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Suchtgefahr im Holsteinstadion

Holstein Kiel gegen Mainz 05 II Suchtgefahr im Holsteinstadion

Tabelle und Statistik versprechen gegen den FSV Mainz 05 II (Sonnabend, 14 Uhr) das große Kribbeln: In fünf Versuchen gegen U23-Teams von Bundesligisten blieb Holstein Kiel in dieser Saison exakt das verwehrt, was den Zweitplatzierten im Aufstiegsrennen zur Zweiten Bundesliga am meisten helfen würde: ein Sieg.

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Hart am Mann: Eine resolute Zweikampfführung wie hier von Patrick Auracher (re.) gegen den Großaspacher Matthias Morys erwartet Holstein-Trainer Karsten Neitzel auch gegen Mainz II.

Quelle: imago sportfotodienst

Kiel. Dass die um den Klassenerhalt kämpfenden Rheinhessen (Rang 17) nach dem 2:1 in Unterhaching, dem 1:0 gegen Dresden und dem 1:1 in Münster jetzt am Ostersonnabend auch RW Erfurt mit 3:1 (Halbzeitführung: 3:0) in die Knie zwangen, verdeutlicht die Höhe der Kieler Hürde. „Das wird für uns die nächste harte Nuss, die wir knacken müssen“, sagt Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel und verweist einmal mehr auf das von Tabellenpositionen unabhängige Tageschäft in Liga drei: „Schlusslicht Regensburg verliert bei uns knapp mit 0:1 und schlägt danach Wiesbaden mit 3:0.“

 Die jüngsten Erfolgserlebnisse seien, so Neitzel, gerade für die jungen Spieler des Mainzer Ausbildungsteams elementar wichtig: „Die haben gerade extrem viel Selbstvertrauen.“ Und extrem viel Potenzial in ihren Reihen. Wie die beiden 18-jährigen, bereits dem Bundesliga-Kader anghörenden Roh-Diamanten Patrick Pflücke und Devante Parker (Markwert jeweils 800.000 Euro). Oder Lucas Höler. Der 20-jährige Mittelstürmer schnürte gegen Erfurt einen Doppelpack und wurde vom Fachmagazin „kicker“ zum „Spieler des Tages“ geadelt. Für Treffer Nummer drei zeichnete der gestandene Erstliga-Profi Christoph Moritz (Markwert 2,5 Millionen Euro) verantwortlich.

 „Wir haben keine Angst, aber wie vor jedem anderen Gegner den angemessenen Respekt“, sagt Neitzel und rückt dann die Analyse des jüngsten 1:1 bei der SG Sonnenhof Großaspach in den Vordergrund. „Da sind wir gerade in der ersten Halbzeit wegen der schlechten Zuordnung nicht in die Zweikämpfe gekommen. Ein Thema, das auch ein Schwerpunkt dieser Trainingswoche war“, so der 47-jährige Fußball-Lehrer, der morgen erneut auf die angeschlagenen Manuel Hartmann und Saliou Sane sowie Rekonvaleszent Fabian Wetter verzichten muss und hinter den Einsatz vor Vorzeige-Kämpfer Marlon Krause (Schlag in die Kniekehle) das sich erst am Spieltag auflösende Fragezeichen der Woche stellt.

 Erste kritische Töne aus Fan-Kreisen ob der zwei verpassten Punkte nach zuvor sieben „Dreiern“ am Stück kann Neitzel nicht verstehen. „Wir sind seit zehn Spielen ungeschlagen und meilenweit über dem, was wir als Saisonziel ausgegeben hatten. Wir sind in einer Luxussituation, können nichts mehr kaputt machen, sondern nur noch draufpacken.“ Siege seien wie Drogen. Die Gier danach treibe die Profis in der Nerven aufreibenden Saison-Endphase immer weiter an.

 Sonnabend, 14 Uhr, Holsteinstadion! Mindestens 6000 Zuschauer werden erwartet. Auch sie werden von einer Sucht geplagt. Der (Sehn)-Sucht nach einer anhaltenden Kieler Erfolgswelle.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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