16 ° / 11 ° stark bewölkt

Navigation:
Wiedersehen ohne Gewissensbisse

Holstein Kiel gegen Würzburger Kickers Wiedersehen ohne Gewissensbisse

In der Vorsaison war Steven Lewerenz bester Vorlagengeber der Würzburger Kickers, hatte maßgeblichen Anteil am Aufstieg der Unterfranken in die Dritte Fußball-Liga. Am Sonnabend (14 Uhr) geht der 24-Jährige im Trikot von Holstein Kiel auf Erfolgsjagd. Mit vier Treffern und fünf Torvorlagen als Top-Scorer der Störche.

Voriger Artikel
Siegermentalität gegen Würzburg gefragt
Nächster Artikel
Holstein-Frust statt neuer Lust

Schneller Antritt, feine Technik: Der 1,76 Meter große Mittelfeldspieler Steven Lewerenz (li.), hier im Duell mit Halle-Torwart Lukas Königshofer, hat im Trikot der Störche mit bislang vier Treffern und fünf Torvorlagen überzeugt.

Quelle: imago sportfotodienst

Kiel. Die am 13. Januar 1992 verstorbene Dressurreiter-Ikone Josef Neckermann, IOC-Präsident Thomas Bach oder Basketball-Heroe Dirk Nowitzki – die Liste der in Würzburg geborenen Sportprominenz ist lang. Auch der ehemalige Bundesliga-Profi Bernd Hollerbach zählt dazu. Am Sonnabend (14 Uhr) gastiert der 45-Jährige als Trainer des Drittliga-Aufsteigers Würzburger Kickers im Holsteinstadion bei den Störchen.

Und trifft hier einen seiner Leistungsträger aus dem Vorjahr wieder. Steven Lewerenz, 24 Jahre jung, einen Tag vor dem ersten Punktspiel dieser Saison am 25. Juli von den Kickers aus Unterfranken in einer Last-Minute-Aktion an die Kieler Förde transferiert. Sieben Tore und 18 Assists standen am Ende der vergangenen Saison auf dem Konto des gebürtigen Hamburgers. In der ersten DFB-Pokalrunde hatte Lewerenz gegen Zweitligist Fortuna Düsseldorf als gefeierter Held in der Verlängerung den 3:2-Siegtreffer für die Kickers erzielt. Und nach dem Titelgewinn in der Regionalliga Bayern zur Krönung der Serie in den Drittliga-Aufstiegsspielen auch noch den 1. FC Saarbrücken in zwei Partien (1:0 und 6:5 nach Elfmeterschießen) bezwungen. „Ich habe mich in dem einen Jahr Würzburg richtig wohl gefühlt. Sportlich waren das schöne Erlebnisse, die man nie vergisst. Und ich habe dort meine Freundin kennengelernt.“

Doch als am Ende der Vorbereitung auf dieses Spieljahr der Anruf aus Kiel kam, fiel seine Entscheidung gegen die Kickers und gegen Hollerbach, zu dem er, so Lewerenz, weiter „ein super Verhältnis habe“. Er wollte zurück in den Norden, wieder näher bei seinem in Hamburg lebenden Sohn sein. Und natürlich auch sein Glück bei einem ambitionierten Verein suchen, der kurz zuvor so denkbar knapp in der Zweitliga-Relegation gescheitert war. Ein schlechtes Gewissen plage ihn vor dem Wiedersehen mit den alten Kollegen nicht. Die Kickers sollen nach Darstellung Hollerbachs eine Ablösesumme für Lewerenz kassiert haben. Über die Höhe schweigt sich der ehemalige Assistent von Stahlbad-Trainer Felix Magath aus. Wolfgang Schwenke, Kaufmännischer Leiter der Kieler, mag diese Behauptung überhaupt nicht kommentieren.

Fakt ist, die Würzburger haben sich auch ohne Lewerenz in der Liga etabliert, stellen die beste Defensive der Liga, haben auswärts erst zwei Gegentreffer gefangen und rangieren nach zuletzt drei Unentschieden in Folge mit 21 Zählern einen Punkt und drei Plätze vor den Störchen. „Mit einem Sieg überholen wir Würzburg in der Tabelle. Das ist unser Ziel“, so der KSV-Flügelspieler.

Auch bei Holstein hat Lewerenz gut eingeschlagen. Mit vier Treffern und fünf Torvorlagen ist er der Top-Scorer der Störche. „Wenn er immer an seine Grenzen gehen würde, hätten wir noch mehr Freude an ihm. Aber insgesamt sind wir sehr zufrieden mit ihm“, urteilt Störche-Cheftrainer Karsten Neitzel. Laut dem Internetportal „transfermarkt.de“ hat der zweifache U19-Nationalspieler in Kiel mit 300000 Euro den höchsten Marktwert seiner bereits sieben Vereine umfassenden Karriere im Herrenfußball erreicht. Für ihn selbst läuft’s durchaus rund, mit seinem neuen Klub erlebte er dagegen bislang eine Ergebnis-Achterbahnfahrt. „Eine wirkliche Erklärung dafür habe ich auch nicht. Vielleicht musste sich die Mannschaft mit sehr vielen Neuzugängen erst finden. Jetzt kennt jeder die Abläufe. Ich hoffe, dass wir unsere Mini-Serie mit zwei Siegen am Stück am Sonnabend ausbauen können. Ich bin guter Dinge, dass wir gegen Würzburg dreifach punkten“, orakelt Lewerenz. Hollerbachs Verbal-Konter via „Mainpost“ verspricht sportliche Brisanz: „Er kennt uns natürlich, aber seine Gegenspieler werden ihn auch ganz genau kennen.“

Vor der Station Würzburg trug Lewerenz das Trikot von Mainz 05 II. Auch mit dem Bundesliga-Unterbau hob der Techniker mit dem Stakkato-Antritt ab in Liga drei. Zwei Aufstiege in zwei aufeinanderfolgenden Jahren – ein Faustpfand für die Kieler Störche in dieser Saison? „Danach sieht’s im Moment zwar nicht aus. Aber man kann in dieser ausgeglichenen Liga nie wissen. Wir müssen Schritt für Schritt vorangehen. Und dann sehen, wo wir am Ende stehen“, sagt Lewerenz. Das verschmitzte Lächeln bei diesen Worten signalisiert zumindest Lust auf mehr Erfolg.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

Vergleiche alle Wettquoten für Spiele von Hannover 96 bei SmartBets.
Mehr zum Artikel
Isländischer Innenverteidiger
Foto: Hat die anspruchsvolle Aufgabe, Holstein Kiels Defensive weiter zu stabilisieren: Eiður Aron Sigurbjörnsson, hier noch im Trikot von Örebro SK.

Der Fußball-Drittligist Holstein Kiel hat auf die Fehlerkette im Defensivverbund reagiert und ab Januar einen isländischen Innenverteidiger verpflichtet: Der 25-jährige Eiður Aron Sigurbjörnsson kommt vom schwedischen Erstligisten Örebro SK und erhält in Kiel einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Holstein Kiel 2/3