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Stadionverbot für „Sektion Spielsucht"

Holstein Kiel Stadionverbot für „Sektion Spielsucht"

Die KSV Holstein spricht nach den Vorfällen beim Heimspiel gegen den VfL Osnabrück ein Stadionverbot für die „Sektion Spielsucht“ aus.

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Da Fans der "Sektion Spielsucht" Pyrotechnik gezündet hatten, hat die KSV Holstein jetzt ein Stadionverbot für 50 bis 70 Anhänger verhängt.

Quelle: imago

Kiel. Holstein Kiel ergreift eine harte und in der Dritten Fußball-Liga bisher einmalige Maßnahme gegen eigene Anhänger. Nach den Vorfällen beim Heimspiel gegen den VfL Osnabrück am 16. September macht Störche-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke von seinem Hausrecht Gebrauch und sprach am Donnerstag bis auf Weiteres ein Stadionverbot für die 50 bis 70 Personen starke „Fan“-Gruppierung „Sektion Spielsucht“ aus. Eine solche Kollektiv-Strafe gab es erst einmal, und zwar in der Bundesliga: 2015 nach Ausschreitungen von Anhängern des 1. FC Köln in Gladbach.

Bei der 0:1-Niederlage vor zwei Wochen hatten Randalierer auf der Westtribüne des Holsteinstadions verbotene Pyrotechnik zum Einsatz gebracht. Eine Rakete war als Irrläufer auf der Haupttribüne gelandet, ein Zuschauer erlitt ein Knalltrauma. „Wer so etwas tut, der hat bei uns nichts verloren“, sagte Schwenke. Die Übeltäter seien vermummt gewesen und hätten blitzschnell ihre T-Shirts gewechselt, um sich vor Überwachungskameras, Polizei und Sicherheitsdienst zu tarnen.

Die Ermittlungen der Polizei laufen. Noch habe niemand identifiziert werden können, sagte deren Sprecher Matthias Arends. „Daher gibt es auch keinen Beleg, dass die Handlungen von Mitgliedern der ,Sektion Spielsucht’ begangen wurden.“ Arends betonte: „Das Stadionverbot ist eine Entscheidung, die allein Holstein Kiel getroffen hat.“ Für Schwenke steht aber nach Recherchen des Klubs außer Frage, dass die Täter aus dieser Gruppe stammen. „Wir können angesichts dieser Vorfälle nicht zur Tagesordnung übergehen.“ Polizei, Sicherheitsdienste und szenekundige Beamte hätten ihre Hilfe bei der Umsetzung des Hausrechts zugesagt. Verboten sind auch Banner der „Sektion Spielsucht“. Zahlreiche Mitglieder der Gruppierung seien bekannt, sagte Schwenke, 15 von ihnen seien mit einem bundesweiten Stadionverbot belegt. Der Deutsche Fußball-Bund wird gegen Holstein wegen der Vorkommnisse vermutlich eine Geldstrafe verhängen. Bei den Anhängern des Vereins wird das Stadionverbot kontrovers diskutiert.

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Kommentar

Wolfgang Schwenke ist nicht zu beneiden. Wer geht schon gerne gegen eigene Fans vor? Aber der Geschäftsführer von Holstein Kiel hatte keine Wahl: Er musste ein Stadionverbot aussprechen. Pyrotechnik und Böller im Stadion sind kein Kavaliersdelikt, sondern gefährlicher Unfug, dem rigoros Einhalt geboten werden muss.

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