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Holstein Kiel: Unentschieden in letzter Minute

1:1 (0:1) gegen SV Wehen Wiesbaden Holstein Kiel: Unentschieden in letzter Minute

Erst hatten sie kein Geschick, doch dann kam das Last-Minute-Glück: Mit der buchstäblich letzten Aktion der Partie traf Verteidiger Dominik Schmidt (90.+2) zum 1:1 (0:1) gegen den SV Wehen Wiesbaden.

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Holstein Kiel hat sich mit einem Treffer in der 90. Minute ein Unentschieden gegen den SV Wehen Wiesbaden gesichert.

Quelle: Jan-Phillip Wottge

Kiel. Und bescherte dem Fußball-Drittligisten Holstein Kiel den im Kampf um den Klassenerhalt so wichtigen, allerdings nicht mehr ernsthaft von den 4666 Zuschauern erwarteten Heimpunkt.

Schon der Auftakt dieses so wichtigen Arbeitstages begann mit einer unliebsamen Überraschung für die Störche. Saliou Sane, Stürmer mit klarem Aufwärtstrend in den vergangenen Wochen und Startelf-Kandidat, kam zu spät zum Treffpunkt und wurde aus „disziplinarischen Gründen“, so Holstein-Sportchef Uwe Stöver, für dieses Partie aus dem Kader verbannt. Für ihn rückte Marc Heider in die Anfangsformation, während der etatmäßige Defensiv-Allrounder Denis-Danso Weidlich für den gesperrten Fabian Schnellhardt den verkappten Flügelspieler gab.

35 Minuten lang ging die Umsetzung des Planes von Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel nur ansatzweise auf. Kein Tempo, kein Schneid, geringe Präzision, kein Esprit, kein Zweikampfverhalten – offensiv fanden die zuletzt so stark auftrumpfenden Kieler zunächst überhaupt nicht statt. Gegen einen ums sportliche Überleben kämpfenden Gegner, der kompakt und robust agierte, schon in der ersten Halbzeit drei Gelbe Karten kassierte, sich aber keineswegs nur auf die Sicherung der Defensive beschränkte.

Holstein Kiel wachte auf

Nach Querschläger Patrick Kohlmanns nahm Wiesbadens Angreifer Luca Schnellbacher (22.) aus 20 Metern Maß und drosch die Kugel zur Gäste-Führung in den Winkel des Kieler Gehäuses. Es war der erste Treffer der Hessen nach zuvor fünf Begegnungen ohne eigenes Tor. Zehn Minuten später zog David Blacha aus 30 Metern ab, traf aber zum Glück der Nordlichter nur die Querlatte.

Erst jetzt wachte die KSV Holstein auf, ging im Angriff forscher zu Werke. Mathias Fetsch (35.), Tim Siedschlag (40.) mit einem von SVWW-Keeper Markus Kolke ans Aluminium gelenkten 25-m-Strahl und Czichos per Kopf (41.) verpassten den Ausgleich. Ein Strohfeuer, denn nach Wiederbeginn ging’s noch träger weiter als zum Spielbeginn. KSV-Torwart Robin Zentner bewahrte seine Farben nach Freistoß von Patrick Funk (49.) per Parade sogar vor dem 0:2. Nach einer Stunde erlöste Nürnberg-Leihgabe Willi Evseev den völlig wirkungslosen Weidlich. Nach 73 Minuten kam Manuel Schäffler für ebenso schwachen Heider. Der Wunsch auf einen erfolgreichen Schlussspurt der Störche indes blieb zunächst unerfüllt.

Im Gegenteil: Fabian Frank (81.) traf per Kopfball erneut nur das Aluminium, Sebastian Mrowca (87.) verfehlte nach Zentner-Schnitzer das leere Tor und vergab damit den zweiten SVWW-Matchball.

Diese Fahrlässigkeit sollte sich bitter rächen. Mathias Fetsch passte von der linken Seite quer durch den Strafraum, Schmidt kam angerauscht, visierte die Kugel an und hämmerte sie aus 14 Metern ins Netz der am Ende kurzzeitig demoralisierten Gäste. Schluss, Aus, Feierabend!  „Sekt oder Selter. Entweder das Ding geht rein oder der Ball fliegt aus dem Stadion“, sagte der gefeierte Holstein-Schütze nach der Partie. Karsten Neitzel hingegen konstatierte vor dem anstehenden Trip zum Liga-Priumus Dynamo Dresden: „Das war kein gutes Spiel von uns. Aber wir haben jetzt sieben Punkte in den vergangenen drei Spielen geholt, damit eine kleine Serie am laufen und Wiesbaden auf Distanz gehalten. Und mit einem solchen Schlusserlebnis wie heute nimmst einen emotionalen Reiz mit.“  

Statistik

Holstein Kiel : Zentner – Herrmann, Schmidt, Czichos, Kohlmann – Weidlich (61. Evseev), Siedschlag (78. Nyarko), Kegel, Lewerenz – Heider (73. Schäffler), Fetsch.

SV Wehen Wiesbaden : Kolke – P. Funk, Dams, Franke, Vitzthum – Pezzoni, Blacha – Lindner (88. Ruprecht), Golley – Schindler (70. Oehrl), Schnellbacher (78. Mrowca).

Schiedsrichter : Felix-Benjamin Schwermer (Magdeburg) – Tore: 0:1 Schnellbacher (22.), 1:1 Schmidt (90.+2) – Zuschauer: 4666 – Gelbe Karten: Nyarko, Kohlmann, Schmidt/Vitzthum, P. Funk, Lindner.    

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