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Störche widerlegen die Vorurteile

3:1 Sieg gegen Stuttgart Störche widerlegen die Vorurteile

Das in dieser Saison gängige (Vor-)Urteil über den Drittligisten Holstein Kiel, er könne nur gepflegten Kombinations-Fußball spielen, aber nicht flexibel auf widrige Umstände reagieren, hat die Mannschaft von Trainer Karsten Neitzel mit dem 3:1 (1:0)-Sieg beim VfB Stuttgart II eindrucksvoll widerlegt.

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VfB Stuttgart II - Holstein Kiel: Die Störche jubeln - in der Mitte: Fabian Schnellhardt.

Quelle: imago

Stuttgart. Nur eine Woche nach dem Aus im Halbfinale des Landespokals beim VfB Lübeck, als sich der Favorit von der hohen Motivation der Regionalliga-Amateure und dem tiefen Geläuf an der Lohmühle den Schneid hatte abkaufen lassen, demonstrierten die Kieler Profis, dass sie den gleichen Fehler nicht ein zweites Mal machen wollten. Nach der Platzbegehung haderten die Gäste nicht lange mit dem irregulären Rasenzustand im Stuttgarter Gazi-Stadion, sondern begriffen die flächendeckenden Wasserpfützen als Herausforderung, die es zu meistern galt.

Mit enormer Kampfkraft und ständiger Bereitschaft, dem Kameraden zu helfen, wenn der Ball mal wieder im Wasser liegen geblieben war, kontrollierten die Störche insbesondere in der zweiten Halbzeit die Gegebenheiten, den Gegner und das Spiel. Der KSV-Coach war denn auch voll des Lobes – was nicht so häufig vorkommt: „Wenn der Schiedsrichter anpfeift, dann muss man spielen. Das hat meine Mannschaft sehr, sehr gut gemacht. Und es war wichtig, dass wir von der Bank vernünftig nachgelegt haben. Wir konnten auf alle Situationen in diesem Spiel die richtigen Antworten liefern“, sagte Neitzel und kritisierte lediglich milde die Torausbeute. „Wir hätten auch noch das vierte oder fünfte Tor machen können.“

Das ist korrekt, spielt aber für das neue Gesamtbild keine entscheidende Rolle. Die Perspektiven erscheinen nun unerwartet gut, nachdem das Team „schmutzigen“ Erfolg in ihr taktisches Repertoire aufgenommen hat. „Vielleicht kommt jetzt eine kleine Serie“, frohlockte Rafael Czichos, der sich als Abwehrchef etabliert hat. „Nun können wir im nächsten Heimspiel gegen Würzburg den Anschluss ans Mittelfeld herstellen“, ergänzte Neitzel.

Die Tatsache, dass unter den drei Holsteiner Torschützen erneut kein Angreifer war, entwickelt sich langsam zum running gag, über den die Beteiligten selber lachen müssen. Manuel Schäffler, der in seinem Sechs-Minuten-Einsatz wieder einmal eine große Chance vergab, feixte nach dem Abpfiff: „Das war so schlecht von mir, eine Katastrophe! Im Training heute früh mache ich fünf Stück, und dann schieße ich den so drüber, weil ich eine Sekunde vorher so eine dumme Idee hatte. Der Torwart spekuliert auf die lange Ecke, und dann will ich ihn nur reinschieben in die kurze Ecke.“ Dumm gelaufen, aber wenn die Kollegen die nötigen Tore schießen, stimmt das Gesamt-Kunstwerk des Kollektivs. Das fanden auch die drei Holstein-Fans, die mehr als eine Stunde nach dem Abpfiff noch im Regen tanzten und in den Stuttgarter Nacht-Nebel den „eingenordeten“ Schlachtruf-Klassiker aus Italien riefen: „Forza, Holstein!“      

VfB Stuttgart II – Holstein Kiel 1:3

Stuttgart: Uphoff – Mwene, Peric, Sama, M. Zimmermann – Besuschkow, Ristl (70. Grbic), Wanitzek – Kiesewetter (63. Gabriele), Tashchy, Elva (46. Grüttner).

Holstein: Jakusch – Herrmann, Weidlich, Czichos, Kohlmann – Siedschlag – Lewerenz (84. Schäffler), Kegel (54. Schmidt), Schnellhardt, Janzer (66. Heider) – Sane.

Schiedsrichter: Pfeiffer (Nieder-Wöllstadt) – Tore: 0:1 Schnellhardt (11.), 0:2 Lewerenz (47.), 0:3 Schmidt (74.), 1:3 Wanitzek (76.) 

Zuschauer: 507 

Gelbe Karten: Sama, Mwene / Herrmann.

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