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Störche unter Zugzwang

Holstein Kiel zu Gast in Halle Störche unter Zugzwang

Gerade einmal 90 Minuten alt ist das neue Spieljahr, und doch steht Fußball-Drittligist Holstein Kiel schon unter merklichem Zugzwang. Nach der noch heute empfindlich schmerzenden 0:4-Backpfeife beim Heimauftakt gegen Mainz 05 II heißt das Motto der Störche vor dem Duell beim Halleschen FC am Sonntag (14 Uhr): Verlieren verboten!

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Comeback in der Anfangself: Holsteins Innenverteidiger Hauke Wahl (li., hier im Duell mit dem Münchner Löwen Stephan Hain) dürfte am Sonntag wieder von Beginn an auflaufen. Ob Marlon Krause (re.) wie in der Vorsaison dessen Partner im Abwehrzentrum wird, ist dagegen noch fraglich.

Quelle: imago sportfotodienst

Kiel . Noch am Abend der auch in der Höhe überraschenden Schlappe im Holsteinstadion begann für KSV-Cheftrainer Karsten Neitzel und seinen Stab die Aufarbeitung des frustrierenden Geschehens. Das Kernergebnis der Video-Analysen und diverser Sechs-Augen-Gespräche mit vermeintlichen Leistungsträgern: „Wir hatten im Kollektiv große Probleme beim Umschalten von Offensive auf Defensive. Da wurde zu spät reagiert, der Sprint zurück erfolgte häufig in zu geringem Tempo. Dazu kam die schlechte Tagesform einiger Spieler.“ In der Vorsaison diente Holsteins Spiel gegen den Ball diversen Gegnern als Vorbild, eilte den Störchen der Ruf einer „Pressing-Maschine“ voraus, führte die Statistik die Kieler mit nur 30 Gegentreffern als stabilste Abwehr der Liga.

 Um zu diesen Tugenden zurück zu finden, scheint eine Rückkehr von Innenverteidiger Hauke Wahl in die Anfangsformation beschlossene Sache. Zwar ließ Neitzel in personeller Hinsicht die Katze noch nicht offiziell aus dem Sack. Doch seine Aussage, Wahl habe ab vergangenen Sonntag in dieser Woche hervorragend trainiert, sprach Bände. Gegen Mainz II saß der 21-Jährige, vom Fachblatt „Kicker“ immerhin in seine Drittliga-Mannschaft des Jahres befördert, zum Erstaunen des Kieler Publikums über die volle Distanz auf der Bank. Neitzel hatte dem an diesem Nachmittag enttäuschenden Routinier-Duo Dominik Schmidt und Denis-Danso Weidlich sein Vertrauen im Defensivzentrum geschenkt.

 Der unrühmliche Poker mit dem 1. FC Kaiserslautern hatte Wahl offenkundig ins sportliche Abseits befördert. Auf der einen Seite stand das für die KSV zu geringe Ablöseangebot des Zweitligisten (nach Informationen dieser Zeitung knapp unter 200000 Euro plus Zuschlag im hohen fünfstelligen Bereich bei einem Erstligaaufstieg der Pfälzer sowie einer bestimmten Einsatzzahl des begehrten Abwehrakteurs), auf der anderen die trotz mehrerer Vertragsgespräche mangelnde Bereitschaft des laut transfermarkt.de zurzeit wertvollsten Drittliga-Profis (aktueller Marktwert: 600000 Euro), seinen bis zum 30. Juni 2016 datierten Kontrakt vorzeitig zu verlängern. Nun könnte Wahl in Halle vom Sündenbock zum Hoffnungsträger mutieren.

 Ob er wie beim Höhenflug des ersten Halbjahres 2015 neben dem neuen Kapitän Marlon Krause verteidigt oder doch mit Weidlich das Doppel-W bildet, ist am Sonntag eine der spannenden Fragen. Neitzel fordert derweil vor allem dauerhafte Konzentration, Spannung sowie die Willenskraft zum Rückwärtsgang ein: „Das Umschalten nach hinten ist keine Frage des Talents, aber mental schwerer. Denn da kannst du nur verhindern.“ Immerhin, beim Test am Mittwoch gegen die eigene U23 seien bereits viele positive Ansätze erkennbar gewesen. Auch deshalb fährt der 47-Jährige durchaus zuversichtlich zu jenem Klub, für den er von 1989 bis 1992 drei Jahre lang die Stiefel geschnürt hatte. Halle besitze zwar mit Osayamen Osawe und Sören Bertram pfeilschnelle Offensivkräfte. „Aber wenn wir uns nicht blöd auskontern lassen, haben wir dort eine gute Chance“, so Neitzel.

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