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Holstein erneut brutal abgestraft

Talfahrt hält an Holstein erneut brutal abgestraft

Zwei individuelle Fehler in 90 Minuten, zwei Gegentore: Fußball-Drittligist Holstein Kiel wird in diesen Tagen gnadenlos abgestraft. Das 1:2 (1:1) am Sonnabend gegen die Stuttgarter Kickers vor 5112 Zuschauern im Holsteinstadion war die bereits dritte Niederlage in den vergangenen vier Partien mit nur einem Remis.

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Da war noch alles offen: Dominik Schmidt schoss das Tor für Holstein Kiel in der 23. Minute.

Quelle: Uwe Paesler (Archivbild)

Kiel. Der Fast-Aufsteiger der Vorsaison muss sich vorerst mit den Niederungen des Tabellenkellers abfinden. Besorgnis erregend ist vor allem die anhaltende Flut der Gegentore. Inklusive der  Spiele gegen Chemnitz (2:4), Fortuna Köln (2:2) und VfL Osnabrück (2:3) sind es mittlerweile elf in den jüngsten 360 Punktspiel-Minuten. Eine Tatsache, die unübersehbar für Verunsicherung in den Reihen der Störche sorgt. Sieben Zähler und Rang 16 zeugen in Zahlen von der aktuellen Ergebniskrise.

Es war ein Spiel ohne Event-Charakter, aber eines, das Taktikanhängern lange Zeit Freude ins Gesicht zeichnete. Die Kieler operierten gegen den schwäbischen Drei-Mann-Angriff mit einer Viererkette in letzter Instanz inklusive des erstmals in diesem Spieljahr Drittliga-Luft schnuppernden Routiniers Patrick Kohlmann. Denis-Danso Weidlich übernahm zumeist den Part des freien, des absichernden Akteurs. Die beiden Störche-Flügel Steven Lewerenz und Tim Siedschlag agierten bei gegnerischem Ballbesitz als Bewacher gegen die in die freien Räume auf den Außenbahnen stoßenden Kickers-Verteidiger Fabio Leutenecker und Fabian Baumgärtel.

Risikominimierung – so lautete das von gegenseitigem Respekt geprägte Motto hüben wie drüben. Außer einem 18-m-Knaller von Lewerenz (9.) gab’s anfangs keine packenden Strafraumszenen. Dann aber erinnerten sich die geduldig um Ballkontrolle bemühten  Kieler der Tatsache, dass Standards in einem strategischen Abnutzungskampf durchaus hilfreich sein können. Ecke Lewerenz, Kopfball Dominik Schmidt (22.) – und schon führten die Störche durchaus verdient mit 1:0.

Alles schien gerichtet. Doch dann passierte Folgendes: Nach weiter Flanke Patrick Herrmanns produzierte Siedschlag (33.) bei böigem Gegenwind im gegnerischen 16er ein Luftloch. Beim direkten Konter erlaubte sich Schmidt nach Baumgärtel-Pass einen folgenschweren Stellungsfehler, kam Robin Zentner zu früh aus seinem KSV-Gehäuse. Kickers-Mittelstürmer Gerrit Müller (34.) war’s egal, er nutzte die erste und einzige Torschance der Süddeutschen in Halbzeit eins eiskalt zum glücklichen Ausgleich.

Direkt nach dem Seitenwechsel bewiesen die Stuttgarter ihrerseits Klasse nach ruhenden Bällen. Ecke Baumgärtel, es war die erste der Gäste, Kopfballtorpedo des von Herrmann aus den Augen verlorenen Erich Berko (47.) – und plötzlich hatten die Mannen vom Degerloch die Partie gedreht. Eine missliche Situation für die Störche, denn nun durften die Kickers ihrer Lieblingsbeschäftigung frönen, dem Kontern. Die Kieler intensivierten zwar ihre Sturmbemühungen, es mangelte aber an Durchsetzungsvermögen, Präzision und Selbstbewusstsein vergangener Tage. Außer zwei Halbchancen von Siedschlag (54.) und Fabian Schnellhardt (59.) sowie einem Fernschuss des eingewechselten Marc Heider (84.) kam keine Gefahr vor dem Kickers-Tor auf. Auf der Gegenseite hatte Zentner wenig Mühe, einen Freistoß von Bentley Baxter Bahn zu entschärfen.

Der heftige Regenschauer beim Abpfiff glich aus Kieler Sicht einem Symbol. Auch KSV-Cheftrainer Karsten Neitzel rang um Fassung: „Bis zum 1:1 wurden die taktischen Vorgaben sehr, sehr gut umgesetzt. Danach haben wir die Souveränität bei eigenem Ballbesitz verloren, sind zu unruhig geworden, haben die falschen Entscheidungen getroffen. Jetzt haben wir eine Phase, die wir lange nicht mehr hatten. Wir müssen jetzt zusammenstehen. Es darf nicht sein, dass jetzt jeder seine eigenen Ideen entwickelt.“ Am Sonntag kommender Woche geht’s zum Zweitliga-Absteiger VfR Aalen. Das Team vom Ex-Holstein-Coach sorgte mit dem 4:0-Auswärtssieg in Cottbus für den Paukenschlag dieses Spieltages…     

Statistik

Holstein Kiel: Zentner – Herrmann, Schmidt, Weidlich, Kohlmann – Siedschlag (68. Janzer), Nyarko (76. Schäffler), Kegel, Lewerenz (68. Heider) – Schnellhardt, Sane.

Stuttgarter Kickers: Sattelmaier – Leutenecker, Bihr, Stein, Baumgärtel – Bahn, Marchese (90. Starostzik), Braun – Badiane, Müller (63. Soriano), Berko (78. Mendler).

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin) – Tore: 1:0 Schmidt (22.), 1:1 Müller (34.), 1:2 Berko (47.) – Zuschauer: 5112 – Gelbe Karten: -/Stein, Berko.

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Willkommen im Tabellenkeller, Holstein Kiel! Von Abstiegsgefahr zu sprechen, verbietet sich angesichts der noch ausstehenden 31 Spieltage. Doch die Krise, in die sich der Fußball-Drittligist nur drei Monate nach dem so knapp verpassten Aufstieg hinein manövriert hat, die lässt sich nicht leugnen.

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