21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Holstein Kiel kassiert erste Saisonniederlage

0:1 in Aalen Holstein Kiel kassiert erste Saisonniederlage

Ein abgefälschter Last-Minute-Sonntagsschuss stürzte Fußball-Drittligist Holstein Kiel am Sonnabend in die Ergebniskrise zum Saisonstart. „Maxi“ Welzmüller (88.) zeichnete aus 30 Metern für den 1:0 (0:0)-Heimerfolg des Sechs-Punkte-Teams VfR Aalen verantwortlich.

Voriger Artikel
Drexler fordert Effizienz
Nächster Artikel
Holstein Kiel zum Heimsieg verdammt

Kapitän Czichos sieht die rote Karte.

Quelle: imago

Aalen. Ein äußerst bitterer Schlussakkord für die im Sturm zu harmlosen Gäste aus dem Norden, die trotz der Roten Karte für ihren Kapitän Rafael Czichos (41.) dank extrem hohen Laufaufwandes ihr  Minimalziel Remis in der Scholz Arena dicht vor Augen hatten.

Bei optimalem Fußball-Wetter (20 Grad, Sonne-Wolken-Mix, leichte Brise) liefen die Mannschaften in die Scholz Arena ein. Animiert vom Steiger-Lied, der traditionellen  Bergbau-Musik, leuchteten in Durchgang eins die Grubenlampen der Gastgeber heller. Deutlich war die Handschrift des Cheftrainers Peter Vollmann zu erkennen: kompakt, gut gestaffelt und aggressiv in der Arbeit gegen den Ball, schnörkellos bei den eher seltenen offensiven Nadelstichen – eine weniger auf Brillanz, sondern auf das Ergebnis ausgerichtete Strategie.

Die Störche, die ohne die Mittelfeld-Akteure Dominic Peitz (Innenbandanriss Knie), Alexander Bieler (Magen-Darm-Infekt) und Milad Salem (Muskelfaserriss) auskommen mussten, besaßen zwar in Sachen Ballbesitz eine leichte Dominanz, doch mangelte es ob fehlender Kreativität, Präzision und Handlungsschnelligkeit auch ohne Ball an der finalen Durchschlagskraft im letzten Drittel vor dem gegnerischen Gehäuse.

Und auch in den hinteren Regionen stimmte zunächst nicht alles. Als Kenneth Kronholm im Manuel-Neuer-Stil aus seinem Tor eilte, um die Situation zu bereinigen, köpfte der KSV-Keeper die Kugel zu kurz vor die Füße von Gerrit Wegkamp (10.), der aus 25 Metern auf das leere Tor zielte, zum Kieler Glück aber nur den Außenpfosten traf. 13 Minuten später war es erneut Wegkamp (23.), der nach Doppelpass mit Mika Ojala nur knapp am Holstein-Gehäuse vorbei schoss.

Und die Nordlichter? Linksverteidiger Patrick Kohlmann (7., 25.) prüfte bei seinen Vorstößen per flacher Flanke und Torschuss Daniel Bernhardt zwischen den VfR-Pfosten zweimal immerhin in Ansätzen. Evans Nyarko (45.) zirkelte die Kugel aus 16 Metern wenige Zentimeter über die Latte des Aalener Tores.

Eine Aktion, die in Kieler Unterzahl geschah. Denn nach einem Patzer des nicht immer souveränen Niklas Hoheneder (41.) stürmte urplötzlich Wegkamp allein in Richtung Kronholm. Czichos mühte sich zu retten, was zu retten war und griff dem Aalener Angreifer gut 20 Meter vor dem eigenen Gehäuse an die Schulter. Für den insgesamt überforderten Schiedsrichter Patrick Alt eine Notbremse, der Holstein-Kapitän sah die Rote Karte. Eine sehr harte, aber vertretbare Entscheidung.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Mannen von der Ostalb, denen im Angriff trotz numerischer Überlegenheit nur selten Produktives einfiel, bei der Wahl ihrer Zweikampfmittel nicht eben zimperlich. Zielscheibe ihrer Einsatzlust war häufig ihr Ex-Kollege Dominick Drexler, bei dem jede Aktion mit Pfiffen von den Rängen bedacht wurde. Die Gäste legten läuferisch noch eine Schippe drauf, igelten sich keineswegs nur im eigenen Hoheitsbereich ein, kreierten im Sturm ihrerseits auch kaum Gefahrenmomente. Die intensive Partie plätscherte ohne nennenswerte Höhepunkte dahin. Nur einmal brannte es lichterloh im Holstein-Strafraum. Als in der 73. Minute Alexandros Kartalis, Ojala und Wegkamp die mögliche Führung verpassten.

Dann aber zeigte der VfR jene Entschlossenheit in der Endphase, der ihn schon zum Auftakt beim 2:1 in Wiesbaden auf die Siegerstraße geführt hatte. Mit dem Mute der Verzweiflung und in Ermangelung einer Anspielstation zog Welzmüller aus 30 Metern ab. Der Ball wurde von der Fußspitze Tim Siedschlags noch leicht abgefälscht, knallte gegen den Innenpfosten und von dort zum Jubel der knapp 4000 Aalener Anhänger zum 1:0 ins Netz der Kieler. Siedschlags Kopfballchance in der Nachspielzeit brachte nicht den aus Störche-Sicht erhofften Ausgleich.

„Das war kein gutes Auswärtsspiel von uns. Es war wie in der vergangenen Woche beim 1:1 gegen den FSV Frankfurt. Dort kassieren wir fünf Minuten vor Schluss den Ausgleich, heute zwei Minuten vor dem Abpfiff den Gegentreffer. Unter dem Strich haben wir selbst zu wenig Gefahr in der Offensive ausgestrahlt.“       

             

VfR Aalen: Bernhardt – Schwabl, R. Müller, Geyer, Meniger – Welzmüller – Ojala, Preißinger, Kartalis (81. Vasiliadis), Kefkir (66. Sucsuz) – Wegkamp (81. Morys).

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Hoheneder, Czichos, Kohlmann – Nyarko, Dürholtz (43. Sigurbjörnsson) – Lewerenz, Janzer (73. Siedschlag) – Sane (85. Fetsch), Drexler.

Schiedsrichter: Patrick Alt (Heusweiler) – Tor: 1:0 Welzmüller (88.) – Zuschauer: 4021 – Rote Karte: Czichos (41.) wegen Notbremse - Gelbe Karten: Welzmüller, Kartalis – Drexler, Czichos, Sane.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Holstein Kiel 2/3