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Duell mit der eigenen Vergangenheit

Holstein-Spiel Duell mit der eigenen Vergangenheit

Finaler Winterschlaf oder ein um acht Tage vorverlegter Frühlingsanfang? Der Wetterbericht prognostiziert dem kriselnden Fußball-Drittligisten Holstein Kiel Sonnenschein und angenehme neun Grad plus, wenn am Sonnabend um 14 Uhr (Ausschnitte in der ARD-Sportschau ab 18 Uhr) der Tabellenzweite Erzgebirge Aue an der Förde gastiert.

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Der „Zimmermann“ aus dem Erzgebirge: In 29 Saisonspielen hat Aues Torhüter Martin Männel, der am kommenden Mittwoch seinen 28. Geburtstag feiert, bislang 16 Mal seinen Kasten für den Gegner komplett zugenagelt.

Quelle: imago/Picture Point

KIEL. Rein sportlich indes steht den abstiegsbedrohten Störchen ein frostiges Duell mit der eigenen Vergangenheit bevor. Die Sachsen kommen mit der Empfehlung der besten Abwehr (nur 16 Gegentreffer), des mutmaßlich besten Torwarts der Liga (Martin Männel), einer das Selbstbewusstsein immens hebenden Serie von 15 Partien in Folge ohne Niederlage und des zweitschlechtesten Sturms (26 Tore) in den Norden. Zahlen, die sich fast wie eine Kopie der Kieler Statistik aus der glorreichen Vorsaison mit dem Erreichen des Relegationsplatzes drei lesen.

Wie vor Jahresfrist Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel stand bis zu Beginn dieser Woche auch für dessen Auer Kollegen Pavel Dotchev das Wort „Aufstieg“ auf dem Index. Beim FCE-Fan-Stammtisch in Ehrenfriedersdorf brach der 50-Jährige das Tabu. „Wir wollen in diesem Jahr aufsteigen“, markierte Dotchev, in der Saison 1994/95 selbst ein Storch, ohne Umschweife die direkte Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus offiziell als neues Ziel.

Das Duell mit der eigenen Vergangenheit kennt aus Kieler Sicht noch zwei weitere Namen. Aues Innenverteidiger Adam Susac bestritt im Spätsommer 2014 ein mehrtägiges Probetraining bei der KSV, wurde aber für nicht gut genug befunden und ohne Vertrag wieder fortgeschickt. Susacs Stammpartner in der Verteidigung heißt Steve Breitkreuz und ist der Zwillingsbruder des Ex-Kielers Patrick, der in der Vorwoche im Trikot von Energie Cottbus mit dem 2:1-Sieg für Ernüchterung im Holsteinstadion gesorgt hatte. Randnotizen, die Neitzel nicht sonderlich interessieren dürften.

Fünf potenzielle Stammkräfte fallen definitiv wegen Verletzungen oder Sperre aus, dazu kommen die drei „Kreuzbänder“ Kenneth Kronholm, Marlon Krause und Milad Salem sowie der Noch-A-Jugendliche Arne Sicker (Infekt). Leichte Hoffnung auf schnelle Genesung besteht beim internen Top-Torschützen Steven Lewerenz (Reizzustand im rechten Knie) sowie vor allem bei Dominik Schmidt. Der Abwehrspieler kämpft mit Aqua-Jogging gegen seine Beschwerden im linken Hüftgelenk an, die medizinische Abteilung arbeitet ebenfalls mit Hochdruck an Schmidts Fitness. Ohne den 28-Jährigen könnten Denis-Danso Weidlich und Evans Nyarko ihr Startelf-Comeback in der Defensivzentrale feiern. Weidlich stand letztmals am 12. Dezember 2015 in der Anfangsformation (0:0 in Mainz), Nyarko eine Woche später (0:4 gegen Halle). „Manchmal ist eine kleine Gruppe effektiver als eine große“, sagt Neitzel. Der 48-Jährige weigert sich, in den Klagechor einzustimmen, ergänzt aber: „Zumindest für einen begrenzten Zeitraum.“

In der personellen Not enger zusammenrücken, schneller als zuletzt gegen Cottbus die richtigen Lösungen in wichtigen Spielsituationen finden, trotz der Last des Tabellenbildes „die Lockerheit im Kopf bewahren“ – mit diesen Appellen hofft Neitzel, die Störche nach zwei Niederlagen zurück in die Erfolgsspur zu bringen und mit einem „Dreier“ gegen Aue zugleich die miserable Heimbilanz (vier Siege, sieben Niederlagen) aufzupolieren.

Weder Sonnabend noch in acht Tagen in Magdeburg oder in Dresden (9. April, 14 Uhr) lastet die Bürde des Favoriten auf den Kieler Schultern. Dazwischen liegt der Keller-Krimi gegen Wiesbaden (2. April, 14 Uhr). Vier von noch insgesamt neun Partien, die über Frühlingsgefühle oder eine Drittliga-Eiszeit an der Förde vorentscheiden.

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Foto: Schritt in die Anfangsformation? Youngster Arne Sicker (re.) könnte am Sonntag Patrick Kohlmann ersetzen.

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