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Holstein Kiel feiert Befreiungsschlag

3:1 gegen RW Erfurt Holstein Kiel feiert Befreiungsschlag

Holstein Kiel hat mit einem 3:1 (2:1) beim FC Rot-Weiß Erfurt die Distanz zu den Abstiegsrängen in der 3. Fußball-Liga vergrößert. Torschützen waren René Guder (1. Minute), Steven Lewerenz (32.) und Manuel Schäffler (84./Foulelfmeter). Christoph Menz (34.) traf für die Hausherren.

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Torjubel nach dem Tor zum 0:2 durch Steven Lewerenz (Holstein Kiel).

Quelle: Karina Hessland

Erfurt. Kein Spiel für Ästethen, aber ein überaus wichtiger „Auswärtssdreier“ für die Störche. Verdient mit 3:1 (2:1) gewann Fußball-Drittligist Holstein Kiel bei Rot-Weiß Erfurt. René Guder (1.), Steven Lewerenz (32.) und Manuel Schäffler (84./Foulelfmeter) sicherten mit ihren Treffern den ersten Sieg der Nordlichter bei den Thüringern seit acht Jahren.

Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel hatte an diesem 5. Dezember kräftig am Personal-Karussell gedreht. Die Verletztenliste war natürlich im Vorwege klar: Kenneth Kronholm, Marlon Krause, Milad Salem (alle Reha nach Kreuzbandrissen), dazu fehlten in Erfurt Maik Kegel (Muskelverhärtung in der Wade) und Manuel Janzer (Oberschenkelzerrung). Rafael Czichos war wegen Gelbsperre gar nicht erst an seine alte Wirkungsstätte, wo er drei Jahre das RW-Trikot getragen hatte, mitgefahren. Die durchaus mutig zusammen gestellte Anfangsformation offerierte dazu vor den Augen des neuen Geschäftsführers Sport, Uwe Stöver, einige Überraschungen. Abwehr-Routinier Manuel Hartmann feierte sein Startelf-Comeback, Rene Guder seine Drittliga-Premiere als Mitglied der ersten Elf. Der 19-jährige Finn Wirlmann rückte neben Tim Siedschlag ins Mittelfeld. Vergleichsweise prominent besetzt war mit Denis-Danso Weidlich, Evans Nyarko, Marc Heider und Manuel Schäffler zwangsläufig die Einwechselbank.
   

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Trotz dieser Umstellungen kamen die Störche in der Tiefkühl-Atmosphäre der 50-Millionen-Euro-Baustelle Steigerwaldstadion blitzschnell auf Betriebstemperatur. Und einer ganz besonders: René Guder, der in anderthalb Jahren für die Nordlichter gerade einmal neun Drittliga-Minuten absolviert hatte. Nach Zuspiel von Saliou Sane stürmte der 21-Jährige auf und davon und tunnelte RWE-Keeper Eric Domaschke nach 51 Sekunden (!) zur Kieler 1:0-Führung. Fast übermannt von seinen Glücksgefühlen übte sich der Flügelspieler in seinem Jubellauf in Sprint und Sprung.

Holstein Kiel kontrollierte Raum und Gegner

Seine Kollegen kontrollierten auch dank der Rückkehr zum forschen Offensiv-Pressing fortan Raum und Gegner. Einzig KSV-Torwart Niklas Jakusch hielt die Hoffnung des im Spielaufbau einfallslosen Gastgebers in dieser Phase am Leben. Fast wäre Carsten Kammlott (17.) der Ausgleich gelungen, als Jakusch den Ball im eigenen Strafraum zu lange am Fuß führte und den Erfurter Torjäger beim finalen Schlag anschoss. Vier weitere Fußfehler des 25-jährigen Kieler Schlussmannes sorgten für Verunsicherung in eigenen Reihen auf dem Rasen und für Wutausbrüche auf der Holstein-Trainerbank.

Als aber Steven Lewerenz (32.) mit dem zweiten Beinschuss gegen Domaschke, Guder und Sane hatten zuvor energischen Einsatz im RWE-16er gezeigt, nach einem Konter auf 2:0 erhöht hatte, schienen sich die Kieler Gemüter zu beruhigen. Ganze 120 Sekunden hatte sich aber auch diese mentale Ruhephase erledigt. Nach Freistoßflanke von Okan Aydin aus dem Halbfeld fegte Christoph Menz im Rücken der Holstein-Abwehr heran und drosch die Kugel zum 1:2 ins Kieler Netz. Erneut hatte sich die Störche-Schwäche bei gegnerischen Standards bestätigt – erhöhter Pulsschlag inklusive.  

Störche in der Defensive sattelfest

Der zweite Durchgang war von noch mehr Zweikämpfen geprägt.Tugya Uzan (63.) traf für Erfurt den Außenpfosten des Kieler Gehäuses – das war aber auch schon die einzig nennenswerte Angriffsaktion der Thüringer. Anders die in der Defensive zumeist sattelfesten Störche. Hartmann per Kopf (66.) und zweimal der für Wirlmann in der 39. Minute eingewechselte Schäffler (74., 76.) per Fuß hatten das 3:1 auf dem Fuß. Im dritten Versuch vom Elfmeterpunkt, Marc Höcher hatte Fabian Schnellhardt gefoult, klappte es für Schäffler endlich – das Ende der 1344 Minuten dauernden Torflaute der KSV-Sürmer.

„Ich freue mich riesig für die Jungs. Wenn man die Gazetten in den vergangenen Wochen verfolgt hat, konnte man den Eindruck gewinnen, wir sind eine Gurkentruppe. Das war heute der dritte Sieg in den vergangenen vier Wochen“, sagte Neitzel nach der Partie.

Statistik: Rot-Weiß Erfurt — Holstein Kiel 1:3 (1:2)

Rot-Weiß Erfurt: Domaschke — Erb, Laurito, Nikolaou, Hergesell (81. Szimayer) — Menz — Pigl (76. Bichler), Tyrala, Aydin (56. Höcher) — Kammlott, Uzan. — Trainer: Preußer

Holstein Kiel: Jakusch — Herrmann, Manuel Hartmann, Schmidt, Kohlmann — Guder (69. Weidlich), Schnellhardt, Wirlmann (38. Schäffler), Siedschlag — Sané (59. Heider), Lewerenz. — Trainer: Neitzel

Schiedsrichter: Felix-Benjamin Schwermer (Magdeburg)

Tore: 0:1 Guder (2.), 0:2 Lewerenz (32.), 1:2 Menz (34.), 1:3 Schäffler (84., Foulelfmeter)

Zuschauer: 4985

Gelbe Karten: Tyrala, Kammlott, Höcher — Sané, Schnellhardt

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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