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Salem verspricht Sieg gegen Regensburg

Holstein Kiel Salem verspricht Sieg gegen Regensburg

Vor dem Spiel des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel gegen den Jahn aus Regensburg brennt einer im Störche-Kader ganz besonders: Milad Salem.

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Schulterschluss per Handschlag: Störche-Flügel Milad Salem dankt den Holstein-Anhängern für ihre Unterstützung. Auch heute Nachmittag gegen Jahn Regensburg hofft der 28-Jährige auf lautstarke Rückendeckung von den Rängen.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Und plötzlich betritt Roland Reime den Raum. Unterbricht kurzzeitig das Vier-Augen-Gespräch. Der Präsident des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel fragt Milad Salem, ob es im Heimspiel gegen Jahn Regensburg (heute, 14.05 Uhr) zu einem Sieg reichen werde. Die Augen des Störche-Flügels leuchten, die Pupillen zeugen von südländischem Temperament, seine Antwort verrät ein hohes Maß an Selbstbewusstsein: „Ich bin absolut davon überzeugt, dass wir am Sonnabend den Dreier holen!“

 Kein Zweifel, der 28-Jährige brennt vor Tatendrang. Die Serie von zuletzt vier Kieler Unentschieden am Stück soll mit dem fünften Saisonerfolg im Holsteinstadion enden. Die Tatsache, dass der nicht nur bei Standards Qualität besitzende Drittliga-Aufsteiger aus der Oberpfalz sowohl zu Hause als auch auswärts die identische Punktzahl aufweist wie die Nordlichter (14/7), schärft bei Salem die Sinne für das Wesentliche.

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Der Knoten muss platzen. Wie er bei ihm selbst auch geplatzt ist. Eine gut anderthalbjährige Zwangspause wegen kapitaler Knieverletzungen liegt hinter Salem. Vergessen auch der Muskelfaserriss zu Beginn dieser Spielzeit. Heute darf sich Salem Nationalspieler nennen. In Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans, gab der technisch beschlagene Profi vor knapp zwei Wochen auf Kunstrasen sein Debüt für sein Geburtsland Afghanistan.

 Als „Erfüllung eines Kindertraumes“ beschreibt Salem das achttägige Fußball-Abenteuer, für dessen Realisierung er den Störchen wegen deren Freistellung extrem dankbar sei. Dass die Partie, die sich laut Salem auf Regionalliga-Spitzenniveau abgespielt habe, mit 0:1 verloren ging, gerät eher zur Nebensache. Seine Familie sei vor Stolz über das erste Länderspiel fast geplatzt. „Bei meinem Cousin in Frankfurt haben 20 Verwandte das Spiel im Stream verfolgt. Danach gab’s gefühlt 1000 Nachrichten auf meinem Handy“, so Salem.

 Salems Premiere war zugleich das Ende von Nationaltrainer Petar Segrt. Der Serbe wurde am Tag vor dem Anpfiff in einer Nacht- und Nebelaktion von den Verbandsoberen abgesetzt und durch den hauptberuflich beim niederländischen Klub NEC Nijmegen beschäftigten Afghanen Amoush Dastgir ersetzt. „Auch ich bin von dieser Geschichte total überrascht worden“, erinnert sich Salem an den einzigen unprofessionellen Vorfall seiner Reise.

 Die begann mit den Flügen Frankfurt-Istanbul-Duschanbe in der Businessclass und endete mit der Unterkunft in einem Fünf-Sterne-Hotel. Komfortable Rahmenbedingungen, bei denen Holsteins heutiger Gast bei seinem 800-Kilometer-Trip am Freitag vor Neid erblasst. Als eine Art des Teambuildings für den Regensburger Top-Torschützen Jann George (sieben Treffer) und Co. bewertete Jahn-Cheftrainer Heiko Herrlich die achtstündige Zugfahrt durch die Republik – zweimaliges Umsteigen inklusive.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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