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Kein Spiel wie jedes andere

Partie gegen Magdeburg Kein Spiel wie jedes andere

Für Jan Sandmann (Holstein Kiel) ist das Duell gegen den 1. FC Magdeburg kein Spiel wie jedes andere. Der 37-Jährige fiebert am Freitagabend (19 Uhr) beim Flutlicht-Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg seinem bereits 213. Einsatz als Assistenz-Coach bei Kieler Punkt- und Pokalspielen entgegen. Außerdem spannend: Er selbst wuchs bei Magdeburg auf.

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Emotional auf der Bank und fußballerisch auf einer Wellenlänge: Jan Sandmann (li.) und Karsten Neitzel, Assistenz- und Cheftrainer des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Die Tagesaktualität hat dieses Jubiläum fast in den Hintergrund gedrängt: Beim 2:1 in Cottbus und beim 0:0 in Aue in der vergangenen „englischen Woche“ saß Karsten Neitzel zum 100. und 101. Mal in einem Pflichtspiel als Cheftrainer auf der Bank des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel. Zahlen, die von Kontinuität bei den Störchen zeugen. Eine mögliche Erfolgsformel im ansonsten so schnelllebigen Profigeschäft, die durch die Personalie Jan Sandmann noch deutlicher wird.

 Für Sandmann ist das Spiel gegen Magdeburg keins wie jedes andere. Im 20 Kilometer von Magdeburg entfernt gelegenen Burg wurde er geboren, im benachbarten Niegripp wuchs er auf. Dort, wo heute noch Eltern, Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen leben. Das Fußball-ABC erlernte der beinharte Defensivakteur beim Europacupsieger von 1974. Sammelte bei den Blau-Weißen auch erste Erfahrungen im Herrenbereich, ehe er 2000 zum Hamburger SV wechselte (sechs Bundesliga-, zwei Champions-League-Einsätze). Nach einer weiteren Station beim Zweitligisten Union Berlin landete Sandmann 2004 im Nest der Störche, das er bis heute nicht verließ.

 1. FC Magdeburg, dieser Name steht aber auch für das Ende von Sandmanns aktiver Karriere. Am 21. Februar 2009, damals an der Seite des auch morgen noch zum Aufgebot zählenden Tim Siedschlag, brach er sich vor heimischer Kulisse im Viertliga-Topspiel gegen den Traditionsklub aus dem Osten (1:1) kurz vor der Pause den rechten Innenknöchel. Eine folgenschwere Verletzung, von der sich der mit Gattin Kristina verheiratete Vater einer knapp vierjährigen Tochter nicht mehr erholte. Im Juli 2010 übernahm Sandmann die Rolle des Co-Trainers unter Thorsten Gutzeit, die er auch nach der Inthronisierung Neitzels im Juni 2013 weiter ausfüllte.

 Nein, ein Bedürfnis auf den Cheftrainerstuhl zu wechseln, habe er in den vergangenen fünf Jahren nicht verspürt, sagt A-Lizenzinhaber Sandmann: „Vielleicht wird das irgendwann einmal ein Thema. Aber im Moment bin ich mit dieser Aufgabe hier total ausgefüllt. Die Arbeit macht mir in dieser Konstellation riesigen Spaß.“ Auch, weil „der Chef und ich fußballerisch auf einer Wellenlänge liegen“. Und weil Begriffe wie Wertschätzung, Vertrauen, Eigenverantwortung, Selbstkritik und Teamgeist „im Berufsalltag ausgelebt werden. Ob Trainerstab oder medizinische Abteilung – jeder ist aufgefordert, sich inhaltlich zur Optimierung des Ganzen einzubringen“, so Sandmann.

 Opitmal wäre mit Blick auf den zwölften Drittliga-Spieltag natürlich der zweite Heimsieg der KSV Holstein (13 Zähler/Rang 13) in dieser Saison. „Das wird eine ganz harte Nuss. Ich muss den Hut ziehen vor dem 1. FCM, der als Aufsteiger schon 16 Punkte auf dem Konto hat“, erklärt Sandmann, der speziell die Comeback-Mentalität des Kontrahenten um den baumlangen Torjäger Christian Beck (neun Treffer), nach Rückständen nicht aufzugeben, rühmt. Respekt und „Dankbarkeit, die ich für meine Zeit in Magdeburg noch heute empfinde“, haben für den in Heikendorf wohnenden Sandmann allerdings klare berufliche Grenzen: „Am Freitag bleiben die Punkte in Kiel.“

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