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Neue Hoffnungsträger, altes Leid

Holstein Kiel Neue Hoffnungsträger, altes Leid

Trotz Enttäuschung und Verärgerung: Mit „Arbeit, Arbeit, Arbeit“ will Holstein Kiel aus dem Abstiegssumpf der Dritten Liga kommen. Laut Uwe Stöver, Geschäftsführer Sport bei den Störchen, stellt sich die Trainerfrage dabei nicht.

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Sportchef Uwe Stöver will von einem Ultimatum an den Trainer nichts wissen.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Ratlosigkeit? Schwindendes Vertrauen in die eigenen Qualitäten? Gar ein Anflug von Depression? Einige Indizien in den Aussagen der Protagonisten des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel ließen nach der 1:2-Schlappe bei Werder Bremen II am Sonntagnachmittag auf derartige Zustandsbeschreibungen schließen. Uwe Stöver, Geschäftsführer Sport der Störche, die 16 Spiele vor Saisonende im Abstiegskampf stecken, hielt am Tag danach mit einem Machtwort dagegen: „Natürlich gibt es nach einer derartigen Niederlage Enttäuschung und Verärgerung. Aber es hilft jetzt überhaupt nicht, Trübsal zu blasen.“ Sprach’s und stellte das bekannte Motto „Arbeit, Arbeit, Arbeit“ oben auf die Agenda.

 Stichwort Abwehrsystem. Bei den Toren zur Bremer 2:0-Führung offenbarten sich die Risiken der von Cheftrainer Karsten Neitzel verordneten Manndeckung überaus deutlich. Beim 0:1 ließ sich Holstein-„Sechser“ Tim Siedschlag im Duell vom Torschützen Julian von Haacke narren. Beim 0:2 sprintete Fabian Schnellhardt seinem Kontrahenten Thore Jacobsen hinterher. Beide Male hatten die Werder-Youngster die KSV-Außenverteidiger Patrick Herrmann und Patrick Kohlmann in die Mitte des Feldes gezogen und die verwaisten Flügel für ihre Zwecke genutzt – auch dank der Mithilfe des Schiedsrichters Florian Heft, der Bremer Foulspiele ignorierte. Warum aber kein Kollege die bedrohliche Situation erkannte und Siedschlag oder Schnellhardt zur Hilfe eilte, blieb das Geheimnis der Kieler an diesem tristen Tag.

Gelegenheit zur Kurskorrektur

 Stichwort Chancenverwertung. Neues Jahr, neue Hoffnungsträger, altes Leid – im Weserstadion verschenkten die Kieler einmal mehr vier Hochkaräter. „Man muss im Training die Dinge wiederholen, Dinge auch neu angehen und sich stets neu justieren“, lautet Stövers Rezept gegen die anhaltende Abschlussschwäche. „Für unsere Spielweise wäre es wichtig, in Führung zu gehen. Nach Rückständen verlieren wir noch zu schnell Ruhe und Ordnung.“

 Die nächste Gelegenheit zur Kurskorrektur bietet sich am Sonnabend in heimischer Umgebung gegen den Chemnitzer FC. Die Zahlen dienen nicht zwangsläufig als Mutmacher. Den Störchen gelangen bislang erst zwei Siege bei zehn Versuchen – letzter Platz in der Heimtabelle mit lediglich neun Punkten! Zwei Zähler beträgt der Vorsprung auf den ersten der drei Abstiegsränge, drei trennen den Tabellen-16. aber auch nur von Platz zehn.

 Detaillierte sportmedizinische Untersuchungen nicht nur im Trainingslager, ausgeklügelte Video-Schulungen, wohl dosierte Trainingseinheiten, drei Transfers zwecks Qualitätsaufbesserung in allen Mannschaftsteilen, mit Stöver ein Vakuum in der sportlichen Leitung gefüllt, dazu viele aufbauende Worte – die Holstein-Verantwortlichen haben vor dem Start in die 17-teilige Restserie fast alle Register gezogen. Heraus kam zum Auftakt 2016 die bereits zehnte Saisonniederlage. In anderen Klubs wäre damit eine flammende Diskussion um die Position des Cheftrainers endgültig entfacht, stünde das Chemnitz-Spiel als Ultimatum für Neitzel zur Debatte. Nicht so bei der KSV Holstein. „Das ist bei uns überhaupt kein Thema“, stellte Stöver unmissverständlich klar.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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