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Unentschieden beim letzten Auswärtsspiel

Würzburger Kickers gegen Holstein Kiel Unentschieden beim letzten Auswärtsspiel

Fußball-Drittligist KSV Holstein Kiel hat im letzten Auswärtsspiel der Saison am Sonnabend ein 1:1 (1:0)-Unentschieden bei den Kickers Würzburg erkämpft. Steven Lewerenz (31. Minute) erzielte vor 8776 Zuschauern das Tor für das Gäste-Team von Trainer Karsten Neitzel, das nun schon acht Spiele in Serie ungeschlagen ist.

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Die Störche trennen sich mit einem 1:1 von den Würzburger Kickers.

Quelle: Uwe Paesler (Archiv, Symbolbild)

Würzburg. Nun ist es doch passiert: Fußball-Drittligist Holstein Kiel muss einem Kontrahenten beim Feiern zuschauen. Zwar eroberten die Störche, nach ihren Auftritten gegen Aue, in Magdeburg, Dresden und Großaspach als Party-Crasher gefrüchtet, bei den Würzburger Kickers ein verdientes 1:1 (1:0) und blieben damit im achten Spiel in Folge ungeschlagen. Doch der späte Ausgleich durch Marco Haller, der die Führung der Nordlichter durch Steven Lewerenz (31.) egalisierte, sicherte den Unterfranken neun Minuten vor dem Abpfiff am vorletzten Spieltag den Einzug in die Aufstiegsspiele gegen den Tabellen-16. der Zweiten Liga.

25 Grad, Sonnenschein, leichte Brise – der Rahmen passte zu den großen Erwartungen am Main. 9000 Zuschauer, darunter rund 400 Kieler Schlachtenbummler, drängten sich auf den Rängen der Flyeralarm-Arena. Einem in die Jahre gekommenen Stadion nebst einer für höhere Ansprüche untaugliche Infrakstruktur (Anfahrtswege, Parkplätze etc.), dafür aber mit wunderschönem Blick auf die Weinberge.

Das interessierte die Störche indes weniger. Sie agierten beim Duell der beiden besten gegen den Ball arbeitenden Mannschaften der Liga fast durchgängig auf Augenhöhe. Dies trotz der Ausfälle der Stammkräfte Mathias Fetsch und Tim Siedschlag (beide Knieprobleme). Die Gastgeber, immerhin das Top-Team der Rückrunde, taten sich in ihrem 4-4-2-System mit einer Mittelfeldraute schwer im Spielaufbau. Kamen aber dennoch zu den ersten Chancen. Einen Freistoß von Nejmeddin Daghfous (20.) fischte KSV-Keeper Robin Zentner aus dem Eck. Nach Flanke Taffertshofer (29.) stieg Rico Benatelli hoch, köpfte aus sechs Metern, doch Zentner reagierte abermals glänzend.

Immerhin vier Gelbe Karten in den ersten 25 Minuten zeugten von dem nötigen Engagement aller Akteure. Gerade schien es, als wollten sich die Protagonisten eine kurze Ruhepause gönnen, da landete ein weiter Schlag des Isländers Eidur Sigurbjörnsson, der als einziger Feldspieler mit langärmeligen Trikot aufgelaufen war, auf dem Kopf Marc Heiders. Dessen Ablage landete bei Steven Lewerenz. Ausgerechnet der Ex-Würzburger, der erst zwei Tage vor dem Saisonauftakt im Juli 2015 vom Main an die Förde gewechselt war, schlug einen kurzen Haken, zog flach und präzise ab und traf zu der zu diesem Zeitpunkt überraschenden Störche-Führung (31.).

Joannis Karsanidis (43.) und Royale Fennell in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nach schwerem Schnitzer von Evans Nyarko hatten den Kickers-Ausgleich vor Augen. Zurück aus der Kabine forcierten die Würzburger ihre Angriffsbemühungen. Kickers-Coach Bernd Hollerbach brachte mit Adam Jabiri einen weiteren Stürmer. Doch die optische Dominanz blieb zunächst ohne Folgen für die nun bei ihren Konteransätzen zu leichtfertig den Ball herschenkenden Nordlichtern. Die Temperaturen forderten den Profis allerhand ab. Alles deutete auf die schönste Würzburger Niederlage der Saison hin, denn ob der Osnabrücker Niederlage in Chemnitz, war den Kickers Rang drei nicht mehr zu nehmen.

Doch direkt nach der Einwechslung von Denis-Danso Weidlich kam Marco Haller 18 Meter vor dem Kieler Gehäuse an den Ball. Sträflich ungedeckt deshalb, weil die taktische Neuordnung nicht schnell und präzise genug auf dem Feld kommuniziert worden war. Mit der aus Holstein-Sicht bitteren Konsequenz des nur mangelhaften Verschiebens. Hallers Flachschuss zum 1:1 (81.) beendete alle Relegations-Spekulationen bei den Kickers und war das Signal zum Feiertag am Main.

„Mir was es wichtig, dass wir uns so präsentiert haben, wie wir uns präsentiert haben. Dicker Glückwunsch an Bernd Hollerbach und sein Team. Man sollte nicht klug daherschwätzen: Aber denkt daran, es gibt auch in der Relegation eine Nachspielzeit“, flachste Holstein-Chefcoach Karsten Neitzel nach der Partie mit schwarzem Humor mit Blick auf die eigene Erfahrung in der Münchner Allianz Arena vor zwölf Minuten.         

Würzburger Kickers – Holstein Kiel 1:1 (0:1)

Würzburg: Wulnikowski – Billick (46. Haller), Weil, Schoppenhauer, Kurzweg – Taffertshofer, Fennell, Benatelli (46. Jabiri), Karsanidis – Soriano, Daghfous.

Holstein Kiel: Zentner – Herrmann, Sigurbjörnsson, Czichos, Kohlmann – Lewerenz (56. Schäffler), Nyarko, Kegel, Schnellhardt – Heider (80. Weidlich), Sane.

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden) – Tor: 0:1 Lewerenz (31.) 1:1 Haller (81.) – Zuschauer: 8776 (Heimbereich ausverkauft) – Gelbe Karten: Benatelli (8.), Schoppenhauer (5.), Taffertshofer (3.)/Kegel (9.), Sigurbjörnsson (7.), Schnellhardt (11.). 

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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