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Ein Punkt gegen den Abstieg

Holstein Kiel Ein Punkt gegen den Abstieg

Ein ganz bitteres Déjà-vu zur 0:1-Heimniederlage vor einer Woche gegen den VfL Osnabrück erlebte Fußball-Drittligist Holstein Kiel beim Abstiegskandidaten Stuttgarter Kickers. Trotz der besten Halbzeit der gesamten Saison, aus der bereits vor der Pause hochkarätige Chancen für drei Spiele hervorgingen, reichte es für die Kieler nur zu einem 0:0.

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Marc Heider kassierte eine gelbe Karte in Stuttgart.

Quelle: Uwe Paesler (Archiv)

Stuttgart. Vor knapp 100 mitgereisten Holstein-Fans machten die Störche dort weiter, wo sie vor Wochenfrist gegen den VfL Osnabrück aufgehört hatten – im Positiven wie im Negativen. Aus einer sicheren Defensive zogen die Gäste ihr schnelles und technisch feines Kombinationsspiel auf, dem die Kickers, immerhin mit zuletzt zwei Siegen im Rücken, nur hinterherlaufen konnten. Der verdiente Effekt: acht (in Worten: acht) fette Chancen allein in der ersten Halbzeit. Doch was die Kieler vor dem Kasten von Keeper Rouven Sattelmaier daraus machten, ging nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut.

Der schnell ausgeführte Freistoß von Fabian Schnellhardt zum Auftakt (3.), den Sattelmaier hielt, war da nur der erste Vorgeschmack. Zwar hätte Bentley Bahn eine Minute später bei der einzigen Fahrlässigkeit der Holsteiner beinahe den Führungstreffer für die Blauen erzielt, doch danach kontrollierten nur noch die Gäste das Geschehen. Der Torschrei lag der kleinen Holstein-Kolonie schon auf den Lippen, als Klaus Gjasula einen wunderbaren Freistoß von KSV-Flügelflitzer Steven Lewerenz auf der Torlinie wegköpfte (7.).

Klasse Hereingabe von Lewerenz

Eine Show der ganz besonderen Art bot das genial-tragische Duo Lewerenz/Mathias Fetsch, die nicht weniger als viermal (14., 15., 27., 36.) das gleiche Schauspiel boten: klasse Hereingabe von Lewerenz, Fetsch frei vor dem Tor, Ball daneben oder gehalten. Darüber hinaus scheiterte der Neuzugang aus sechs Metern an Sattelmaier (16.). Und als Marc Heider einen verheerenden Querpass von Bahn erlief und frei auf das Stuttgarter Tor sprintete, hoffte die Holstein-Bank, vielleicht über die Variante Alleingang zum Führungstreffer zu kommen. Vergeblich, der glücklose Angreifer schob den Ball neben das Tor (28.). Mit einer Mischung aus Frust und Zuversicht gingen Neitzels Männer in die Pause. So eine drückende Überlegenheit, so eine spielerische Dominanz musste doch irgendwann endlich zum hoch verdienten Lohn führen.

Doch nach dem Wechsel musste Holstein auch in der Rückwärtsbewegung weiter konzentriert bleiben. Denn das Team von Trainer Tomislav Stipic war keineswegs demoralisiert, sondern glaubte an die alte Fußball-Wahrheit: Wer viele Chancen vergibt, wird am Ende bestraft. Der nach einer Stunde knapp vorbeistreichende Kopfball von Stephane Mvibudulu war ein warnender Beleg für die intakte Moral des Tabellen-19.

Chancen-Füllhorn war nahezu verbraucht

Und die Unverzagtheit der Kickers hinterließ Wirkung bei den Störchen, die zwar weiterhin engagiert nach vorn agierten, doch das Chancen-Füllhorn war nahezu verbraucht. Ein Lewerenz-Schuss wurden von Gjasula abgeblockt (65.). In den letzten 20 Minuten entwickelte sich bei den Störchen die fatale Mischung aus nachlassender Kraft und chwindendem Glauben, wenigstens noch das eine Tor zu erzielen, während die Gastgeber zwar spielerisch limitiert, aber unbeirrt an ihre Chance auf einen Dreier glaubten. Diese Hoffnung erfüllte sich für beide Teams nicht mehr.

„Wir haben eine tolle erste Halbzeit gespielt und es nur versäumt, mindestens ein bis zwei Tore zu machen. Wichtig war, dass die Mannschaft nach dem Osnabrück-Spiel auf dem Platz stand, als wenn nichts gewesen wäre“, sagte Karsten Neitzel gefasst. „Wir haben einen Punkt mitgenommen. Jetzt heißt es Mund abputzen und weiter geht’s.“

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