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Patrick Herrmann bleibt bis 2017

Holstein Kiel Patrick Herrmann bleibt bis 2017

Patrick Herrmann verpasste bislang keine einzige der 1890 möglichen Spielminuten der laufenden Drittligasaison. Dank seiner regelmäßigen Einsätze hat sich der Vertrag des 27-jährigen Rechtsverteidigers automatisch um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2017 verlängert.

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Patrick Herrmann verlängert seinen Vertrag bei Holstein Kiel bis 2017.

Quelle: Uwe Paesler/ Archiv

Kiel. Passend zum strahlend blauen Winterhimmel über der Förde verkündete Fußball-Drittligist Holstein Kiel am Donnerstagnachmittag die Vertragsverlängerung seines Publikumslieblings: Rechtsverteidiger Patrick Herrmann bleibt den Störchen auch in der kommenden Saison treu. Das Engagement, das sich über die erfüllte Einsatzzeiten-Option automatisch bis zum 30. Juni 2017 ausdehnte, gilt sowohl für die Dritte als auch Zweite Liga.

„Kein großer Akt, ein paar Glückwünsche, das war’s“, berichtet Herrmann, der seine berufliche Zukunft ohne Berater selbst regelt, in der von ihm bekannten Zurückhaltung. Seit dem 1. Juli 2011 trägt der 27-Jährige das KSV-Trikot, fehlte in diesen viereinhalb Jahren in lediglich sieben Punktspielen, sah trotz seiner rustikalen Gangart weder eine Gelb-Rote noch eine Rote Karte. Die Störche-Fans preisen den beinharten Kahlkopf beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung im Holsteinstadion lautstark als „Fußball-Gott“. Selbst Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hatte sich zum Relegations-Drama von München ein Trikot seines persönlichen Favoriten mit der Rückennummer 19 besorgt. „Natürlich macht mich das stolz“, sagt der gebürtige Niedersachse Herrmann, der mit Frau und seinen beiden Mädchen (knapp drei Jahre und zwei Monate) in Mönkeberg wohnt: „Ich fühle mich wohl in der Stadt und im Verein. Dass sich das so positiv im Beruf widerspiegelt, ist wirklich schön.“

Uwe Stöver, Geschäftsführer Sport bei den Störchen, verleiht dem mannschaftsinternen Tischtennis- und Poker-Ass Herrmann ein zusätzliches Gütesiegel: „Ein Spieler, der dauerhaft mindestens 80 Prozent, zumeist aber deutlich mehr seines Leistungspotenzials auf den Platz bringt. Das ist ein echtes Prädikat.“

Das Pendant zu Herrmann (drei Erstliga-Einsätze für Hannover 96) hört ebenfalls auf den Vornamen Patrick, sein Nachname indes lautet Kohlmann. Der am 25. Februar seinen 33. Geburtstag feiernde Linksverteidiger ist als Senior im Störche-Kader die zweite Konstante im zuletzt durchaus wechselhaften Personalgefüge von Cheftrainer Karsten Neitzel. Der lobt den Westfalen mit irischen Wurzeln als „Musterprofi, der für jeden Trainer ein Glücksfall ist“.

Kohlmann (142 Zweitligaspiele, ein Bundesliga-Einsatz für seinen Stammverein Borussia Dortmund) spielt den Ball zurück auf seinen Kollegen von der gegenüber liegenden Außenseite. Flachst mit Blick auf dessen zum Teil spektakuläre Fluggrätschen: „Einen Spieler wie Patrick Herrmann habe ich in meinem Fußballleben noch nicht gesehen. Würde ich auf dem Feld solche Dinge machen wie er, müsste der Rettungshubschrauber kommen.“ Ihn zeichnet speziell die Souveränität auch in hektischen Spielsituationen aus. „Ich denke noch nicht an mein Karriereende. Natürlich plagen mich ein paar Wehwehchen mehr als früher. Aber im Spiel oder Training fühle ich mich so fit wie vor zehn Jahren“, so Kohlmann, der sich gut vorstellen kann, das am 1. Juli 2014 in Kraft getretene und bis zum 30. Juni dieses Jahres datierte Arbeitspapier bei den Störchen schon bald zu verlängern.

Die in Altenholz lebenden Kohlmanns verstehen sich auch privat gut mit den Herrmanns. „Ich habe zwei Kinder im Alter von drei und sechs Jahren. Das passt“, so Kohlmann. Einig sind sich beide Profis, dass angesichts des dünnen Polsters von nur drei Zählern auf die Abstiegsränge ein guter Start in die 17-teilige Restserie große Bedeutung besäße. „Ein Sieg bei Werder Bremen II wäre viel wert und zugleich ein gutes Zeichen an die Konkurrenz“, erklärt Herrmann. Die Qualitätsaufbesserung des Aufgebotes durch die drei Neulinge Eidur Sigurbjörnsson, Mathias Fetsch und Willi Evseev sowie die Lehren aus der Ergebnis-Achterbahn der ersten 21 Spiele stimmen beide Routiniers optimistisch, die Gefahrenzone der Tabelle zügig verlassen zu können. Und vielleicht gibt’s am Sonntag im Weserstadion sogar eine echte Premiere. Denn auf Drittliga-Tore des Kieler Außvenverteidiger-Duos warten die Holstein-Anhänger bislang vergeblich.

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