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Sportchef Ralf Becker glaubt an die Störche

Holstein Kiel Sportchef Ralf Becker glaubt an die Störche

Der Flug von Holstein Kiel in die Top-Ränge der dritten Liga wäre durchaus möglich gewesen. Doch mit dem betriebenen Chancenwucher, speziell in Auswärtsspielen, brachten sich die Profis zuletzt oft um den verdienten Lohn. Für Ralf Becker, Geschäftsführer Sport, kein Grund zur Ungeduld.

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Sieht der Zukunft optimistisch entgegen: Ralf Becker, der seit Juni bei den Kieler Störchen als Geschäftsführer Sport die Geschicke des Klubs leitet.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Bei diesen „Sorgen“ würde beispielsweise die Fußball-Stadt Hamburg aktuell Jubelchöre anstimmen. Platz sechs, fünf Punkte Rückstand zum direkten Aufstiegsrang zwei – so liest sich das Zwischenzeugnis des Drittligisten Holstein Kiel nach zwölf Spieltagen. Der Flug der Störche in die Top-Ränge wäre angesichts der realen Darbietungen durchaus möglich gewesen. Doch mit dem betriebenen Chancenwucher, speziell in Auswärtsspielen, brachten sich die KSV-Profis zuletzt oft um den verdienten Lohn. Für Ralf Becker, Geschäftsführer Sport bei den Störchen, kein Grund zur Ungeduld.

Herr Becker, Torchancen gab es beim 0:0 in Duisburg, beim 0:1 in Magdeburg und am Sonnabend beim 0:0 in Wiesbaden genug für Ihr Team. Warum treffen die Störche nicht in fremden Stadien?

Becker: Ich würde die Sache anders angehen und den Bogen etwas weiter spannen. Ich habe im Juni meinen Job hier angetreten. Wir hatten die vergangene Saison als Tabellen-14. abgeschlossen. Und haben dann eine offensive Zielsetzung formuliert („Oberes Tabellendrittel“/die Red.). Dann gab’s die Veränderung auf dem Trainerposten. Es ist also einiges passiert. Die Entwicklung ist aus meiner Sicht sehr gut, wir spielen einen sehr guten Fußball. Und wir haben die beste Defensive und das beste Torverhältnis. Die Basis ist gelegt, um unsere Ziele in den kommenden Jahren zu erreichen.

Eine gute Analyse, aber noch einmal nachgehakt: Der Kader scheint tatsächlich klug zusammengestellt zu sein. Lediglich der allerorten gewünschte Vollstrecker fehlt auch in Kiel. Ein unvollendetes Personalpuzzle?

Die jetzigen Spieler des Kaders genießen unser vollstes Vertrauen. Im Winter werden wir uns zusammensetzen und die Situation analysieren. Aber wir sind nicht alleine auf dem Spielermarkt. Einen Stürmer zu finden, von dem man überzeugt ist, dass er besser ist als die schon im Kader befindlichen Offensivspieler, und der auch noch finanzierbar ist, ist nicht so einfach. Insgesamt ist die Quote unserer Offensivspieler ja auch nicht so schlecht. Trotzdem würden wir bei der Anzahl unserer Chancen natürlich gerne das eine oder andere Tor mehr sehen. Aber da ist die gesamte Mannschaft gefragt, nicht nur die Angreifer. Das kann auch mal ein Tor nach einer Standardsituation sein, das macht die Sache manchmal deutlich leichter.

In Wiesbaden übten Führungskräfte wie die Innenverteidiger Rafael Czichos und Dominik Schmidt öffentliche Kritik an der fehlenden Kaltschnäuzigkeit der Kollegen. Sehen Sie bei einer anhaltenden Auswärts-Torflaute Risiken, dass der Teamspirit Risse bekommt? Oder dass das Vertrauen in die eigene Qualität schwinden könnte?

Derartige Reaktionen sind doch ganz normal unmittelbar nach einem Fußballspiel. Da wurde ja niemand direkt angegriffen. Und es ist auch gut so, dass die Spieler sich ärgern. Was den Teamgeist anbelangt, haben wir eine Supertruppe. Alle hauen sich zu 100 Prozent rein. Nur so lässt sich die Zukunft erfolgreich bestreiten.

Platz sechs ist in Ordnung, Rang zwei wäre bei größerer Effektivität leicht möglich gewesen. Ein Problem für Sie?

Grundsätzlich wollen wir jedes Spiel gewinnen. Wir haben ehrgeizige Spieler hier. Wir wollen auch Leute hier haben, die unseren offensiv ausgerichteten Weg mitgehen. Natürlich wäre auch ich lieber Tabellenzweiter. Aber diese Liga ist eine sehr, sehr enge Geschichte. Es braucht Kontinuität und Zeit. Man muss Schritt für Schritt gehen. Wichtig ist, dass die Defensive gut steht.

Ex-Trainer Karsten Neitzel hatte nach vier Spieltagen vier Punkte und 4:4 Tore auf seinem Konto. Markus Anfang kommt nach sieben Spielen auf einen Punkteschnitt von aufgerundet 1,6. Hat der neue Coach die von Ihnen erhofften neuen Reize in seiner noch kurzen Amtszeit gesetzt?

Wir hätten die Veränderung auf dem Trainerposten nicht vollzogen, wenn sie nicht aus unserer Sicht erforderlich gewesen wäre. Trotz aller Verdienste, die sich Karsten Neitzel erworben hat. Ich bin absolut zufrieden mit der Arbeit von Markus Anfang – und das mache ich nicht nur am Punkteschnitt fest.. Ich kenne Markus und seine Ideen vom Fußball. Ich fühle mich in dieser Personalie zu 100 Prozent bestätigt.

Interview: Andreas Geidel

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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