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Störche überzeugen im Match gegen Köln

Holstein Kiel Störche überzeugen im Match gegen Köln

„Blaue Stunde“ am Rhein, „Störche Alaaf“ im Zentrum des närrischen Treibens! Dank einer couragierten Vorstellung gewann Fußball-Drittligist Holstein Kiel am Sonntagnachmittag bei Fortuna Köln vollauf verdient mit 3:2 (2:1).

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Die Spieler von Holstein Kiel ließen sich durch den ersten Treffer von Köln nicht irritieren.

Quelle: Uwe Paesler/ Archiv

Köln. Fabian Schnellhardt (2.) Rafael Czichos (9.) und Marc Heider (46.) sicherten mit ihren Treffern in einer intensiv geführten Partie den zweiten Sieg in Folge, den Sprung ins Tabellenmittelfeld und zugleich den erhofften „Dreier“ anlässlich des 100. Drittligaspiels von Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel.

Die Kölner Südstadt war präpariert. Weniger allerdings für das Fußballduell als vielmehr für die Fortsetzung der fünften Jahreszeit. 5000 Jecken begehrten Einlass in das „Kölschfest“-Zelt auf dem Parkplatz der Fortuna-Heimstatt. Im ebenso traditionsreichen wie tristen Südstadion selbst verloren sich nur rund 1400 zum Teil bunt kostümierte Zuschauer. Und die Eisbären, Frösche und pinkfarbenen Teufel auf den Rängen machten an diesem Tag lange Gesichter

Die rund 100 Schlachtenbummler aus dem Norden sahen eine Kieler Mannschaft, die zum dritten Mal in Folge in identischer Startformation auflief. Mit dem festen Willen im Gepäck, ausgerechnet bei der groß gewachsenen „Mannschaft der Stunde“ (vier Siege und ein Remis in den vergangenen fünf Partien sowie fünf Heimsiege in Folge) weiter auf Erfolgskurs zu steuern. Und tatsächlich – bereits nach 120 Sekunden jubelten die nach dem jüngsten 5:2-Heimerfolg gegen Chemnitz mit breiter Brust agierenden Störche. Nach Eckball von Steven Lewerenz traf Fabian Schnellhardt aus der Luft zur frühen Holstein-Führung.

Die Antwort der Rheinländer folgte indes nur sechs Minuten später. Nach einem Kölner Einwurf und Hamdi Dahmanis flacher Vorlage erzielte Torjäger Marco Königs aus Nahdistanz seinen 13. Saisontreffer zum Ausgleich. Und weiter ging’s im Takt. Anstoß, zweiter Eckball Holstein, 16-Meter-Hechtkopfball Patrick Herrmann, Abstauber Rafael Czichos – 2:1 für Holstein in der 9. Minute. Der erhoffte Spektakelfußball war Realität geworden. Einen 25-Meter-Freistoß zirkelte Lewerenz (17.) ans Aluminium des Fortunen-Gehäuses. Julius Biada (40.) verfehlte auf der Gegenseite das Ziel nur um Zentimeter.

„Unser Spiel ist im Kopf zu langsam, die Körpersprache schlecht“, zürnte Koschinat öffentlich per Stadionmikrofon beim Gang in die Kabine. Die fußballerisch über weite Strecken besseren Gäste zeichneten dem strengen Coach mit einem Blitzstart nach Wiederbeginn noch größere Sorgenfalten auf die Stirn. Exakt zehn Sekunden waren absolviert, da endete eine famose Kieler Ballstafette über vier Stationen bei Marc Heider, der eiskalt zum 3:1 abschloss und zugleich den Ruf der in Köln beheimateten Liga-„Schießbude“ manifestierte.

Die Nordlichter kontrollierten trotz der robusten Zweikampfführung der Gastgeber weiter das Geschehen. Auch als Siedschlag (69.) plötzlich und ohne Fremdeinwirkung auf den Rasen sackte und gegen Dominik Schmidt ausgetauscht werden musste. Erste Diagnose: Verdacht auf Muskelfaserriss. Der aufgerückte Innenverteidiger Eidur Sigurbjörnsson (74.) und Lewerenz (76.) verpassten die endgültige Entscheidung zu Gunsten der stets um Kreativität und schnelle Gegenangriffe bemühten, aber in letzter Konsequenz schludrig mit ihren Chancen umgehenden Kieler.

Köln mobilisierte die letzten Kräfte, kam aber durch einen 18-Meter-Freistoß von Julius Biada (88.) nur noch zum Anschlusstreffer. „Wir müssen dahin kommen, dass wir noch kaltschnäuziger unsere Konter zu Ende bringen. Mit einem 4:1 wäre der Käs’ gegessen gewesen. So aber wurde es am Ende noch einmal etwas knifflig“, resümierte Uwe Stöver, Geschäftsführer Sport bei Holstein, nach dem Auswärtscoup. „Störche Alaaf“, es war nach sechs Punkten und acht Toren aus den beiden vergangenen Spielen eine Kritik auf hohem Niveau.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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