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Holstein lässt wieder zwei Punkte liegen

1:1 gegen Preußen Münster Holstein lässt wieder zwei Punkte liegen

Holstein Kiel konnte die frühe Führung in der 22. Minute durch Manuel Janzer nicht halten: In der 68. Minute verwandelte Michele Rizzi einen Elfmeter und sorgte so für den Ausgleich.

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Holstein Kiel konnte nur einen Punkt aus Münster mitbringen.

Quelle: imago

Münster. Das dritte Spiel in Folge ungeschlagen – und doch strahlte am Sonnabend niemand im Lager des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel. Das am Ende gerechte 1:1 (1:0) beim lange verunsicherten Schlusslicht Preußen Preußen konterkarierte die ersten 35 Minuten. In denen traf zwar Manuel Janzer (22.) zum 1:0. Doch diese Minimalführung der Störche entsprach einmal mehr den realen Kräfteverhältnissen in keiner Weise.   

Sonniger Herbstnachmittag, überraschende Personalien: Preußen-Trainer Benno Möhlmann veränderte seine Formation bei seiner Heimpremiere im Vergleich zum jüngsten 0:1 in Lotte auf vier Positionen. Der Kieler Coach Markus Anfang beorderte Manuel Janzer in die vorderste Front, ließ den Ex-Sandhausener Alexander Bieler als „falschen Flügel“ agieren. Als Reaktion auf die 297-minütige Auswärtstorflaute blieben die nominellen Offensiv-Stammkräfte Mathias Fetsch und Steven Lewerenz zunächst auf der Bank.

Eine Maßnahme mit Wirkung. Denn nachdem Bieler (1.), Janzer, Dominick Drexler und Kingsley Schindler (5.) im Dreierpack sowie Dominik Schmidt (17.) erneut Hochkaräter in der Anfangsphase ausgelassen hatte, folgte doch noch die Erlösung: Schindlers Flanke veredelte Janzer (22.) aus vier Metern im Hechtsprung per Kopf zur hochverdienten Kieler Führung. Es war zugleich das Ende der Auswärts-Torflaute nach 319 Minuten.

Die Gastgeber wirkten bis dahin träge im Kopf und lahm in den Beinen. Ihre schwarze Spielkleidung wirkte als Symbol für die sportliche Tristesse. Lediglich nach einem vermeintlichen Foul von Schmidt an Tobias Warschewski (19.) im Holstein-Strafraum gab’s Aufregung in hinteren Regionen der Gäste. Denen stieg ihre kollektive und individuelle Überlegenheit allerdings offenkundig zu Kopf. Hier ein missglückter Hackentrick, dort ein schlampiges Abspiel - der Schlendrian! So kippte nach einer halben Stunde die Partie.

Die westfälischen Adlerträger erinnerten sich, dass sie ihre bislang acht Zähler samt und sonders im heimischen Stadion erobert hatten. Und kurz vor der Pause schien das selbst eingebrockte Ungemach der Störche perfekt. Nach Warschewskis Diagonalpass kam KV-Linksverteidiger Arne Sicker gegen Tobias Rühle einen Tick zu spät und brachte den Ex-Großaspacher im eigenen 16er zu Fall. Doch Holstein-Keeper Kenneth Kronholm erwies sich Meister seines Fachs, wehrte den Strafstoß von Amaury Bischoff (44.) katzengleich ab.

Auch nach der Pause blieb der Tabellenletzte zunächst am Drücker. Vor allem Rühle narrte den verunsicherten Sicker mehrfach. Anfang reagierte, nahm den 19-jährigen Youngster vom Feld und schickte Lewerenz ins Rennen. Ein offensiver Wechsel, denn fortan übte sich der Mittelfeldakteur Tim Siedschlag – wie schon unlängst im Test gegen Hannover 96 II – in dieser für ihn eher ungewohnten Defensivvariante. Ein Wagnis, das nur zwölf Minuten dauerte. Dann löste Niklas Hoheneder den Kollegen Siedschlag ab.

Am Spielverlauf änderte dies indes nichts. Zahllose Fouls, zahlreiche Standards, kaum noch Spielfluss. Und doch kamen die Münsteraner zum Ausgleich. Als Warschewski und Sebastian Mai in einem Getümmel im KSV-Strafraum im Dreikampf mit Schmidt zu Fall kamen und Schiedsrichter Benedikt Kempkes „auf Verdacht“ und ohne einen Übeltäter benennen zu können, zum zweiten Mal auf den Punkt zeigte. Michele Rizzi (68.) traf zum Ausgleich.

Erst jetzt wachten die Nordlichter aus ihrer Lethargie auf, ohne allerdings trotz insgesamt 14 Ecken weitere Tore zu erzielen. Bitter zudem: Alexander Bieler musste in der 83. Minute nach einem nicht geahndeten Luftduell mit Ole Kittner mit der Trage vom Platz gebracht werden. Kurze Zeit später war der Ex-Sandhausener wieder ansprechbar, wurde aber dennoch zur exakten Diagnose ins Krankenhaus gebracht. Bieler erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und muss vorerst zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben.

Ansonsten war der Kieler Coach frustriert über den Spielausgang: „Wir sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden, hätten die Partie in den ersten 35 Minuten für uns entscheiden müssen. Wir waren aber wieder einmal nicht effektiv genug.“ Kapitän Rafael Czichos wurde noch deutlicher: „So wie wir zwischen der 35. und 75. Minute aufgetreten sind, haben wir in der Spitze der Dritten Liga nichts verloren.“     

 

Preußen Münster: Schulze Niehues – Tritz, Kittner, Mai, Al-Hazeimeh (81. Stoll) – Bischoff, Schwarz – Kara (69. Tekerci), Rizzi, Rühle – Warschewski (87. Özkara).

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Schmidt, Czichos, Sicker (54. Lewerenz) – Peitz – Schindler, Siedschlag (66. Lewerenz), Drexler, Bieler – Janzer (80. Fetsch).

Schiedsrichter: Benedikt Kempes (Thür) – Tor: 0:1 Janzer (22.), 1:1 Rizzi (68., Foulelfmeter)  – Zuschauer: 6183 – Gelbe Karten: Kittner, Schwarz, Bischoff/Sicker, Siedschlag, Peitz - Besonderes Vorkommnis: Kronholm pariert Foulelfmeter von Bischoff (44.).   

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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