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Platzt Salems Traum vom Spiel in Teheran?

Holstein Kiel Platzt Salems Traum vom Spiel in Teheran?

Fußball-Drittligist Holstein Kiel droht der nächste Kniefall: Nach Torwart Kenneth Kronholm könnte nun auch Mittelfeldspieler Milad Salem längerfristig ausfallen.

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Kurzes Vergnügen: Holstein-Neuzugang Milad Salem (li.) muss sein 25-Minuten-Comeback gegen Hertha BSC II am Mittwoch möglicherweise teuer bezahlen. Heute muss der 27-Jährige wegen erneuter Kniebeschwerden zur MRT-Untersuchung.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Der Neuzugang vom VfL Osnabrück absolvierte am Mittwoch beim 2:1-Testspielsieg gegen Hertha BSC II seine ersten knapp 25 Wettkampfminuten im Trikot der Störche – nach über viermonatiger Zwangspause wegen eines Meniskusrisses. Doch die Freude über sein Comeback währte nur kurz beim 27-Jährigen.

 Nachdem sein operiertes rechtes Knie in der Nacht angeschwollen war, musste Salem am Donnerstag Holstein Kiels Mannschaftsärzte aufsuchen. Eine exakte Diagnose soll am Freitag nach einer MRT-Untersuchung erfolgen. „Ich hoffe, es ist nichts Ernstes“, sagte der Experte für ruhende Bälle. Seine im Normalfall forsche und vor Optimismus strotzende Stimme klang bei diesen Worten eher deprimiert. Nach einem Trainingsunfall in Osnabrück Mitte Februar hatte sich Salem Anfang März in Augsburg einem Eingriff am lädierten Meniskus unterziehen müssen. Es folgten Reha-Maßnahmen, die vorzeitige Auflösung des bis 30. Juni 2016 datierten Vertrages bei den lila-weißen Niedersachsen und das neue Zweijahres-Engagement bei den Kieler Störchen, die ihn schon in der Vorsaison auf dem Einkaufszettel hatten.

 Im Frühjahr 2014, nach 35 Einsätzen für den damaligen Drittligaabsteiger SV Elversberg, hatte sich Salem noch für den Weg an die Bremer Brücke in Osnabrück entschieden. Jetzt ließ sich der antrittsschnelle Techniker von den Nordlichtern überzeugen. „Ich hatte super Gespräche mit Cheftrainer Neitzel“, so Salem. Das Aufbauprogramm im Leistungszentrum Projensdorf verlief problemlos, am Montag zeigte der Mann mit der Rückennummer acht erstmals im Mannschaftstraining Kostproben seines Könnens. Dann der Test am Mittwoch als vermeintliches Ende der Geduldsprobe und der Rückschlag ohne größere Fremdeinwirkung.

 Am 3. März 1988 in Afghanistans Hauptstadt Kabul geboren, zog es die Familie Salem zwei Jahre später nach Deutschland. Erst nach Bremen, dann nach Bremerhaven. Dort erlernte der heutige Profi bei der Leher TS, dem Jugendverein des früheren Holstein-Spielers und -Trainers Bernd Brexendorf, das Fußball-ABC. Und dies durchaus mit beachtlicher Nachhaltigkeit. Die drei Länderspiele für sein Geburtsland, mit denen Salem in diversen Suchportalen geführt wird, stammen allerdings (noch) aus dem Reich der Phantasie. „Ich weiß auch nicht, da werde ich wohl immer verwechselt“, rätselt selbst der Neu-Kieler. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

 Am 8. September spielt Afghanistan in der WM-Qualifikation gegen Japan. In Ermangelung einer geeigneten Arena aber nicht in Kabul, sondern in Teheran/Iran. Die gut 100000 Karten für das Azadi-Stadion sind bereits ausverkauft. „Ich hoffe, ich bekomme eine Einladung zur Nationalmannschaft“, sagte Salem in der vergangenen Woche. Auch wegen dieses Traumes drücken ihm seine neuen Kollegen heute die Daumen.

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Foto: Holstein-Neuzugang Milad Salem (li.) musste sein 25-Minuten-Comeback im Test gegen Hertha BSC II teuer bezahlen.

Bittere Diagnose für Milad Salem und Holstein Kiel: Beim Neuzugang vom VfL Osnabrück wurde ein Riss des vorderen Kreuzbandes diagnostiziert. Das ergab eine Untersuchung am Freitag im Mare Klinikum, teilte der Verein mit.

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