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Niederlage gegen Hansa Rostock

Holstein Kiel Niederlage gegen Hansa Rostock

Herber Rückschlag für den Fußball-Drittligisten Holstein Kiel. Mit 0:1 (0:1) verloren die enttäuschenden Störche am Dienstagabend bei Hansa Rostock. Wegen der Niederlage der Kategorie „Überflüssig wie ein Kropf“ nehmen die diesmal zahnlosen Störche wieder Kontakt zu den bösen Abstiegsgeistern auf.

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Marcel Ziemer ( re.) und Eiður Aron Sigurbjörnsson im Kampf um den Ball.

Quelle: imago sportfoto

Rostock. Derweil befreiten sich die Hanseaten mit ihrem zweiten Dreier in Folge vorerst von den allergrößten Existenzängsten. Zugleich zerstörten sie mit biedersten, aber letztlich erfolgreichen Mitteln den Nimbus der Kieler Unbesiegbarkeit in Ostsee-Duellen – ein Triumph des größeren Willens, der Leidenschaft.

Dabei hatte der Abend aus Holstein-Sicht durchaus moderat begonnen. Zwar waren trotz empfindlicher Kälte immerhin 10000 Zuschauer ins Ostseestadion gepilgert. Doch von überbordender Euphorie, von einem Hexenkessel war anfangs wenig zu spüren. Selbst die einst imposant intonierte Vereinshymne mutierte zum wenig Furcht einflößenden Choral. Die rund 300 Schlachtenbummler aus Kiel waren deutlich zu hören. Auch die folgenden Darbietungen der Gastgeber ließen nicht die Funken vom holprigen braun-grünen Untergrund namens Rasen auf die Ränge überspringen. Die spielerisch limitierten Blau-Weißen zogen sich nach fünfminütigem Anfangselan tief in die eigene Hälfte zurück, beschränkten sich auf sporadische Konter im eigenen Stadion. Holstein kontrollierte das Geschehen, hatte mehr Ballbesitz und ein optisches Übergewicht. Zudem stimmte die Balance zwischen Risiko vermeidenden Hoch-Weit-Schlägen und schnellen, im Rahmen der realen Platzbedingungen möglichen Ballstafetten.

Keine ernsthafte Gefahr

Als Aktivposten der Kieler Offensivbemühungen entpuppte sich dabei der in die Anfangself gerückte Dominik Schmidt. Allerdings blieb der Störche-Angriff in letzter Instanz mangels finaler Durchsetzungskraft und Präzision stumpf. Bis auf einen Abseitstreffer von Manuel Schäffler (23.), der für Marc Heider begann, brachten die Angriffs-Attacken keine echte Gefahr. Die Partie plätscherte dahin, als urplötzlich Eidur Sigurbjörnsson nach einem langen Ball in die Kieler Hälfte gegen den bulligen Hansa-Torjäger Marcel Ziemer (36.) zu spät kam. Dessen Schuss aus vollem Lauf flog noch am KSV-Gehäuse vorbei. Und war doch zugleich eine Initialzündung für nun mutigere Rostocker. Holstein wankte kurzzeitig – und fiel. Rafael Czichos, Patrick Kohlmann und Patrick Herrmann, im Normalfall die defensiven Kieler Zuverlässigkeiten in Person, patzten gleich im Dreierpack. Der bis dahin nur durch seine teils überharte Zweikampfführung aufgefallene Dennis Erdmann (41.) rauschte heran und drosch die Kugel aus 14 Metern zur Rostocker 1:0-Halbzeitführung in die Maschen.

Nun kam Bewegung in den Lautstärkepegel. Und zugleich in die Aktionen der physisch einen Tick stärkeren Hanseaten, die in Halbzeit zwei noch verbissener als zuvor jeden Zentimeter des Spielfeldes beackerten und ihrer Zerstörungslust gegen Kieler Spielkultur zumeist mit fairen Mitteln frönten. Und in den entscheidenden Momenten schlichtweg spritziger agierten als die zu kompliziert zu Werke gehenden Störche. Außer bei Schmidts Kopfball (76.) nach Freistoß Tim Siedschlags kam die Hansa-Abwehr nicht ernsthaft in Bedrängnis. Auch deshalb, weil die Kieler im Bereich des Rostocker Strafraums – wie schon zuletzt beim 1:0-Erfolg gegen Aalen – keine zweiten Bälle gewannen.

"Ein durchschnittliches Spiel"

Stattdessen nahmen Härte und Gebolze zu gleichen Teilen zu. Insgesamt sechs Gelbe Karten sorgten für Farbe im Spiel und zusätzlichen Frust für Kiel. Denn wegen der fünften Verwarnung ist Schmidt für das Heimspiel gegen Energie Cottbus am Sonnabend gesperrt. „Das war ein durchschnittliches Spiel von uns“, meinte Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel nach dem Schlusspfiff. „Wir haben die Platzverhältnisse angenommen und nach hinten gut gearbeitet. Wir haben es aber nicht geschafft, uns im Rostocker Strafraum entscheidend durchzusetzen und uns Chancen zu erarbeiten. Jetzt müssen wir schnell regenerieren, um am Sonnabend im wichtigen Heimspiel gegen Cottbus zu punkten.“

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