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Manchmal muss eine Nullnummer reichen

Mainz 05 II - Holstein Kiel Manchmal muss eine Nullnummer reichen

Holstein Kiel ist mit einem torlosen Unentschieden gegen FSV Mainz 05 II in die Rückrunde der Dritten Liga gestartet. Das Team von Trainer Karsten Neitzel verpasste damit die Gelegenheit, sich für die 0:4-Schlappe vom ersten Spieltag der Saison zu revanchieren.

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Steven Lewerenz (Holstein Kiel) gegen Daniel Bohl (li.) und Benedikt Saller.

Quelle: imago/Jan Huebner

Mainz. Manchmal muss auch eine Nullnummer reichen. Nach einer umkämpften Partie mit zwei unterschiedlichen Gesichtern fuhr Fußball-Drittligist Holstein am Sonnabend mit einem 0:0 bei Mainz 05 II nach Hause. Pech für die Störche zum Auftakt der Rückrunde, dass es nicht zum vierten „Dreier“ in den vergangenen fünf Begegnungen reichte. Denn noch in der Nachspielzeit hatte Finn Wirlmann die große Chance zum fünften Auswärtserfolg der Nordlichter in dieser Saison.

Die Partie begann mit 15-minütiger Verspätung und Sorge um den Schiedsrichter Tobias Reichel, dem plötzlichen Nasenbluten zusetzte. Was beide Mannschaften in der Folge an Offensivaktionen boten, sorgte für Entspannung bei den 789 Zuschauern im Bruchwegstadion. Hüben wie drüben funktionierten die Defensivsysteme. Fehlpässe und  Missverständnisse auf beiden Seiten sowie die Chancenflaute hielten trotz der unübersehbaren technischen  Finesse des Mainzer Ausbildungsteams den Unterhaltungswert des Treibens in einem überschaubaren Rahmen.

Ohne Spielmacher Fabian Schnellhardt (Einblutung in der Gesäßmuskulatur) agierte Holstein gegen den Ball in einer 4-1-4-1-Strategie. Mit Startelf-Rückkehrer Evans Nyarko auf der „Sechs“ und Denis-Danso Weidlich in offensiverer Mittelfeld-Position. Doch weder Sturmspitze Marc Heider noch die Flügel Steven Lewerenz und René Guder setzten am Tag des 40. Geburtstag von Holstein-Knipser-Legende Dmitrijus Guscinas auch nur einen positiven Akzent im Hoheitsbereich des Gegners. Die Talente aus Mainz, mit den zuletzt in der Bundesliga erprobten Alexander Hack und Philipp Klement in der ersten Elf, demonstrierten zumindest in Ansätzen Spielkultur. Je dichter der Ball allerdings vor das Gehäuse von Niklas Jakusch kam, je unpräziser und harmloser wurden die Versuche.

Bis zur 45. Minute hielten Manuel Hartmann und Rafael Czichos das Abwehrzentrum der Kieler dicht. Dann aber entwischte urplötzlich Luca Höler, bei der 0:4-Hinspielpackung der Kieler noch dreifacher Torschütze der Mainzer, den Störchen – und schoss die Kugel um Zentimeter am KSV-Tor vorbei.

Nach Wiederbeginn nahmen die Störche ihre Kontrahenten etwas tiefer als zuvor auf.  Ergriffen fortan die Initiative, gewannen mehr Zweikämpfe, gingen aggressiver und selbstbewusster zur Sache. Und hatten einen Riesen zur Führung. Nach zügigem Konter über die Stationen Tim Siedschlag und Guder stand Heider (57.) frei vor Jannik Huth. Anstatt die Kugel quer zum besser postierten Mitspieler zu passen, schob der Torjäger im Wartestand den Ball mit seinem schwächeren rechten Fuß dem 05-Keeper in die Beine.

Nach seinem ersten erfolgreichen Sololauf flankte Lewerenz (70.) per Chip in die Mitte, wo der 60 Sekunden zuvor eingewechselte Manuel Schäffler aber zu überrascht von dem ihm aufs Knie fliegenden Ball war.  Sechs Minuten später kam Guder einen Bruchteil eher an den Ball als Huth und ging im Mainzer Strafraum zu Boden – der mögliche Strafstoß-Pfiff indes blieb aus. Großes Aufstöhnen im Kieler Lager, nachdem Guder aus rund 30 Metern nur die Querlatte des Mainzer Gehäuses getroffen hatte. Zentimeter fehlten in der Nachspielzeit, als „Joker“ Wirlmann nach Schäffler-Flanke nach dem Blitzstart beim jüngsten 3:1 in Erfurt an diesem Sonnabend den Last-Minute-Sieg verpasste.

„Das waren zwei unterschiedliche Halbzeiten von unserer Mannschaft. Die erste war weniger gut, die zweite besser. Wir hatten drei, vier Chancen zum Sieg. Aber wir sind mit dem Remis bei diesem Gegner mit einer wahnsinnigen Qualität nicht unzufrieden“, resümierte Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel nach der letzten Auswärtstour des Jahres.   

Statistik: Mainz 05 II - Holstein Kiel 0:0 (0:0)

Mainz 05 II: Huth – Schilk, Hack, Kalig, Schorr – Bohl, Saller – Parker (64. Pflücke), Klement, Serdar (64 Derstroff) – Höler (76. Costly).

Holstein Kiel: Jakusch – Herrmann, Hartmann, Czichos, Kohlmann – Nyarko – Guder (89. Schmidt), Siedschlag, Weidlich, Lewerenz (79. Wirlmann) – Heider (69. Schäffler).

Schiedsrichter: Tobias Reichel (Sindelfingen) – Zuschauer: 789 – Gelbe Karte: Bohl/-.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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