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Holstein Kiel kassiert Heimpleite gegen Energie Cottbus

1:2 (0:2) Holstein Kiel kassiert Heimpleite gegen Energie Cottbus

Krisenstimmung beim Fußball-Drittligisten Holstein Kiel: Nach der verdienten 1:2 (0:2)-Schlappe gegen den als Tabellenvorletzter angereisten FC Energie Cottbus stecken die Störche wieder mittendrin im tiefsten Abstiegssog. Es war die bereits siebte Heimniederlage der Kieler und nach dem 0:1 in Rostock die zweite Pleite in Folge. 

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Soeben hat Christopher Schorch (Mitte) einen Strafstoß zur 2:0-Gästeführung verwandelt. Das Gesicht von Maik Kegel (li.) spricht Bände.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Dauerregen und zwei bitterkalte Duschen – wie begossene Pudel schlichen die Störche zur Pause in die Kabine. Fußballerische Lösungen hatte Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel gegen den erwartungsgemäß körperbetont und kompakt agierenden Gegner gefordert. Was er und die Kieler Fans unter den 4287 Zuschauern in Durchgang eins auf dem tiefen und rutschigen Rasen geboten bekamen, trieb teilweise Tränen in die Augen. Allenfalls lauwarm war die Präsentation der Kieler, wo sie doch im Kampf um den Klassenerhalt heiß wie Frittenfett zu Sache hätten gehen müssen. Hier ein Hackentrickchen, dort ein Schnörkellchen, nur keine Zielstrebigkeit, wenig Leidenschaft, miserable Zweikampfführung, kein brauchbares Nachrücken am gegnerischen Strafraum zu Gewinn „zweiter Bälle“.

Cottbus nutzte die Gunst der Stunde, demonstrierte, wie es – mit dem Rücken zur Wand stehend – gehen muss. Zügig und couragiert wurde das Mittelfeld überbrückt, in hinteren Regionen robust abgeräumt. Die 1:0-Führung der zuvor acht Mal in Folge sieglosen Gäste war hochverdient. Nach Christopher Schorchs Lattenkopfball, setzte Kapitän und Angriffsführer Richard Sukuta-Pasu (20.) seinen massigen Körper reaktionsschnell ein und staubte entschlossen ab. Es war das erste Tor der Lausitzer nach einer 346-minütigen Flaute.

Ein echter Wirkungstreffer. Denn Holstein wirkte fortan noch mutloser, noch verunsicherter. Der bis dato schwächste Sturm der Liga hingegen war mit neuer Energie gespeist. Nach schnellem Konter brachte Eidur Sigurbjörnsson unglücklich Sukuta-Pasu im Kieler Strafraum zu Fall. Schorch (28.) schoss den folgenden Strafstoß hoch unter die Latte zum 2:0 ein.

Hier finden Sie Fotos vom Match Holstein Kiel gegen Energie Cottbus am 5. März 2016.

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Erst jetzt wachten die Kieler auf, legten eine Schippe drauf. Dies jedoch zunächst ohne Ertrag. Denn trotz des optischen Übergewichtes blieben die Offensivwaffen der flügellahmen Störche mit einer im brutalen Formtief befindlichen Kreativachse Fabian Schnellhardt/Maik Kegel/Steven Lewerenz stumpf. Auf der Gegenseite hatten Sven Michel (69.) und Arimany Pruenca (87.) das 3:0 auf dem Fuß. KSV-Keeper Robin Zentner rettete zweimal stark.

Erst im Schlussspurt der letzten fünf Minuten entdeckte Holstein die Möglichkeiten, den Kontrahenten ins Wanken zu bringen. Mit dem Mute der Verzweiflung segelten nun die Flanken in den Hoheitsbereich der Gäste. Und tatsächlich, der eingewechselte Manuel Janzer (88.) staubte zum 1:2-Anschluss ab. Die Zuschauer feuerten die Kieler noch einmal mit aller Macht an. „Joker“ Mathias Fetsch verpasste den Ausgleich (90.+1) um eine Stiefelspitze. Der Rest war, passend zum tristen Wetter, Frust pur. Auch bei Neitzel, der der schönen Seite des Fußballs mit attraktiven Kurzpass-Kombinationen vorerst eine Absage erteilte und für die Trainingswoche vor dem anstehenden Heimspiel gegen Aufstiegsanwärter Aue eine rauere Gangart ankündigte: „Wir müssen zu den Tugenden zurückfinden: Zweikämpfe und zweite Bälle. Das wird der eine oder andere in den nächsten Tagen lernen.“

Kapitän Rafael Czichos dürfte nicht zu der Lerngruppe zählen. Der Holstein-Kapitän schied früh wegen des Verdachts eines Muskelfaserrisse im rechten Oberschenkel aus. Auch dessen am Sonnabend indisponierte Innenverteidiger-Kollege Eidur Sigurbjörnsson fehlt gegen Aue wegen der fünften Gelben Karte. Rosige Aussichten sehen anders aus.       

Statistik

Holstein Kiel: Zentner – Herrmann, Sigurbjörnsson, Czichos (31. Hartmann), Kohlmann – Lewerenz (60. Fetsch), Siedschlag, Kegel, Schnellhardt – Schäffler, Heider (77. Janzer).

Energie Cottbus: Lück – Cretu, Schorch, Möhrle, Szarka – Zeitz, Kauko – Kaufmann, Michel (80. Mattuschka) – Breitkreuz (61. Holz), Sukuta-Paso (85. Arimany Pruenca).

Schiedsrichter: Bastian Börner (Dortmund) – Tore: 0:1 Sukuta-Pasu (20.), 0:2 Schorch (28., Foulelfmeter), 1:2 Janzer  (88.) – Zuschauer: 4287 – Gelbe Karten: Sigurbjörnsson (5., damit gegen Aue gesperrt) - Szarka.

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