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Schwerer Start, überzeugendes Ergebnis

Holstein Kiel gegen FSV Mainz 05 Schwerer Start, überzeugendes Ergebnis

Holstein Kiel hat am Sonnabend mit einem 3:0 (0:0) über den FSV Mainz 05 II im zweiten Anlauf den ersten Heimsieg unter dem neuen Trainer Markus Anfang gefeiert. Rafael Czichos (47. Minute), Mathias Fetsch (49.) und Dominick Drexler (56.) erzielten vor 4107 Zuschauern im Holstein-Stadion die Tore für den Fußball-Drittligisten.

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Dominick Drexler jubelt nach dem 3:0.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Etwas war anders an diesem Nachmittag im Kieler Holstein-Stadion. Genauer gesagt: Etwas fehlte. Es waren die Kräuterbonbons, die Markus Anfang normalerweise vor jedem Spiel an sein Funktionsteam verteilt. Nach der Niederlage im letzten Heimspiel gegen den VfL Osnabrück sowie dem torlosen Remis beim MSV Duisburg entschied sich der Cheftrainer des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel, vor dem Duell gegen den FSV Mainz 05 II auf die kleinen Aufmerksamkeiten zu verzichten. 90 Minuten später stand nach zwei gänzlich unterschiedlichen Halbzeiten mit dem 3:0 der dritte Heimsieg der „Störche“ in dieser Saison zu Buche.

Jubel vor der Fantribüne nach dem 3:0.

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Doch es gab noch mehr Unterschiede zu den vorherigen Partien: Nicht nur, dass Anfang nach dem starken Gastspiel in Duisburg seine Startformation ändern musste, indem er den wegen einer bakteriellen Infektion fehlenden Tim Siedschlag durch Alexander Bieler ersetzte. Der KSV-Coach musste auch mit ansehen, wie seine erneut im 4-1-4-1-System spielende Elf zunächst eben kaum spielte. Das lag an der agilen Mainzer U23, die im ersten Durchgang geschickt die Räume zustellte – und so ein geordnetes Aufbauspiel der Kieler oftmals unterband. Schnell wurde den 4107 Zuschauern – unter ihnen 40 von der KSV eingeladene Flüchtlinge aus der Interkulturellen Schule für Fort- und Ausbildung – klar, dass sich der Gegner im Vorhinein gut auf die Spielweise der Gastgeber eingestellt hatte. „Vielleicht wollte Sandro deswegen auch am Abend vor dem Spiel nicht mit mir telefonieren“, flachste Anfang nach der Partie über seinen Gegenüber Sandro Schwarz, der beim Erwerb der Fußballlehrer-Lizenz sein Sitznachbar gewesen war.

Die ersten 45 Minuten gehörten klar den Rheinland-Pfälzern, die nicht wie ein Tabellenvorletzter auftraten. Stattdessen spielten die Nullfünfer frech nach vorne: Aaron Seydels Schuss aus elf Metern blockte Patrick Herrmann gerade noch ab (4.), doch die nächste Schrecksekunde für die KSV-Fans folgte umgehend: Nach einer Ecke behinderten Kiels Torhüter Kenneth Kronholm und Innenverteidiger Rafael Czichos einander im Fünfmeterraum, so dass der Ball an den langen Pfosten klatschte. Von dort wischte Kronholm ihn aus der Gefahrenzone. Wenig später kam FSV-Sechser Tim Müller aus 18 Metern frei zum Schuss, verzog aber deutlich (11.). Die Hausherren näherten sich dem gegnerischen Gehäuse nur zwei Mal. Doch Steven Lewerenz’ 30-Meter-Freistoß (18.) strich ebenso knapp über den Kasten wie Herrmanns verunglückte Flanke von der rechten Seite (32.). Im Gegenzug verpasste Patrick Pflücke die Führung, als er seinen Flachschuss nach Arne Sickers Fehlpass von der Strafraumkante am linken Pfosten vorbeisetzte (33.).

„Wir hatten zur Halbzeit das Gefühl, dass wir komplett im Spiel sind“, beschrieb Schwarz später die durchaus berechtigte Selbstreflexion des ersten Durchgangs. Doch was nach Wiederanpfiff folgte, stellte den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf. Binnen neun Minuten erzielten die Störche dank bis dahin ungekannter Effektivität drei Treffer. Kapitän Czichos gab den Startschuss für die Entscheidung im Eiltempo. Nach einer (vermeintlich) verunglückten Eckballvariante flankte Youngster Sicker auf seinen Abwehrkollegen, der aus 14 Metern per sehenswerter Bogenlampe zur Führung einköpfte (47.). Nur zwei Minuten später wuchtete Stürmer Mathias Fetsch einen Abpraller aus kurzer Distanz in die Maschen (49.), nachdem Alexander Bieler eine scharfe Hereingabe von Kingsley Schindler an die Latte gespitzelt hatte. Die Mainzer hielten dem Kieler Druck in dieser Phase nicht stand, so dass Dominick Drexler nach feinem Fetsch-Zuspiel aus zwölf Metern zum Endstand einschob (56.). Gegen nun konsternierte Gäste verpassten es Schindler (59., 64., 68.), Lewerenz (65.) und Dominic Peitz (75.), das Ergebnis weiter hochzuschrauben. Die einzige Mainzer Großchance vereitelte Herrmann, als er sich in Seydels Schuss warf (66.). Dabei wurde der Außenverteidiger vom 05-Stürmer mit dem Knie am Kopf getroffen und musste später mit einem Brummschädel ausgewechselt werden.

„Am Ende sind wir mit dem 3:0 total glücklich, weil wir uns für den Verlauf der englischen Woche belohnt haben“, sagte Anfang. Apropos Belohnung: Der Coach gab seinen Spielern bis Dienstag Mittag frei, „weil die Jungs in letzter Zeit unheimlich viele neue Informationen aufnehmen mussten.“ Noch 'ne Belohnung: 13 Holstein-Spieler durften am Sonntagabend dem Handball-Champions-League-Spiel des THW Kiel gegen Paris St. Germain beiwohnen.

Und gibt es trotz des Erfolgserlebnisses für die Kollegen beim nächsten Spiel in Magdeburg wieder Bonbons? „Mal schauen“, sagte der Kieler Trainer lächelnd. Anfangs erster Heimsieg: Gut für Spieler und Fans, möglicherweise schlecht für das Funktionsteam.

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0:1 in Magdeburg
Foto: Hatte die letzte Chance für Holstein Kiel zum Ausgleich in Magdeburg: Dominic Peitz.

Das Auswärtsspiel für Fußball-Drittligist Holstein Kiel endet mit einer denkbar schmerzhaften Niederlage. In Magdeburg kassierten die Störche kurz vor Schluss den spielentscheidenden Treffer zum 0:1. Christian Beck traf für die Bördestädter in der 85. Minute.

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