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Gegen Holstein Kiel aus der Krise?

VfB Lübeck Gegen Holstein Kiel aus der Krise?

Für den Regionalligisten VfB Lübeck ist ein Sieg im Halbfinale des SHFV-Lotto-Pokals (14 Uhr) an der Lohmühle gegen Holstein Kiel die mutmaßlich letzte Chance, mit dem dann noch möglichen Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals noch halbwegs eine Saison zu retten, die bislang als verunglückt bezeichnet werden muss.

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„Vertauschtes“ Mienenspiel am 15. Juli nach dem Landespokal-Finale, das Lübeck mit 1:0 gegen Holstein gewann: KSV-Coach Karsten Neitzel (re.) ist gut drauf, VfB-Trainer Denny Skwierczynski schaut betrübt drein.

Quelle: imago

Kiel/Lübeck. In der Spitzengruppe der Vierten Liga Nord wollte der Traditionsklub mitmischen, doch nach 17 Spielen und 21 Punkten findet sich der ehemalige Zweitligist auf dem ernüchternden Rang neun wieder. Und die aktuelle Formkurve der Mannschaft von Trainer Denny Skwierczynski zeigt nach unten. Frappierend ist die Heimschwäche: Fünf der letzten sechs Partien an der Lohmühle gingen verloren. Wenigstens auswärts blieben die Grün-Weißen drei Monate lang ungeschlagen – bis zum 1:3 am vergangenen Dienstag bei Eintracht Braunschweig II.

 Das (Fern-)Ziel der Lübecker bleibt natürlich die Rückkehr in die Dritte Liga. Doch der strategische Weg dorthin ist noch mindestens bis zur Winterpause unklar. „Im Moment herrscht bei uns Stagnation. Wir befinden uns gerade in einer nicht ganz einfachen Situation“, sagt Skwierczynski, dessen Spieler verunsichert sind. „In unserer Verfassung ist es für den Gegner einfach, in Führung zu gehen“, erläutert Andre Senger. „Das Publikum ist aufgewühlt. Es ist alles verteufelt.“

 In der Führungsetage ist die Stimmung nicht wesentlich besser. „Gegen Holstein Kiel gewinnen, dann sehen wir, wie es weitergeht“, sagt das neue Aufsichtsratsmitglied Ralf Dümmel. „In der Winterpause denken wir über alles nach. Wir, der Aufsichtsrat, ordnen die Finanzen. Der Vorstand muss sich um die sportlichen Dinge kümmern.“ Das Problem: Für den VfB wäre der Aufstieg in die Dritte Liga mit einem wirtschaftlichen Kraftakt verbunden. Der aktuelle Gesamtetat des Klubs beläuft sich auf rund 1,1 Millionen Euro, davon entfallen circa 350000 Euro auf die Mannschaft; dem vor der Saison kalkulierten Zuschauerschnitt von 1800 stehen bislang 1300 „echte“ Besucher gegenüber, die deprimierende 0:2-Heimniederlage gegen Meppen am 6. November sahen nur noch 1168 Fans. Zahlen, mit denen in der Liga des Landeskonkurrenten Holstein Kiel noch nicht einmal der berühmte Blumenstrauß zu gewinnen wäre. Sämtliche VfB-Akteure einschließlich Coach sind lupenreine Amateure, die geregelten Berufen nachgehen und sich abends zum Training treffen. Unter solchen Bedingungen könnte man kein Auswärtsspiel am Freitagabend in Stuttgart bestreiten.

 In der Winterpause soll entschieden werden, ob für die Saison 2016/17 ein aufstiegsfähiges Team zusammengestellt werden soll und kann. Den Antrieb, vielleicht sogar die Verpflichtung stellt ein Datum dar: Zum 100-jährigen Vereinsbestehen im Jahr 2019 soll an der Lohmühle wieder Profifußball gespielt werden.

KN-online berichtet für Sie live vom Spiel auf www.kn-ksv-liveticker.de

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Eine Zeitmaschine wäre jetzt hilfreich, um das Halbfinale im SHFV-Lotto-Pokal beim Regionalligisten VfB Lübeck noch einmal zu spielen – eine Blamage weniger und die Chance auf 140000 Euro DFB-Pokal-Antrittsgeld hätten beim Fußball-Drittligisten Holstein Kiel für Gewissheit gesorgt: Wir sind auf einem guten Weg.

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