Kai Bülow das entscheidende Tor zum 2:1 gegen uns macht. Mit dem habe ich zu gemeinsamen Zeiten bei Hansa Rostock immer Extra-Schichten geschoben“, erzählt Kronholm. Damit ist für ihn das Thema Relegation aber auch schon beendet. Außer einer Ergänzung: „Dieses Erlebnis zu korrigieren, für den Verein, für diese Stadt, das ist unser Ziel und meine ganz spezielle Motivation.“

 Der Abstecher in die Heimat nach Heidelberg und das angekündigte Festessen könnten helfen, dass Kenneth Kronholm noch schneller wieder auf die Beine kommt. Fußball-Kiel wünscht frohe Weihnachten und guten Appetit.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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