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Das geplatzte Gipfeltreffen

Holstein Kiel gegen Dynamo Dresden Das geplatzte Gipfeltreffen

Hier herrschte seltene Eintracht unter den Experten: Die Top-Favoriten der Dritten Fußball-Liga sind Holstein Kiel und Dynamo Dresden. Allerdings vor Saisonstart. Die Realität macht aus dem erhofften Gipfeltreffen ein Duell der Rubrik „Ihr da oben, wir da unten“. Als Tabellen-16. empfangen die Störche am Sonnabend den souveränen Spitzenreiter aus Sachsen.

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Mit Volldampf gegen seine alte Liebe: Zwölf Jahre schnürte Maik Kegel (re.) die Stiefel für Dynamo Dresden.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel.  „Eine schöne Aufgabe. Wir wollen zeigen, dass der Abstand zwischen den beiden Teams nicht so groß ist, wie es die Tabelle aussagt. Bei dem Vorsprung auf uns spielt Dynamo ja jetzt schon in einer anderen Liga. Das ist wie ein DFB-Pokalspiel“, sagt Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel mit Blick auf die 18 Zähler Rückstand zum Liga-Primus.

 Der 47-Jährige ist nicht der Einzige im Nest der Störche, der in Dresden geboren ist und seine fußballerischen Wurzeln bei Dynamo hat. Auch KSV-Kapitän Maik Kegel erblickte in „Elbflorenz“ das Licht der Welt, trug von 2000 bis 2012 das gelb-schwarze Trikot des Traditionsklubs. „Die Tabellensituation ist für uns alles andere als schön. Verrückt machen wir uns jedoch nicht. Wir werden weiter unseren Stiefel spielen und nicht großartig etwas ändern, müssen in unserem Spiel aber konsequenter werden“, so der 25-Jährige, der beim jüngsten 1:3 in Wiesbaden wegen Gelbsperre fehlte, im Interview mit dem „Kicker“.

 Beim Kieler Rückschlag in Hessen nach zuvor fünf Partien in Folge ohne Niederlage ist bei den Störche-Profis laut Neitzel „der Kopf nicht griffig gewesen“. Wacher, schneller, mutiger – um diese Tugenden am Sonnabend gegen Dynamo besser als zuletzt auf den Rasen bringen zu können, hielt das Trainerteam in den zurückliegenden Tagen einige Überraschungen parat. So gab es keinen Wochenplan, die Übungseinheiten wurden kurzfristig angesetzt. Und am Mittwoch bat Neitzel den Kader unüblich früh bereits um 8.30 Uhr zur Arbeit. „Die Spieler haben sich sogar schon um 7.30 Uhr zum Frühstück getroffen. Ohne Anweisung von mir, das fand ich wirklich gut“, lobt Neitzel.

 Besonders das Defensivverhalten steht gegen die Torfabrik der Liga (31 Treffer) um Top-Torjäger Justin Eilers auf dem Prüfstand. Ob Denis-Danso Weidlich wie in Wiesbaden zur Anfangsformation zählt oder doch wieder Dominik Schmidt in der Innenverteidigung aufläuft, ließ der Holstein-Coach („Wir haben noch zu viel Licht und Schatten in der Abwehrzentrale“) offen. Aktuell noch keine Option sei der 19-jährige Finn Wirlmann, der zuletzt in der U23-Mannschaft der Störche in der Schleswig-Holstein-Liga auf dieser Position überzeugte. Defensiv-Routinier Manuel Hartmann musste derweil wegen einer Kniereizung zwei Tage mit dem Training aussetzen.

 Ob für die hinteren Regionen oder die Abteilung „Angriffsattacke“ – der Appell des Kieler Fußballlehrers ist für alle unmissverständlich: „In den entscheidenden Momenten müssen die Spieler eine gewisse Leck-mich-am-A ...-Mentalität entwickeln.“ Um nicht über Gebühr zu verkrampfen, gelte es, die sportliche Lage mit nur zwei Punkten Abstand zum ersten Abstiegsplatz vorübergehend auszublenden. Doch Neitzel weiß auch: „Wenn wir nicht gewinnen, kommen wir da unten nicht raus. Den Ernst der Situation unterschätzt niemand.“ Eine Einschätzung ohne Widerspruch.

 Polizei ist vorbereitet

 Die Kieler Polizei bereitet sich mit einem Großaufgebot auf das Gastspiel des Tabellenführers aus Dresden in der Landeshauptstadt vor. Die Auswärtsspiele von Dynamo Dresden sind inzwischen berüchtigt. Krawalle und Stadionverbote bei Dynamo-Spielen haben in den vergangenen Jahren mehrfach Schlagzeilen gemacht. Dabei geriet ein ums andere Mal die sportliche Leistung in den Hintergrund. Nach den jüngsten Pegida-Demonstrationen in Dresden gibt es zudem nach KN-Informationen aus Fankreisen Ansätze für zusätzlichen Zündstoff. Die Polizei bereitet sich deshalb auch mit zusätzlichen Kräften auf die Begegnung vor. Wasserwerfer, Räumfahrzeuge und mehrere Hundertschaften stehen bereit. Bislang wurden 6000 Karten verkauft, davon 1400 an Fans aus Dresden. Ein Großteil kommt mit der Bahn nach Kiel. Die Fans von Dynamo werden auf dem Weg von den Parkplätzen und vom Bahnhof zum Stadion und später zurück durch Polizeikräfte begleitet. Rund um das Holstein-Stadion wird es am Sonnabend bereits deutlich vor dem Anpfiff zu weiträumigen Sperrungen der Straßen kommen. Die Fangruppen sollen so weit wie möglich getrennt werden. „Wir sind auf das Spiel vorbereitet“, sagte gestern Polizeisprecher Oliver Pohl. FB

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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