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Noch ein Coup – warum nicht?

Holstein Kiel Noch ein Coup – warum nicht?

Bloß keine falsche Bescheidenheit. „Natürlich trauen wir uns zu, so eine Topleistung wie damals erneut abzurufen“, sagt Sandro Schwarz. Damals, das war der 25. Juli 2015, der erste Spieltag der dritten Fußball-Liga mit der Partie Holstein Kiel gegen den FSV Mainz 05 II, Endstand 0:4.

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Holstein Kiel trifft auf den 1. FSV Mainz.

Mainz/Kiel. Sandro Schwarz, das war und ist der Trainer des Mainzer Bundesliga-Unterbaus, der am Sonnabend (14 Uhr) zur Neuauflage der denkwürdigen Begegnung ins Holstein-Stadion kommt. Die Mainzer U23 war seinerzeit nach ihrem Kieler Coup zum ersten und einzigen Mal Tabellenführer und schloss die Saison am Ende statistisch exakt genauso wie die KSV mit 48 Punkten, jeweils zwölf Siegen und Remis sowie 14 Niederlagen auf Rang zwölf ab – zwei Plätze vor den Holstein-Profis, die mit ihrer finalen 0:3-Heimniederlage gegen Erfurt noch mal für reichlich Unmut an der Förde gesorgt hatten. Doch das ist Geschichte. Aktuell rangieren die Störche auf Position neun, während die Rheinland-Pfälzer nach einem klassischen Fehlstart mit fünf Niederlagen auf Abstiegsplatz 19 stehen.

Kein Grund für Schwarz, als Underdog in Kiel anzutreten. „Natürlich müssen wir nach unseren schlechten Resultaten an ein paar Stellschrauben drehen und sind am Sonnabend nicht Favorit, sondern Herausforderer. Nach dem Umbruch mit zwölf Ab- und 14 Zugängen sind wir in einem Entwicklungsprozess, der für U23-Mannschaften völlig normal ist“, erläutert der 37-Jährige mit der Erfahrung aus 146 Zweitliga-Spielen für Mainz 05, Rot-Weiß Essen und SV Wehen Wiesbaden. „Aber wir können jederzeit einen starken Auftritt hinlegen.“ Unberechenbarkeit ist ohnehin die Spezialität von Nachwuchsteams im Profibereich, von denen in Liga drei aber nur noch die Youngster von Mainz und Werder Bremen übrig geblieben sind.

Das Potenzial seiner Mannschaft sieht der gebürtige Mainzer Schwarz auch durch den Ausfall eines echten und eines vermeintlichen Hoffnungsträgers nicht gemindert. Der 22-jährige Kapitän Daniel Bohl erlitt beim 1:2 in Bremen einen Außenbandriss im Knie und fällt für drei Monate aus. „Er hat zwar im zentralen Mittelfeld eine tragende Rolle gespielt, aber die Jungs werden sein Fehlen auf dem Platz schon kompensieren“, so Schwarz, der ein anderes Kapitel endgültig abgeschlossen hat. Neuzugang Maximilian Beister (26), der sich schon zu seiner Bundesliga-Zeit beim Hamburger SV den Ruf als schwieriger Charakter mit Hang zu Selbstüberschätzung redlich verdient hatte, wird trotz seines Vertrages bis Juni 2018 „bei uns keine Rolle mehr spielen“, wie Schwarz betonte. Klingt nach jener konsequenten Haltung, die der Coach auch von seinen Spielern auf dem Platz erwartet.

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