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Holstein unterliegt nur knapp

Testspiel gegen Schalke 04 Holstein unterliegt nur knapp

Fußball-Drittligist Holstein Kiel ist bereit für das Projekt „oberes Tabellendrittel“ in der Saison 2016/17. Im letzten und härtesten Test vor dem ersten Punktspiel am nächsten Sonnabend gegen den FSV Frankfurt unterlagen die Störche dem Bundesligisten FC Schalke 04 knapp mit 1:2 (1:2).

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Kingsley Schindler (re.) macht sich im Zweikampf mit Schalkes Bernard Tekpetey ganz lang. Der KSV-Neuzugang machte gegen den Bundesligisten nach seiner Einwechslung ordentlich Betrieb.

Quelle: uwe paesler

Kiel. Über weite Strecken der Partie war ein Klassenunterschied nicht auszumachen, den Ausschlag für den selbsternannten Champions-League-Kandidaten gab lediglich die unterschiedliche Chancenverwertung.

 Kurzfristig musste KSV-Chefcoach Karsten Neitzel auf Mittelfeld-Routinier Tim Siedschlag verzichten (Probleme in der Gesäßmuskulatur). Auch ohne den 28-jährigen Ur-Holsteiner standen mit Niklas Hoheneder, Alexander Bieler und Dominick Drexler lediglich drei Neuzugänge in der Startformation. Doch das tat der spielerischen Qualität der Gastgeber keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. In die anfängliche, von den 6663 Zuschauern als normal erachtete Druckphase der in grün-weiß gewandeten Königsblauen fiel beinahe zwangsläufig das 0:1, als Max Meyer nach der ersten Ecke eine kurze Konfusion in Holsteins Abwehr aus fünf Metern nutzte (10.).

 Doch die Wende in der Spielkontrolle folgte mit dem Strafraum-Foul von Matija Nastasic an Drexler, bis zu seiner Auswechslung in der 65. Minute der auffälligste Kieler. Den fälligen Elfmeter verwandelte Milad Salem kaltblütig zum Ausgleich (18.). Gegen die fortan – aus welchen Gründen auch immer – halbherzig und konzentrationsschwach agierenden Erstliga-Profis zeigten die Gastgeber nun, dass sie für eine Führungsrolle in Liga drei bereit sind. Aus einer sicheren Abwehr zogen die Platzherren ein ansehnliches Passspiel auf und kamen zu guten Chancen, die allerdings von Bieler (23.), Drexler (25./26.) sowie Kapitän Rafael Czichos mit seinem knapp verzogenen Freistoß (39.) vergeben wurden. Die Chancenverwertung war denn auch das einzige Manko der Kieler, die den Spielaufbau der „Knappen“ mit laufintensivem und rechtzeitig angesetztem Pressing empfindlich störten.

 Der nominell zweistufige Unterschied zwischen den Teams blitze nur gelegentlich auf, doch in Sachen Effizienz zeigte der ansonsten abgemeldete Angriffs-Superstar Klaas-Jan Huntelaar in seiner einzigen Szene, wie es geht. Im 16-Meter-Raum angespielt, ließ er mit ein paar Körpertäuschungen die gesamte KSV-Abwehr aussteigen und schob zum 1:2 ein (34.) – ein Tor aus dem Nichts. Und hätte KSV-Keeper Robin Zentner zwei Minuten später gegen Eric-Maxim Choupo-Moting nicht glänzend reagiert, wäre schon mit dem Halbzeitpfiff ein ebenso standesgemäßes wie ungerechtes Ergebnis auf der Anzeigetafel erschienen.

 Dass es auch nach der Pause bei diesem Resultat blieb, war den in solchen Tests üblichen, zahlreichen Spielerwechseln geschuldet. Beide Teams bemühten sich zwar weiterhin um Struktur, doch zwingende Torchancen vermochten sie nicht mehr zu generieren. Zum Pechvogel avancierte der ehemalige Kieler Sidney Sam, der in der 46. Minute für Choupo-Moting auf den Rasen durfte, aber 19 Minuten später mit Muskelproblemen schon wieder raus musste.

 Die Gemütslage beider Trainer war hernach identisch: zufrieden, aber nicht begeistert. „Das war ein guter Test. Nach dem Elfmeter war Holstein die bessere Mannschaft“, sagte Schalkes Coach Markus Weinzierl. „In der zweiten Halbzeit merkte man, dass unsere Spieler nach dem Vormittagstraining müde wurden. Ich habe wichtige Erkenntnisse gewonnen.“

 Das nahm auch Kollege Neitzel für sich in Anspruch, doch auch der 48-Jährige mochte nicht in Details gehen. Nur soviel: „Mit dem Spiel nach dem Elfmeter war ich zufrieden. Nach dem Wechsel fehlten uns der nötige Zug und die Ballsicherheit, um zum Abschluss zu kommen. Und an unserer Geduld im Spielaufbau müssen wir noch arbeiten.“ Es bleibt eine Woche Zeit.

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