16 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Löwen-Jagd schon im Training

Holstein Kiel Löwen-Jagd schon im Training

Die wichtigste Personalie gab’s am Mittwochabend bei der Pressekonferenz von Holstein Kiel vor den Aufstiegs-Playoffs gegen 1860 München gleich vorweg. Mikkel Vendelbo, der das Training nach einem Schlag auf den Knöchel hatte abbrechen müssen, „ist einsatzfähig“, erklärte Cheftrainer Karsten Neitzel.

Voriger Artikel
Insider-Infos von Ex-Storch Hoffmann
Nächster Artikel
Pizzabäcker mit Fußballerherz

Im Fokus des medialen Interesses: Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel musste Mittwochabend bei der Abschluss-Pressekonferenz vor dem Aufstiegs-Playoffs viele Frage beantworten.

Quelle: Matthias Hermann

Kiel. Mikkel Vendelbo könnte also am Freitag (20.30 Uhr/live beim NDR) im ausverkauften Holsteinstadion auflaufen.

Trotz der Entwarnung bewertete Neitzel vor der zweitligareifen Medienkulisse von sechs Kamerateams und vier Radiosendern diesen Trainingsvorfall als Symbol für das „Feuer, das in der Mannschaft zurzeit brennt. Die sind aufeinander los gegangen wie die Löwen. Da musste man schon bremsend eingreifen“. Natürlich seien die Münchner als Zweitligist Favorit, sagte der 47-Jährige und verwies auf die Bilanz der Bayern in den jüngsten drei Begegnungen des Bundesliga-Unterhauses: Zwei Siegen gegen den FSV Frankfurt und den 1.FC Nürnberg stand lediglich die finale Niederlage beim Bundesliga-Aspiranten Karlsruher SC gegenüber. „Ich hatte schon zu Saisonbeginn damit gerechnet, dass 1860 in die Relegation geht. Aber in die andere Richtung. Doch wenn wir alle Dinge vernünftig auf den Platz bringen“, so die wohl formulierte Ergänzung Neitzels, „dann haben wir eine relle Chance“.

 Die Tatsache, dass in bislang sechs Relegations-Duellen fünf Mal der Drittligist die Oberhand behielt, zeige, „dass du als Drittligist nicht chancenlos bist“. Maik Kegel, Kopf der Kieler Kreativabteilung, meinte zu diesem Phänomen, dessen positive Konsequenzen er 2011 mit Dynamo Dresden selbst erlebte: „Das würde ich sofort unterschreiben. Aber es bleibt dabei: Entscheidend ist auf’m Platz.“

 Dort will Neitzel die Störche mit einer kontrollierten Offensive ins Rennen schicken. Wie schon in der ersten DFB-Pokalrunde am 18. August, als die KSV Holstein den Münchnern nach zwischenzeitlicher 1:0-Führung durch Tim Siedschlag am Ende mit 1:2 unterlegen waren. „Wir waren damals 60 Minuten die bessere Mannschaft. So verkehrt kann unsere Herangehensweise nicht gewesen sein. Wir werden jedenfalls nicht blind drauf rennen.“

 Im Sommer des vergangenen Jahres saß Störche-Kapitän Rafael Kazior nur auf der Bank, kam Kegel lediglich zu einem Kurzeinsatz. Beide Akteure zählen morgen zur Kategorie Leistungsträger. „Daran man unseren Entwicklungsprozess. Wir haben uns in Nuancen stabilisiert“, meinte Neitzel mit dem Blick zurück. Ansonsten aber leuchteten die Augen des gebürtigen Dresdners ausschließlich vor Vorfreude. Die Tür zur Dritten Liga sei mit dem 0:2 gegen die Stuttgarter Kickers im letzten Saisonspiel geschlossen. Jetzt gelte alle Konzentration dem vorbei fahrenden Zweitligazug, „auf den wir mit allen Mitteln versuchen werden aufzuspringen. Die Relegation ist für uns das absolute Highlight“.

 Eines, das selbst bei dem sonst so bedachten Neitzel Gefühlswallungen der besonderen Art hervorrufen: „Manchmal träumt man, dass der Schiedsrichter das Rückspiel in München am Dienstagabend abpfeift und man die Arme hochreißen darf. Diese Vorstellung ist schon schön.“ Und wenn nicht? Wenn trotz der konstant guten Leistungen der große Wurf, auf den Fußball-Kiel seit 34 Jahren wartet, misslingt?

Neitzels Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: „Die Saison wird nie enttäuschend enden. Es darf uns doch niemals negativ ausgelegt werden, dass uns der große Schritt auf Platz drei gelungen ist. Vor Mannschaften wie Dresden, Münster, den Stuttgarter Kickers oder Chemnitz. Schon für das Erreichen des dritten Platzes hätten wir auf den Rathaus-Balkon gehen können.“

 Ob der ansonsten für die Jubelfeiern der THW-Handballer reservierte Ort in diesem Jahr auch für den Störche-Optimalfall vorgesehen ist, blieb aus verständlichen Gründen geheime Kommandosache. Für Neitzel ist dagegen die nächste Super-Party schon programmiert: Freitagabend im Holsteinstadion vor 8600 Kieler Zuschauern und 1400 Löwen-Schlachtenbummlern. „Die Atmosphäre im Holsteinstadion ist speziell. Das ist nicht Lachs und Champagner. Das ist Bratwurst und Bier. Und das finde ich charmant. Wir werden versuchen, die Bude zum Toben zu bringen.“ Eine Ankündigung, die wie Musik in den Ohren der Holstein-Fans klingen dürfte.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

Vergleiche alle Wettquoten für Spiele von Hannover 96 bei SmartBets.