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„Voll normal“ als Leistungsprinzip

Holstein Kiel „Voll normal“ als Leistungsprinzip

Man ist um Normalität bemüht, mit einer leichten Neigung zum Optimismus. „Wir haben jede Woche den gleichen Druck. Der Unterschied liegt – tabellarisch betrachtet – zwischen wollen und müssen. Am Freitag geht es für die Störche zur Auswärtspartie (19 Uhr) bei den Stuttgarter Kickers. Business as usual also? Nicht ganz.

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Für Holstein Kiel geht es am Freitagabend zum Auswärtsspiel gegen Stuttgart.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Derzeit müssen wir nur wollen, und das ist positiver Druck“, sagte Karsten Neitzel, Trainer des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel. In der Tat stützt die ausgeglichene Statistik das Bedürfnis nach stressfreier Vorfreude auf den Auswärtskick im Ländle. Zwei Siege und zwei Niederlagen nach der Winterpause mit dem positiven Torverhältnis von 9:7, dazu eine Auswärtstabelle, die Holstein mit 18 Punkten (fünf Siege/drei Remis/fünf Niederlagen) auf dem vierten Rang ausweist. Wenn die ernüchternde Heimbilanz nicht wäre (Abstiegsplatz 18, zwölf Punkte, 3/3/6), könnte man Tabellenrang zwölf als Stabilitätsanker betrachten.

Neuzugänge bei den Kickers

Doch diese auf den ersten Blick Durchschnitt repräsentierende Platzierung verheißt eines definitiv nicht: Sicherheit. Nur vier Punkte Abstand zum ersten Abstiegsrang veranlassten Neitzel zu der von zahlreichen Experten schon vielfach variierten Feststellung, dass „der Tabellenplatz in dieser Liga völlig uninteressant“ sei. „Wir wollen uns mit einem Erfolg einfach nur Luft nach unten verschaffen.“ So simpel ist das, abseits aller Arithmetik, in einer Spielklasse, in der immer und überall alles möglich ist.

Liga drei, der Albtraum aller Sportwetter, macht es auch den Trainern nicht leicht, die Gegner zu durchschauen, besonders kurz nach der Transferperiode II. Von ihren fünf Neuzugängen werden die Kickers wohl vier wieder zum Einsatz bringen, darunter die Offensiv-Hünen Stephane Mvibudulu (1,88 m), Bajram Nebihi (1,92) und Petar Sliskovic (1,93), denen der Kieler Coach seinen kopfballstarken Joker Dominik Schmidt von Beginn an entgegenstellen könnte. „Die Stuttgarter haben mit ihren Verpflichtungen in der Winterpause ein paar ganz gute Griffe gemacht“, ahnt Neitzel die Schwere der heutigen Aufgabe gegen die schwäbischen Abstiegskämpfer, die nach zuletzt zwei Dreiern in Folge von frischem Selbstwertgefühl beseelt sind.

Der Spaß-Faktor ist wichtig

Umso wichtiger wird für die Störche nicht nur eine eine stabile Defensive sein, sondern auch Kaltblütigkeit vor dem Kasten – ein Anspruch, bei dem Inkonstanz die einzige Konstante ist, wie exemplarisch die vier jüngsten Spiele zeigten. Bei den Niederlagen in Bremen (1:2) und gegen Osnabrück (0:1) mochten der finale Präzisionspass und der Torabschluss kaum gelingen, die Triumphe über Chemnitz (5:2) und in Köln (3:2) waren in genau dieser Hinsicht von hoher Effizienz geprägt. Holstein im gegnerischen Sechzehner – auch diese Wundertüte handhabt Neitzel mit (demonstrativer) Gelassenheit. „Der letzte Pass, der Torschuss, diese Elemente sind im Training in jeder Spielform automatisch dabei. Das wird von mir nicht permanent benannt“, sagte Neitzel, der auch an den nicht zu unterschätzenden Faktor Spaß erinnert. „Die Spieler sollen auf Situationen vor dem Tor Bock haben.“

Diese „Dosenöffner“ hätten gegen Bremen und Osnabrück gefehlt, ergänzte Uwe Stöver. Doch Holsteins Geschäftsführer Sport ist guten Mutes, denn der organisatorische Ablauf der Reise (am Donnerstagnachmittag Hinflug, am Freitag direkt nach dem Spiel Rückfahrt mit dem Bus) ist der gleiche wie beim letzten Freitagabend-Spiel in Stuttgart, das am 20. November mit dem 3:1-Sieg beim VfB II endete...

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