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Mit Volldampf gegen Energie

Holstein Kiel Mit Volldampf gegen Energie

Der Blick auf die nackten Zahlen lässt heute (14 Uhr) einen lockeren Arbeitstag für den Fußball-Drittligisten Holstein Kiel erahnen: Mit Energie Cottbus gastiert der Vorletzte des Klassements im Holsteinstadion. Seit acht Spielen warten die Lausitzer auf ein Drei-Punkte-Erlebnis, haben die wenigsten Treffer der Konkurrenz erzielt, das letzte Tor liegt sogar schon 326 Minuten zurück.

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Allein gegen alle: Patrick Breitkreuz (2. v. li.) nimmt es im Trikot von Energie Cottbus gleich mit drei Zerstörern von den Stuttgrter Kickers auf. Das letzte seiner insgesamt sieben Tore für die Lausitzer erzielte der ehemalige Kieler am 28. November.

Quelle: imago/photoarena/Eisenhuth

Kiel. Störche-Cheftrainer Karsten Neitzel indes misst der Statistik geringe Bedeutung bei. Der 48-Jährige bewertet den Gegner als ein Ensemble, das „fußballerisch mehr im Kader hat, als die Mannschaft auf den Platz bringt“. Und ohnehin seien Prognosen in dieser ausgeglichenen Liga faktisch kaum möglich. Auch deshalb mag sich Neitzel nicht auf Rechenspiele in Sachen Klassenerhalt einlassen: „40 Punkte können reichen, vielleicht müssen es aber auch 44 sein.“ Jeder Sieg bedeute in dieser Saisonphase einen halben Zähler mehr.

Um die Mission „Heimerfolg Nummer fünf“ trotz der Belastungen durch die Englische Woche erfolgreich zu gestalten, veränderte Neitzel den gewohnten Wochenablauf. Am Donnerstag stand für die KSV-Profis aktive Regeneration auf dem Programm, am üblicherweise freien Freitag bat der Trainerstab die Akteure zur Abschlusseinheit. Fehlen werden heute erneut Willi Evseev (Muskelfaserriss) und Dominik Schmidt, der bei der jüngsten 0:1-Niederlage in Rostock zum bester Kieler Feldspieler avancierte, sich im Ostseestadion aber die fünfte Gelbe Karte einhandelte und damit für ein Spiel gesperrt ist. Auch Stürmer Mathias Fetsch und Mittelfeld-Organisator Tim Siedschlag werden laut Neitzel von „kleinen Wehwehchen“ geplagt, über einen Einsatz muss kurzfristig entschieden werden. Gut möglich, dass der 19-jährige Finn Wirlmann für Schmidt auf die „Sechser“-Position ins zentrale defensive Mittelfeld rückt.

Die zuletzt zumeist stabile Abwehr steht heute gegen die groß gewachsenen Energie-Spitzen Richard Sukuta-Pasu und Patrick Breitkreuz in der Pflicht. Jener Breitkreuz, der von 2013 bis 2015 das Holstein-Trikot trug und sich in 70 Pflichtspielen für die Störche den Ruf eines Edel-Jokers erwarb. Für Cottbus hat der 24-Jährige in dieser Serie bislang sieben Mal getroffen. Eine Partie mit besonderen Vorzeichen, gibt es vielleicht noch alte Rechnungen zu begleichen? „Ich gehe davon aus, dass ich in Kiel alle Rechnungen beglichen habe“, antwortet Breitkreuz im Flachs. Natürlich sei es ein besonderes Spiel gegen die ehemaligen Kollegen: „Bei Holstein habe ich viele Freunde und richtig Bock drauf, mich mit ihnen zu messen.“

Keine Lust auf Späße hat derweil Cottbus-Coach Vasile Miriuta. Zu seiner aktiven Zeit als Freistoßkünstler bekannt, der sich auch mit Champagner und Zigarren ablichten ließ, zeigt der 47-Jährige als Trainer im sportlichen Existenzkampf seine harte Seite. Innenverteidiger Thomas Hübener wurde wegen der Verbreitung schlechter Stimmung in die U23 abkommandiert, Flügelspieler Mounir Bouziane wegen schlechter Form kurzfristig aus dem Kader für Kiel gestrichen.

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