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Feuerwehrmann fürs Großprojekt

Holstein Kiel Feuerwehrmann fürs Großprojekt

Mit Walther Seinsch als neuem Vorstandsmitglied, dem 35-jährigen Vize-Weltmeister Christoph Metzelder als neuer Zugnummer des Aufsichtsrates sowie dem neuen Cheftrainer Benno Möhlmann will Fußball-Drittligist Preußen Münster in die Überholspur einbiegen.

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62 Jahre – und kein bisschen leise: Benno Möhlmann soll Drittliga-Schlusslicht Preußen Münster wieder auf Kurs bringen.

Quelle: imago/osnapix

Münster. Die sportliche Realität der Westfalen indes deutet eher auf Sturzflug hin. Die Adlerträger sind nach zwölf Spieltagen Tabellenletzter. Auch die Personalie Seinsch hat Möhlmann bewogen, sich im Alter von 62 Jahren auf das für ihn neue Terrain der Dritten Liga zu wagen. Der 74-jährige Unternehmer (u. a. „Takko“ und „Kik“) besaß als Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg von 2000 bis 2014 entscheidenden Anteil daran, dass die Bayern von der Vierten in die Erste Liga aufstiegen. Auch in Münster plant Seinsch eine Arena für 40 000 Zuschauer als Grundlage des angestrebten Aufschwungs.

In der Rolle des "Feuerwehrmannes"

„Das Projekt bei den Preußen reizt mich“, sagt Möhlmann. Dazu komme seine persönliche Vergangenheit, in Münster habe schließlich seine aktive Karriere als Profifußballer begonnen. Auch durch die familiären Bindungen seiner Frau sei „der Kontakt nach Münster nie abgerissen“.

Möhlmann weiß aber auch, dass er zurzeit eher in der Rolle des „Feuerwehrmannes“ denn in der eines Entwicklers steckt. Der seit dem 16. Oktober gültige Vertrag ist auf vorerst nur acht Monate befristet. Der Traditionsklub durchläuft trotz namhafter Verstärkungen (Tecerci/Dresden, Rizzi, Rühle/beide Großaspach, Sandrino Braun/Stuttgarter Kickers) die tiefste sportliche Krise seit mehr als einem Jahrzehnt. Zwar beträgt der Abstand zum rettenden Ufer nur vier Punkte (Werder II/17. mit zwölf Zählern), doch der mit Erfurt (Rang 16) beginnende elfköpfige Mittelfeld-Pulk liegt bereits sieben bis acht Punkte entfernt.

"Können nicht nur powern"

Möhlmanns Premiere führte mit dem 0:1 bei den Pokalhelden aus Lotte zur bereits achten Saison-Niederlage. „Logisch, dass die Spieler in dieser Situation nicht vor Selbstbewusstsein strotzen. Das musst du dir erarbeiten. Dazu brauchst du Erfolgserlebnisse“, weiß der Trainer-Routinier. Ein erster Schritt in diese Richtung soll am Sonnabend (14 Uhr) im Heimspiel gegen die Kieler Störche gemacht werden. Wenn denn die Kraft reicht. Denn Möhlmanns Analyse nach der Pleite in Lotte glich einer verbalen Ohrfeige für seinen Vorgänger Horst Steffen: „Die physische Verfassung des Gegners war besser, das entsprach der Dritten Liga.“ Die Konditionskeule will der Mann, der mit 520 Einsätzen Rekordhalter für die Ewigkeit als Zweitliga-Trainer ist, dennoch im Schrank lassen. „Wir können im Laufe der Saison nicht nur powern“, so Möhlmann.

Dass die Kieler unter Coach Markus Anfang für Drittliga-Verhältnisse überdurchschnittliche spielerische Substanz auf den Rasen bringen, ist Möhlmann trotz seiner kurzen Amtszeit nicht verborgen geblieben: „Wenn die Basis stimmt, kann der neue Trainer auch seine Ideen einbringen. Vielleicht ist Kiel am Sonnabend sogar leichter Favorit.“ Knapp 1100 Spiele hat Möhlmann im Profifußball erlebt, 27 Jahre im Trainergeschäft gewirkt. An Duelle mit Holstein kann er sich nicht erinnern. Dabei könnte er genau die als positives Omen werten. In den Spielzeiten 1990/91 und 1991/92 gab’s in der damaligen Amateuroberliga für ihn als Coach der HSV-Amateure zwei Siege und zwei Remis.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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